Eurobike 2017 – Seiten- und Augenblicke

Eurobike 2017 – Seiten- und Augenblicke

„Bernd, die Security findet das gerade nicht so toll.“

David raunt mir diese Worte zu, nachdem ich die dritte Runde Highspeed auf einem Laufrad aus der Schmiede von Alex Clauss (Portuscycles) gedreht habe. Inzwischen ist es Abend geworden, irgendwann zwischen jetzt und gleich. Wir sind immer noch auf der Eurobike, genauer auf der Vernissage „200 Jahre Fahrrad – eine Velographie“. Bei dem einen oder anderen Besucher machen sich die Folgen versäumter Nahrungsaufnahme in Verbindung mit Kompensationsversuchen durch die Zufuhr vergorener Hanfgewächse bemerkbar. Vermutlich merkt man mir meine Abstinenz nicht an, aber tatsächlich bin ich einfach nur überdreht, das ist den Eindrücken des Tages und mehreren Litern Cola geschuldet. Böse psychotrope Substanz!

Aber der Reihe nach. Ein Tag auf der Eurobike hat gefühlt 36 Stunden, die aber absolut nicht ausreichend sind. An dieser Stelle muss ich nochmal Miriam für den tollen Support in der Blogger Base danken. Das war großartig!

So, jetzt aber sputen…. die Zeit rennt und ich möchte nicht zu spät zur Velographie „200 Jahre Fahrrad“ erscheinen.

Pure Cycles

Eine Marke die ich bislang noch nicht kannte. Pure Cycles aus Burbank, Kalifornien. Deren Geschichte begann mit einem Blick aus einem studentischen Schlafzimmerfenster auf einen Fahrradständer und der aufkommenden Frage, warum in diesem so wenig und vor allem so wenig coole Fahrräder stehen? Erhebungen auf dem Campus ergaben, dass man sehr wohl Rad fahren würde, wenn die Bikes einfach, sowie günstig wären und, vermutlich am wichtigsten, gut aussehen würden. Klingt simpel und die drei Gründer machten sich an die Umsetzung. Und haben das Rad natürlich nicht neu erfunden, aber die Anforderungen erfüllt. Zumindest in meinen Augen. Einfache Ausstattung, Retrocharme und günstig. Passt!

Under Cover – der Fahrrad Regenschirm

Ich glaube, darüber wird man lesen. Wenn man jeden Tag zur Arbeit fährt, kennt man Regen. Dieser ist nicht per se unangenehm, im Sommer kann er ja auch mal erfrischend sein. Aber es gibt doch mehr als einen nachvollziehbaren Grund, nicht nass werden zu wollen. Verhindern kann das in Zukunft ‚Under Cover‘, der Fahrrad Regenschirm von Thomas Schmidt. Dieser sprach mich in der Blogger Base an und ja, ich wollte mir das Teil mal anschauen. Das taten wir dann im trockenen Foyer der Messe. Draussen war zwar Schwimmbad, aber das Prozedere ein Bike aus der Messe heraus und wieder hinein zu bekommen, sprach gegen einen spontanen Test unter realen Bedingungen. Aber das hier verlinkte Video ist ja auch ganz brauchbar. Thomas hat übrigens auf Kickstarter eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Wie funktioniert das Teil? Ganz einfach… der Regenschirm befindet sich für den Fall das es nicht regnet in einer Tasche z.B. am Oberrohr. Ebenfalls am Oberrohr kann man die Aufnahme des Schirms befestigen. Fängt es an zu regnen, Zack, Schirm aus der Tasche ziehen, aufspannen, am Rahmen befestigen, aufsitzen und fertig. Mir gefällt die Idee. Kostengünstig und praktisch. Zugegeben eitel darf man nicht sein, aber wir tragen ja auch alle Helm, oder Thomas? Wo waren Eure denn beim Videodreh? Und wo wir gerade von Helmen sprechen…. ein Helm passt nur über die Kapuze, sonst würde diese für alle Nicht-Helm-Fahrer zu groß.

Cargoli

Ebenfalls in der Blogger Base traf ich Arne Behrensen der unter cargobike.jetzt bloggt. Mit sich führte Arne eine ominöse Holzkiste, die meine Aufmerksamkeit erregte. Man liest ja so viel. Jetzt sieht Arne aber gar nicht gefährlich aus und so sprach ich ihn an. Wir redeten erst übers bloggen, dann übers Lasten radeln und dann, mutig geworden, über den Inhalt der Holzkiste. Theatralisch nicht ungeschickt öffnete Arne das geheimnisvolle Kistchen, das Spielzeuge enthielt. Cargoli nennen die Berliner (woher denn sonst) Väter ihre „Hommage an alle CargobikerInnen“. „Cargolis sollen Lust darauf machen, Autofrust gegen Cargobike-Spaß zu tauschen.“ so steht es in der Pressemitteilung zu lesen. Im Gespräch erklärte mir Arne, das der Künstler Nico Jungel auf die Idee kam, Cargobikes im Miniaturformat zu bauen, nachdem sein Töchterlein im Kindergarten nur mit Autos spielen konnte. „Die aus Birkensperrholz gelaserten Bausätze der Cargobike-Grundtypen LongJohn, Dreirad und Truck eignen sich aber nicht nur zum Basteln und Spielen. Auch als Trinkgeldkasse, Kaktushalter, Visitenkarten- oder Stiftständer sind sie zu gebrauchen und mit eingraviertem Wunschlogo werden sie zu sympathischen Werbeträgern.“ (PM, Cargoli) Mir haben die Teile auf jeden Fall gut gefallen und ich kenne da eine 3-jährige, die ebenfalls Freude daran hätte.

Tern Cycles

Regelmäßig sprechen wir im Familienrat über die Nutzung unseres Autos. Dieses bleibt nämlich immer öfter stehen und fristet inzwischen sein Dasein als Zugmaschine für den Wohnwagen. So weit, so schlecht, denn rechne ich mir aus, was uns die Möglichkeit des spontanen Kurzurlaubs in den eigenen vier Wänden im Jahr kostet, reagiere ich frustriert. Unser Auto stinkt (mir) gewaltig. Und das nicht nur, weil es ein Diesel ist. Man fährt eigentlich nicht in den Urlaub, man steht. Das regelmäßig vor dem Kollaps stehende Verkehrssystem ist eigentlich ein Speichersystem. Es speichert Lebenszeit. Vor diesem Hintergrund ist eigentlich die Anschaffung eines Cargobikes geraten. Platzmangel sollte bei uns kein Argument, denn sind erstmal Auto und Wohnwagen weg, stünde ausreichend Fläche zur Verfügung. Und selbst wenn nicht, hätte Tern Cycles mit dem Pedelec GSD ein durchdachtes Lasten- und Transportrad im Angebot, das selbst in der kleinsten Hütte Platz findet. „Getting shit done!“ ist vermutlich als Aufforderung zu verstehen. Das GSD ist mit 180 cm ungefähr so lang wie ein normales Fahrrad. Dank des großen Einstellbereichs passt es der ganzen Familie (von 150 – 195 cm). Ein zweiter Akku versorgt es auch auf längeren Touren zuverlässig mit Strom. Nach der Testrunde über das Messegelände hatte ich ein fettes Grinsen im Gesicht, das Handling ist wirklich super. Auch mit Zuladung. Am besten einfach mal ausprobieren, wenn die Möglichkeit besteht. Das GSD war aber nicht das einzige Rad, welches ich in den knapp 60 Minuten die ich am Stand von Tern verbrachte, ausprobiert habe. Auch das Verge machte eine ausnehmend gute Figur. Und im Vergleich zu seinen Kollegen von z.B. Brompton ist das Verge schon fast ein Schnäppchen.

Rondo – New school drop bar bikes

Nachdem ich im Vorfeld bereits den ein oder anderen Kommentar über das Rondo Ruut gelesen hatte, wollte ich mir das Teil mal live anschauen, denn vom Foto wird man nicht satt. Markantes Merkmal des Bikes ist der Knick im Oberrohr, sowie der Flipchip in der Gabel. Dank dieses Features kann man die Geometrie des Rades beeinflussen, was ich sehr gerne mal ausprobiert hätte, aber die Mitarbeiter am Stand waren intensiv in Gespräche vertieft und mir lief ein bisschen die Zeit davon.

200 Jahre Fahrrad – Eine Velographie

„Jetzt noch schnell ein Brötchen.“ denke ich mir und mache mich auf den Weg. Die Messehallen haben sich merklich geleert. So wundert es mich nicht, das auch in der Blogger Base nur noch ein kleines Grüppchen ausharrt. Claude, Alexander, Juliane und Carolyn. Die üblichen Verdächtigen könnte man meinen. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg und werden zunächst mal von Gunnar vor die Tür komplementiert, denn wir sind einige Minuten zu früh. Just in diesem Moment könnte ich im Stehen einschlafen, aber zum Glück gibt es koffeinhaltige Erfrischungsgetränke. Die Türen öffnen sich und wir betreten einen fast leeren Raum. Wir werfen neugierige Blicke auf die Ausstellungsexponate, die später im Rahmen einer Führung vorgestellt werden. Einem historischen Vertreter steht dabei jeweils eine moderne Adaption gegenüber. Schön gemacht.

Meins! Also so ähnlich…. ein Bonanzarad in gleicher Farbe begleitete mich bis 1982 auf meinen Wegen durch die Wetterau. Die Lenkerenden waren bei meinem Modell allerdings mit aus Wolle geflochtenen Troddeln verziert. 

Vor der Theke remple ich die Muschi an und wir ergeben uns selig dem Smalltalk, reden über Schlaflos im Sattel, die Frauen, das Leben, das Universum und den ganzen Rest. Zwischendurch spülen wir die trockenen Kehlen mit Bier, respektive Cola. Der Raum füllt sich und auch Stephan Ensthaler von LeCanard gibt sich die Ehre. Ein weiteres Hallo später fällt mir auf, dass die Führung schon längst begonnen hat. Das einzige noch verbleibende Headset verursacht mir Kopfschmerzen und irgendwie bin ich ohnehin nicht mehr aufnahmefähig, daher widme ich mich wieder dem Projekt Kreislaufkollaps durch Koffeinüberdosis.

Und dann taucht ein großer bärtiger Kerl mit einem noch größeren, von Flugrost befallenem Laufrad auf. Der Kerl heißt Alex und baut unterm dem Label Portus Cycles feine Räder mit lustigen Namen.

Alex‘ Bike zieht nicht nur Blicke auf sich. Die meisten wollen auch mal eine Runde damit fahren. Daraus entspinnt sich ein lustiger Wettstreit. Alex demonstriert BunnyHops, Muschi posed pink. Schnell werden Pläne geschmiedet und nicht nur ich sehe es als gesetzt an, dass Muschi mit dem Monster ein 24-h-Rennen bestreiten wird. Welches soll er selber verraten.

Während der Abend bierselig fortschreitet, wird die Stimmung immer ausgelassener und die Stunts gewagter, so lässt es sich der Erbauer des Gefährts z.B. nicht nehmen, ein Treppenset abzufeiern.

Das bunte Treiben wird schlussendlich von der Security beendet, was im Nachgang betrachtet wohl auch das Klügste gewesen ist. Mit Flausen im Kopf trete ich per Pedale den Rückweg zur Ferienwohnung an, nicht ohne mich dabei noch einmal gründlich zu verirren und ordentlich nass zu werden.

Danke an Gunnar, Arne, David und Thomas für die Unterkunft! Wir haben noch eine Rechnung offen! Einen lieben Gruß auch an Martin von biketour-global, es war sehr schön mit Dir! 😉

 

Grenzsteintrophy 2018 – Trikotdesign

Grenzsteintrophy 2018 – Trikotdesign

Am 17.6.2018 startet die nächste Grenzsteintrophy. Sollte man mal gemacht haben, wurde mir gesagt. Gemeinsam mit und für Gunnar habe ich mich im letzten Jahr daran gemacht, die Website der GST zu aktualisieren. Und das Logo auch. Und daraus ist nun für 2018 ein Trikot geworden. Gefertigt in bewährter Bioracer-Qualität kann es ab sofort für 70,00 € inkl. Versand bestellt werden.

Mehr Infos zum Produkt und Prozedere gibt es auf der Website der GST.

HInweis: Hier mischt sich berufliches mit privatem. Denn neben meiner Bloggerei habe ich auch einen Job und arbeite u.a. für Gunnar und seine Velonauten. Und so war auch dieses Trikot eine Auftragsarbeit.

 

Eurobike 2017 – Auf einen Kaffee in der Blogger Base

Eurobike 2017 – Auf einen Kaffee in der Blogger Base

In Unterhosen stehe ich vor den Messehallen in Friedrichshafen und werde von anderen Besuchern auf das Offensichtliche hingewiesen. Ja, ich bin nass. Das war vorhersehbar und so habe ich Wechselkleidung eingepackt, die ich nun anlege. Sogar ein kleines Handtuch kommt zum Einsatz. So betrete ich einigermaßen vorzeigbar die Hallen der Eurobike. Erstes Ziel: die Blogger Base. Hier können sich akkreditierte Blogger austauschen, einen brauchbaren Kaffee trinken, sich mit belegten Brötchen und Obst stärken, schon mal den ein oder anderen Bericht verfassen oder einfach den Tag verbummeln. Danke an Mirjam Reisch für die Organisation und das offene Ohr. Der The Wriders‘ Club ist natürlich mit von der Partie, u.a. treffe ich Carolyn Ott-Friesl, die nicht nur unter ciclista.net bloggt, sondern auch seit kurzem als Tourmaker für Deutschland Deine Tour hinter den Kulissen recherchiert und darüber berichtet. Auch der Lieblingstourer ist vor Ort und bietet mir spontan einen Schlafplatz im Vorfeld des Starts zur Tour de friends an, an der wir beide teilnehmen. Danke dafür Christopher! Mit Chris von goodtimesroll unterhalte ich mich über die Herausforderung Arbeit, Familie (hier wichtig: mit Kind) und Bloggerdasein unter einen Hut zu bringen. Und auch Alexander Theis stromert herum und ich kann ihn persönlich befragen, wie es war den Candy B. Graveller mit einem Pedelec erfahren zu haben.

Chris von Goodtimesroll im Gespräch mit dem Radelmädchen und Lieblingstourer Christopher Jobmann

Die drei Stooges: Mr. Overnighter Gunnar Fehlau, Tourmaker Carolyn Ott-Friesl und Jacominas Enkel

Bevor wir zu einem von Mirjam geführten und von Gunnar moderierten Messerundgang aufbrachen, stellten einige Unterstützer des Wriders‘ Club Produkte vor. So zum Bsp. Torsten Mendel von Abus u.a. den futuristisch anmutenden Helm ‚Gamechanger‘. Und auch Vaude kam zu Wort und informierte über ihr Sortiment an Bikepackingtaschen. Das Thema Bikepacking, so scheint es, rahmt als Sidestory das alles beherrschende große E ein. Und manchmal, aber nur manchmal stiehlt es diesem sogar die Show. Zurück zu Vaudes Taschen. Diese würde ich doch mal gerne ausprobieren. Die Satteltasche sah interessant aus und ich finde die Möglichkeit, die Tasche vom Rad zu nehmen, während der Träger an selbigem verbleibt gut gelöst. Präsentiert wurden die Taschen übrigens an einem Bambusbike.

Die angebotene Möglichkeit eines Messerundgangs nahm ich gerne wahr, denn ich wollte mich treiben lassen und hatte mir deshalb keinen Plan für den heutigen Tag geschmiedet. Unser nicht ganz kleines Grüppchen erntete den ein oder anderen belustigten Blick, während wir brav wie die Entlein einer Follow Me-Tafel folgten, während uns Gunnar via Headset mit Wissenswertem über die Aussteller versorgte.

Erster Stop: Garmin.

Und natürlich wurden uns der neue Edge 1030, sowie der neue Vector 3 vorgestellt. Dazu haben andere besseres geschrieben als ich es könnte, daher an dieser Stelle nur Links. Mich hingegen interessierten die Wearables von Garmin. Meine Fenix 3 hat mich zum Uhrenträger gemacht und ich möchte sie nicht mehr missen. Daher warf ich einen schnellen Blick auf die etwas kleineren Schwestern. Die kleineren Modelle wie z.B. Vivosport sind nun auch mir HR-Messung am Handgelenk ausgestattet, was ich persönlich nützlich finde. Eine über NFC integrierte Bezahlfunktion wie im Falle der Vivoactive 3 ist bislang in Deutschland nicht nutzbar, wäre in meinem Fall aber auch kein Kaufkriterium. Wie seht ihr das? Gerne hätte ich mir ein Exemplar der Vivomove HR angesehen, einem Hybrid im Look einer Analoguhr, aber ich konnte kein Exemplar entdecken. Schade, das mag aber an den, meinem Alter geschuldeten, müden Augen gelegen haben.

Bianchi

Hmmm… irgendwann mal fand ich Bianchi richtig toll. Das war im Jahr 1984, als ich als Teenager über eine Anzeige von Bianchi stolperte. Die Überschrift lautete ‚The ugly truth‘ und im Text dieser Anzeige las ich, dass Celeste, die Hausfarbe Bianchis, eigentlich ganz schrecklich sei, ganz und gar nicht schön und das man das gerne geändert hätte, zuvor aber abstimmen wollte. Und man ahnt es, natürlich wurde Celeste mit überwältigender Mehrheit erneut zur Hausfarbe gekürt. Aber abgesehen von der schrecklichen Farbe, würde man sowieso die besten aller Räder auf diesem Planeten bauen. Das hat mich nachhaltig beeindruckt und wer weiß, vielleicht war meine Berufswahl doch nicht rein zufällig, sondern dieser Anzeige geschuldet?! Mein aktuelles Lieblingsmodell von Bianchi ist übrigens der L’Eroica-Rahmen. Aber egal… Bianchi also. Baut immer noch Rennräder und nun auch individualisierbar mittels Onlinekonfigurator. Man präsentierte stolz das SF01, das einer Kooperation zwischen Bianchi und Ferrari entspringt. Das rote Geschoss auf Basis des Specialissima gibt es dann für Taschengeldfreundliche 15.000,00 €. Wenn man sonst nichts hat, wofür es sich zu sparen lohnt, here you go.

So und warum bin ich so zickig? Ganz einfach… sich mit Superlativen zu schmücken ist nicht die allerbeste Eigenschaft, auch wenn Klappern zum Handwerk gehört. Verweist man aber explizit auf den Designprozess, wie aufwändig dieser sei und wieviel Mühe man sich mit damit gäbe, sollte dies auch in Details des Rahmendekors sichtbar sein. Sieht man sich die Decals der neuen Modelle an, möchte man an der Ernsthaftigkeit einer Verkaufsabsicht zweifeln. Da rollen sich bei mir die Fußnägel auf.

Koga

Harald Troost zeigte uns einige neue Modelle und tat das mit sichtlicher Freude an den Produkten. Ausgestellt wurde auch ein Kimera Premium, baugleich ausgestattet wie das Modell, welches Mark Beaumont für seine Weltumrundung nutzt. Einen Will-Haben-Effekt löste der ausgestellte Beachracer aus, den ich am liebsten mitgenommen hätte. Übrigens… auch Koga bietet unter dem Siegel Koga Signature Customize-Optionen an.

Und dann entführte uns Harald in die Welt edlen Titans. Van Nicholas‘ Skeiron…. absolut außerhalb meiner Liga. Nicht umsonst hat dieser Traum auf Rädern den Eurobike Gold Award in der Kategorie Rennräder gewonnen. Hach…. zu schön um meins zu sein!

Haibike

Ein emotionales Plädoyer für das E-Mountainbike. Und mal unter uns: schick sind die Dinger schon. Und Spaß machen tun sie auch. Wie immer gilt das Gesetz der Verhältnismäßigkeit. Werden E-Bikes und Pedelecs unseren Sport verändern? Auf jeden Fall. Ein Freund von mir, selber Mountainbiker der ersten Stunde, berichtete mir einigermaßen ernüchtert davon, das sein Hometrail total zerfahren worden sei. Schlimm sähe es dort aus. Und das nur, weil eine Premiummarke im Vorfeld der Eurobike ihre neuen E-Bikemodelle vorgestellt hat und man im Rahmen der Präsentation besagten Trail mit einer größeren Gruppe bis zu sechs Mal gefahren sei. Der Trail wird sich erholen, da bin ich mir sicher. Und für das mangelnde Bewusstsein, das das eigene Handeln Auswirkungen für alle haben kann, soll man nicht die Bikes verteufeln. Dann lieber den Mund zur richtigen Zeit aufmachen, auch wenn man damit riskiert der Spielverderber zu sein.

HP Velotechnik

Mein Sohn hätte an dem metallic-grünen Scorpion mit Pinionantrieb seine helle Freude gehabt. Ganz einfach, weil er grüne Fahrräder mag. Aber auch ich musste nicht extra dazu animiert werden, mich zu freuen wie ein kleines Kind. Das Scorpion war und ist auf meiner Fahrrad-Wunschliste ganz weit oben. Und das ausgestellte Stück war ausnehmend hübsch anzuschauen. Alexander Kraft verriet uns, dass die Integration des Pinionantriebs die Ingenieure bei HP Velotechnik vor eine schwierige Aufgabe stellte. Gut gemacht!

Simplon

Am Stand von Simplon gab es vor allem sehr schöne Schwarzweiß-Aufnahmen der Imagekampagne 2018 zu bewundern. Anscheinend hatte man aber nicht mit unserem Besuch gerechnet und war somit schlecht vorbereitet. Dementsprechend leblos fiel die Präsentation aus. Das Pride, ein Aerobike, wußte aber sehr wohl zu gefallen. Und das ganz ohne Worte!

Mein Fazit nach dem Rundgang

Die Möglichkeit, sich als Blogger aus erster Hand informieren zu können, finde ich großartig. Schade nur, wenn sich die Präsentation im auswendig gelernten Aufsagen der Produkteigenschaften erschöpft, denn dann kann ich mir die Aufmerksamkeit sparen, finde ich diese Informationen doch auch auf den Websites der Hersteller. Interessanter wären z.B. Infos zum Prozess der Entstehung eines Produkts. Natürlich haben auch Blogger einen Mund zum Reden und nachfragen hilft, aber dazu sollte mein Gegenüber zumindest motiviert wirken.

Fortsetzung folgt! Dann mit Kuriosem, Praktischem und einer kleinen intimen Eventberichterstattung.

Eurobike 2017 – Im Regen

Eurobike 2017 – Im Regen

Regen! Nieselregen, Sprühregen, Starkregen. Regen von der Seite, Regen von vorne. Eine kurze Pause. Dann geht es wieder los. Das Navi hat eigene Vorstellung, welches der günstigste Weg nach Friedrichshafen ist und lotst mich auf eine 150 km lange Odyssee. Dynamisches Routing nennt man das. Sobald irgendeiner auf der Autobahn furzt, dirigiert mein Navi Zwölftonmusik. Es ist stockfinster. Also nicht nur dunkel. Vielmehr umgibt mich die Art von Dunkelheit, die man schneiden könnte. Die Tanknadel führt im roten Bereich schon länger ein lustiges Tänzchen auf, aber ich fahre seit fast einer Stunde durch scheinbar ausgestorbene Orte. Aus dem Regen taucht links von mir die Leuchtreklame einer Tankstelle auf. Mein U-Turn ist illegal, aber filmreif und verhilft der Tankanzeige zur Ruhe. Lemmingfrösche überqueren in Scharen die Fahrbahn, ich versuche ihnen auszuweichen, scheitere aber kläglich. Also halte ich an und starte das Navi neu. Hilft nur nichts. Die Richtungsanzeige ist eindeutig. Irgendwo auf dem highway to hell informiert mich ein rot-weißes Schild über den Umstand, dass die Straße auf der ich mich bewege in wenigen Kilometern voll gesperrt ist. Anlieger frei! Ein Anliegen habe ich ja. Ich möchte auf die Eurobike, also fahre ich weiter. Und dann bald auch wieder in Richtung Frösche zurück. Aber da ist er, der Bodensee. Zumindest auf dem Bildschirm des Navis. Draußen nur Regen und Schwärze. Sehr viel später als geplant und erreiche ich dann doch Ailingen, den Obstgarten am Bodensee und Heimat meiner Unterkunft für die nächsten Stunden. Fast zeitgleich treffen Gunnar und seine Velonauten ein. Ein kurzer Schnack, Schlüsselübergabe mit der Info, um halb acht gäbe es Frühstück. Den Wecker stelle ich auf sechs. Gute Nacht!

Um fünf wache ich auf. Es regnet. Ob schon wieder oder immer noch weiss ich nicht. Sehr langsam schwinge ich mich in den neuen Tag, beginnend mit einer heißen Dusche. Ein Ende des Regens ist nicht in Sicht, daher habe ich es auch nicht besonders eilig, mich aufs Rad zu schwingen und zur Messe zu fahren. Aber das Aber kommt mit all seinen guten Gründen und schliesslich bin ich nicht aus Zucker. Auf dem Weg zur Messe treffen wir Juliane (radelmaedchen) und gemeinsam legen wir einen feinen Zielsprint hin. Als wir vor der Messe anrollen, bin nicht nur ich pitschnass…

Fortsetzung folgt!

Somewhere in between…

Somewhere in between…

Während ich das hier schreibe, schwingen sich Christopher und Jesko vermutlich so langsam auf das Transcontinental 2017 ein, während Harald auf den Start des London-Edinburgh-London-Brevets wartet. Von Christopher gibt es einige des Lesens werte Gedanken, ich bin so frei und verlinke diese mit einem Bild:

Viel Glück Euch und allen Startern bei beiden Events. Kommt heil zurück, damit ihr uns etwas davon erzählen könnt. Und sowieso… ihr wisst schon!

Auf die Ohren gibt es heute die 24-7 Spyz, genauer gesagt ihr 92er Album ‚Strength in Numbers‘. Und dabei packe ich, denn morgen soll es in den Urlaub gehen. Wobei… der Kurze hat während des Abendessens über Kopfschmerzen geklagt und bei Kindern weiß man ja nie. Wenn doch fahren wir nach Südtirol. Und ich nehme Arbeit mit. Kann man sich als Freiberufler nicht immer aussuchen. Ob es sich vor dem Wohnwagen mit Bergblick gut oder nicht arbeiten lässt, werde ich nun also ausprobieren. Hatte ich so noch nicht.

Update:

Inzwischen ist es Samstag nachmittag. Und wir fahren wirklich in den Urlaub. Heute morgen sah es noch nicht danach aus und statt mit Bergen vor der Nase sah ich mich schon eingerahmt von farbig nuanciertem Beton arbeiten. Was ist passiert? Heute morgen klagte unser Kurzer über ein bisschen Halsweh. Ein Blick in den Rachen genügte, um festzustellen, das die Mandeln angeschwollen waren. Die letzte Mandelentzündung liegt noch keine sechs Wochen zurück und wurde mit Antibiotika behandelt. Keine Mandelentzündung ohne Fieber und bei meinem Sohn darf es auch gerne ein bisschen mehr sein. Auf jeden Fall gefiel mir der Ausblick ganz und gar nicht, mit einem fiebernden Kind nach Südtirol zu fahren. Also abklären lassen. Dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst sei Dank ist das auch an einem Samstag vormittag kein Problem. Nach kurzer Wartezeit und einem geschulten Blick dann Entwarnung: ja, da kommt was angeflogen, vermutlich aber was Virales. Um die Mandeln sollen wir uns keine Sorgen machen und ja, wir dürfen in den Urlaub fahren.

Noch ist etwas Zeit und eigentlich wollte ich von den unbestimmten Ängsten eines Vaters erzählen, der mit seinem sechsjährigen das erste Mal einen Bikepark besucht. Aber nun bin ich zu nervös… haben wir auch an alles gedacht? Ich meine, wir fahren nach Südtirol… da gibt es doch nichts! Und dann die weite Fahrt durch dunkle Nacht. Sind wir eigentlich noch Mitglied im ADAC???

Den Rest reiche ich nach. Versprochen!