Frühlingserwachen

Frühlingserwachen

C. sorgt sich. Zum Beispiel um Rudi, unseren Wellensittich, oder um unsere krüppeligen Obstbäume. Und um meine hübschen Fahrradtrikots. “Du stichst die ja kaputt, wenn du da mit Sicherheitsnadeln Startnummern daran befestigst”, sagt er. Also schenkte C. mir – völlig überraschend– ein Set Fixpoints. Mit Blumen drauf.  Und bereits gestern konnte ich diese hübschen, megastarken Magneten ausprobieren. Nämlich bei der RTF Schwalmtal, die ich bereits sehnsüchtig erwartet habe. Ich konnte nicht nur mein neues Ciclisti-Teamtrikot ausführen, sondern am selbigen auch meine blumigen Fixies befestigen und endlich offiziell meinen Winterschlaf beenden. Die Rückkehr ins geregelte Rennradleben fällt besonders leicht, wenn das Lüftchen lau ist, die Sonne scheint, nette (breite) Mitfahrer selbstlos Windschatten spenden und die Versorgungslage an den Verpflegungsstationen als hervorragend zu bezeichnen ist. Meine neuen Magnete haben sich bewährt, und meine Nummer hat nicht mal geflattert, obwohl durchaus flatterhafte Bedingungen herrschten. So. noch drei Wochen bis zur nächsten RTF. P.S. Tiersichtungen – 1 Marder (tot)    

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 5. Hochrad kommt vor den Fall.

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 5. Hochrad kommt vor den Fall.

Am Wochenende folgte ich der freundlichen Einladung* der Messe Essen (danke an dieser Stelle) und erkundete mit C., was die (zumeist) nordrhein-westfälische Fahrradwelt so zu bieten hat. Oh yay, ein cooler Mountainbike-Hindernisparcours! Ich renne aufgeregt hin. Doch er war lediglich für Sechs- bis 14-Jährige gedacht. C. lenkte mich schnell ab: „Guck mal, bunte Reifen“ und „Schau hier, Prospekte übers Lahntal. Da wollen wir doch eine Wochenendtour machen.“ Aber dann, ha! Auf einem großen Testfeld konnte auch ich Fahrräder ausprobieren, Liegeräder zum Beispiel. Ich hege große Skepsis gegenüber Liegerädern. Naja, Vorurteile trifft es wohl eher. Liegeräder werden von Sozialkundelehrern in Cordhosen und Parteimitgliedern der Grünen gefahren. Und sehen kann man sie auch nicht, wie sie da so flach über den Boden eiern. Und bequem sollen die sein?! Wohl kaum, man kann ja nicht mal vernünftig auf diesen Teilen trampeln. Tja nun. Ich nahm auf einem dieser Gefährte Platz. Glitzernd blau und … okay… unfassbar bequem. Erst an der Schaltung fiel mir auf, dass es auch noch ein E-Liegerad war. Pah! Wer braucht denn sowas? Schwächelnde Sowilehrer …

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 4. Spekulatius-Stupor.

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 4. Spekulatius-Stupor.

Ich kann leider nicht behaupten, dass meine gesteigerte Zufuhr von Glühwein, Spekulatius, Dominosteinen und Plätzchenteig mich aktiv am Rennradfahren hindert. Eisige Kälte wäre eine hübsche Ausrede. Oder noch besser: Glatteis. Oder Tonnen von Schnee. Tja. Stattdessen habe ich mir eine extrem plausible Theorie zurechtgelegt und strebe deshalb eventuell eine zweite Karriere als Wissenschaftlerin an. Sie lautet: Während Bären momentan vernünftigerweise einen Winterschlaf halten, fahren Menschen in dieser Jahreszeit ihren Aktivitätslevel herunter und den Futterlevel (sehr) hoch. So fallen netflixen und couchen leichter, joggen und Rennrad fahren schwer. Aber so richtig richtig froh macht mich das nicht. Ich fühle mich auch nicht wirklich wohl. Auch wenn ich jetzt ein paar sehr coole Serien-Tipps für Euch hätte (Bingewatching, anyone?). Ich habe einen Blick auf den Flamingowinter-Countdown geworfen, der am Kühlschrank hängt, und da war noch noch nicht sehr viel abgezählt. Daraufhin habe ich mich (im Regen! Im Dunkeln!) zum Joggen herausgewagt. Geil. Das Ergebnis: Beste Laune ever und dieses tolle Nach-dem-Sport-Wohlgefühl. Und das nach nur drei Kilometern. Konsequenz: Am folgenden Wochenende C. mit Nessi nach Kevelaer begleitet …

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 3. Wolle maximal.

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 3. Wolle maximal.

Neulich war ich sehr enttäuscht. An meinem Geburtstag, um genau zu sein. Ich habe C. genaue Schenk-Instruktionen gegeben, weil er “nie” weiß, was er mir schenken soll. Mir hingegen fallen immer massig Dinge ein, die ich gerne hätte (eine Kette mit Faultier-Anhänger. Einen Federsattel für Ranger. Bunte Rennradsocken). Also habe ich ihm eine Liste geschickt. “Bunte Rennradsocken” habe ich drei Mal unterstrichen. Erwartungsvoll packte ich an meinem Geburtstag ein fußgroßes, weiches Päckchen aus. Eine Packung schwarzer …Tennissocken?! Ich war kurz davor, in Tränen auszubrechen. Dann fiel mir ein, dass C. auch gerne mal einen Scherz macht. Sicherlich wollter er mir einen Streich spielen. Ich lachte nervös und C. sagte: “Ich habe lange recherchiert. Das hier sind die besten Socken. Du wirst nie wieder frieren! Das macht der Merino-Anteil.” Ich konnte mir allerdings gerade nicht vorstellen, überhaupt je wieder zu frieren. Es war Mitte September, 18 Uhr und 28° Grad. Ich versuchte mich zu freuen. Jetzt ist es November. Ich freue mich sehr über dieses wunderbare Geschenk von C. Ich hatte meine Ullmax (ull ist übrigens Schwedisch …

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 1: Der Countdown.

Überwintern mit den Radflamingos. Teil 1: Der Countdown.

Er ist 1 Herausforderung. Vong Schweinehund her. Die Rede ist vom Winter, mit dem wir Radflamingos offiziell die Monate November, Dezember, Januar, Februar und März betiteln. Doch in dieser miesen blöden grauen öden blätterlosen eisig kühlen Jahreszeit sollen Lexa und Nessi nicht im Keller verwahrlosen. Und wir wollen unsere (mühsam aufgebaute) Form zumindest ansatzweise in den April herüberretten. Deshalb starten wir jetzt unsere Blog-Serie “Überwintern mit den Radflamingos”. Gegen Schweinehunde und Kälte, für Motivation und Fahrspaß. Dieser erste Teil handelt von einer genialen Idee. Mareikes genialer Idee, um genau zu sein. Sie hat das Winter-Problem einmal völlig nüchtern, emotionslos und unkünstlerisch betrachtet und kam zu folgendem Ergebnis: Es gibt die fünf fahrradkomfortkritischen Monate von November bis März. Jeder dieser bitterkalten, jahreszeitlichen Drecksäcke wartet mit jeweils vier Wochenenden auf, an denen geradelt werden kann. Macht also insgesamt 20 Fahrten. Bis zur Zeitumstellung sind es 26 Fahrten, und wir rechnen großzügig vier Bonusfahrten dazu (muss sich ja lohnen; ist ja kein Hallensport). Also 30. Das Geheimnis ist nun, sich tatsächlich jedes Wochenende aufs Rad zu schwingen. Egal auf welches, egal wie weit, …