16 Gründe, warum Du diesen Winter ein Sechstagerennen besuchen solltest

16 Gründe, warum Du diesen Winter ein Sechstagerennen besuchen solltest

Das Rumpeln der Holzbahn, wenn das Feld drüberrauscht. Der Jubel des Publikums. Der Gestank der Dernys und Steher-Motorräder. Die bunten Scheinwerfer. Die laute Musik. Die Spannung bei der großen Jagd. Die vielen unterschiedlichen Disziplinen. Der Kampfgeist der Fahrer bis zur letzten Minute.

Sixdays SechstagerennenAls ich mit 16 zum ersten Mal ein Sechstagerennen in der Münchner Olympiahalle erlebte, war ich hin und weg. Die Fahrer so nah, das gesamte Rennen im Überblick, alle paar Runden brandet die Stimmung auf. Wenn es nach mir ginge, sollte jede einzelne Bahn ihr eigenes Sechstagerennen veranstalten und selbst dann hätte ich mich noch nicht satt gesehen.

 

Radrennen und Party – klingt gut, oder?

Umso trauriger ist es, dass Sechstagerennen langsam aber stetig aus den Rennkalendern verschwinden. (Hier gibt es eine Übersicht über die Termine der aktuellen Sixdays Saison.) Waren es früher noch Events, die die Massen mobilisierten – auch wegen der spektakulären Unfälle und der großen Radsporthelden – geben immer mehr Veranstalter auf. Nur bei den Briten scheint der Bahnradsport gerade sein großes Comeback zu erleben. Und ich finde, vollkommen zurecht!

Wenn Du noch nie bei einem Sechstagerennen warst, kann ich Dir nur raten: Geh‘ hin und genieße die Atmosphäre dort! Aus diesen Gründen solltest Du unbedingt einmal Sixdays-Luft schnuppern:

 

1. Wo sonst gibt’s Rennen ganz ohne Bremsen?

Ja, richtig gelesen – ohne Bremsen und ohne Schaltung sind die Athleten hier unterwegs.

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2. Bahnradsport ist spektakulär.

Spektakuläre Stürze gehören leider dazu – glücklicherweise nicht mehr so oft mit dramatischem Ausgang wie zu früheren Zeiten.

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3. Die Sportler kämpfen nicht nur gegen Andere, sondern auch gegen sich selbst.

Und das kann mitunter der härteste Kampf sein.

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4. Hier gibt’s würdige Sieger

Wer hier ganz vorne ist, hat es ganz sicher verdient

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5. Diese Antritte musst Du gesehen haben!

Nicht vergessen – jeder hat nur einen Gang.

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6. Positionskämpfe vom Feinsten

Wer im Windschatten bleibt, maximiert seine Chancen.

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7. Du wolltest schon immer mal wissen, wie das mit dem Windschatten funktioniert?

Sieh‘ zu und lerne: Ansaugen uuuuund vorbeischießen!

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8. Taktik ist alles!

Das richtige Timing ist das halbe Rennen.

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9. Hier kannst Du echten Kampfgeist erleben!

In einigen Disziplinen, wie dem Keirin, werden schonmal die Ellbogen ausgefahren.

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10. Sogar nach dem Rennen darf man nicht aufhören zu treten.

Woanders hört man nach der Ziellinie einfach auf zu treten – ohne Freilauf würde das aber ganz schön weh tun!

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11. Hier kannst Du mit den Ausreißern mitfiebern.

Und die Ausreißversuche kannst Du von Anfang bis Ende miterleben.

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12. Sixdays sind atemberaubend schnell!

Mit bis zu 70 km/h schießen die Athleten um die Bahn.

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13. Hier hast Du immer alles im Blick.

Beim Straßenrennen sind die Profis nach wenigen Sekunden wieder weg – auf der Bahn hast Du das komplette Renngeschehen immer im Blick!

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14. Hier braucht man volle Konzentration.

Fokus ist alles.

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15. Bahnradsport ist geschichtsträchtig.

Schon früher haben Sechstagerennen die Massen begeistert. Aus gutem Grund!

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16. Und die Party solltest Du Dir auch nicht entgehen lassen!

Jeden Abend. Viel Spaß beim Feiern!

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Sechstagerennen – Stoff für Legenden

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#LocalRadrennen – Warum Lizenzrennen mehr Aufmerksamkeit verdienen

#LocalRadrennen – Warum Lizenzrennen mehr Aufmerksamkeit verdienen

Ein leeres Industriegebiet an einem Samstagnachmittag. Rot-weiße Absperrbänder flattern einsam am Straßenrand. Die Straßen sind leer, nur an der Ecke lümmelt ein eingenickter Nachwuchs-Feuerwehrler in seinem Strandstuhl. Von der Ferne blecht eine Lautsprecher-Stimme herüber.

Nach einigen Minuten nähert sich ein Surren, das immer lauter wird. Um die Kurve schießt zunächst ein Duo auf Rennrädern, bunt gekleidet, und verschwindet hinter der nächsten Kurve. Zwanzig Sekunden später nähert sich ein noch lauteres Surren und plötzlich jagt ein Feld von mehr als 50 Radfahrern hinterher, alle mit Startnummer auf dem Rücken. Die Schaltungen krachen, einer flucht, eine Trinkflasche fliegt aus dem Pulk an den Straßenrand. Doch kaum ist die Meute nach wenigen Sekunden verschwunden, ist alles wieder still. Nur das Absperrband flattert einsam vor sich hin und die blecherne Lautsprecherstimme ist hin und wieder zu hören.

 

Hier lernt man, wie Radrennen funktionieren

Na gut, das ist vielleicht ein kleines bisschen übertrieben – aber so ähnlich sieht die Kulisse zahlreicher spannender Lizenz-Radrennen aus, die es jedes Wochenende in ganz Deutschland gibt (Termine gibt es hier). Dort starten Amateurradsportler oder Semiprofis und meist sind mehrere Alters- oder Wertungsklassen am Start. Nur wenige außerhalb des Radsportuniversums wissen, dass es diese Radrennen gibt und noch weniger sehen sich die Rennen auch tatsächlich an. Das ist richtig schade, denn da verpasst Du was! Vielleicht sogar einen späteren Tour de France Sieger…

 

 

Warum Du unbedingt mal ein Lizenzrennen besuchen solltest

  • Deine Radsportbegeisterung wirkt! Je mehr Zuschauer, desto mehr Sponsoren, desto stärkere Vereine, desto mehr Radrennen, desto mehr potentielle spätere deutsche Tour de France Sieger, desto bessere Förderung für den Nachwuchs – na, das lohnt sich doch!

 

  • Vielleicht ist ja ein künftiger Profi dabei und Du kannst später ganz fachmännisch sagen: „Der hat damals bei Rund um den Kirchturm schon alle abgezogen – da hab‘ ich genau gewusst, das wird ein Großer!“

 

  • Wer das ganze Jahr über darauf hinfiebert, spannende Rennen im Fernsehen zu sehen, kann das in echt und live haben – und im besten Fall noch in guter Gesellschaft und mit lauter Gleichgesinnten, mit denen man über Fahrer und Material fachsimpeln kann.

 

  • Inspiration für Dich: Lauter fitte Jungs und Mädels, von denen man sich was abschauen kann – und im Gespräch kann man sich bestimmt noch den ein oder anderen Tipp holen.

 

Ok, nicht bei jedem Kirchturm-Rennen ist ein großer Star dabei – aber die Chance, zumindest bei den jüngeren Altersklassen einen der Stars von morgen dort zu sehen, ist gar nicht so schlecht. Ganz davon abgesehen sind manche Amateurrennen genauso spannend wie die der Profis und hier lernt man vielleicht erst, wie die Radszene, ja wie ein Radrennen funktioniert. Hier kommt man ganz nah ran an die Fahrer/innen, dank oft kurzer Runden kann man den gesamten Rennverlauf verfolgen und nebenbei noch leckere selbstgemachte Kuchen der örtlichen Radsport-Mamas verkosten.

Radrennen in Rosenheim

Radrennen in Rosenheim

 

Radsport beginnt nicht erst bei der Tour de France

Damit überhaupt deutsche Fahrer und Fahrerinnen es schließlich ins Fernsehen zur Tour de France oder zu Olympia schaffen, braucht es ein gutes Nachwuchs- und Amateursystem. Denn die Tour ist das höchste Ziel zumindest der allermeisten Profifahrer, würde ich behaupten – davor ist jedoch viel zu tun. Nicht jeder mag ein Fan des Bundes Deutscher Radfahrer sein, aber richtige Renner lernen das Radrennen-Fahren immer noch in den Rennen der Jugend- und Juniorenklassen, nicht beim Jedermannrennen mit 20.000 Teilnehmern und einer Startgebühr von 100 Euro.

Bei den Lizenzrennen zahlen junge Rennfahrer/innen meist nur einen einstelligen Betrag als Startgebühr, bei der Eliteklasse bleibt die Startgebühr oft auch unter der 15-Euro-Marke. Der Sport ist schließlich teuer genug mit Material und Fahrtkosten. Und wer jedes Wochenende Rennen fahren möchte, für den läppert sich das ohnehin.

Support your #LocalRadrennen: Macht mit!

Ich würde mich freuen, wenn Amateurrennen mehr Aufmerksamkeit bekämen. Das haben sie nämlich verdient! Deshalb rufe ich Euch auf, Euch zu beteiligen und Euer „local Radrennen“ kurz vorzustellen, sei es auf Eurem Blog oder in den sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram!

 

Beschreibt die Strecke, beschreibt Eure Teilnahme, schreibt über die starke U15-Siegerin oder berühmte ehemalige Gewinner, erzählt uns, was gut oder schlecht ist am Rennen, warum Euer Verein am allerbesten Radrennen organisiert, erklärt uns, wo es die beste Bratwurst an der Strecke gibt und welche Kurve am schärfsten angefahren wird – Hauptsache Ihr redet darüber! Gerne unter dem Hashtag #LocalRadrennen

Ich verlinke Eure Beiträge gerne hier auf Ciclista.net – einfach den Link in die Kommentare posten!

Lizenzradrennen in Passau


 


Die nächsten Termine, vielleicht auch in Deiner Nähe?

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Motordoping: Wie effektiv sind die Tests der UCI?

(Der TV-Beitrag ist auf Französisch, englische Untertitel können eingeblendet werden)

Motordoping bei Profi-Radrennen? Ach was, wie soll das denn gehen. Das würde man doch mitbekommen, wäre doch auch laut. Wo sollte denn der Akku hin? Außerdem kontrolliert die UCI doch akribisch vor den Rennen mit diesen schicken Tablets, mit denen am Fahrrad entlang gegangen wird. Oder?

Die Bilanz spricht auf den ersten Blick für diese Theorie: Bislang wurde nur ein einziges Mal ein Motor in einem Fahrrad während eines Radrennens entdeckt. Dem Fall von Femke van den Driessche, einer U23-Cyclocross-Fahrerin, hing etwas sehr Bauernopferhaftes an. Wenn diese Methode zu betrügen bereits hier in dieser Nische angekommen ist, in einem Segment des Sports, in dem vergleichsweise extrem wenig Geld unterwegs ist, wie soll man dann davon ausgehen, dass Motordoping nicht schon im High-End-Bereich bei den Profis angekommen ist?

Zweifel an der UCI-Methode, Motordoping zu entdecken

Ein TV-Beitrag des französischen Senders Stade 2 wirft in dieser Hinsicht unbequeme Fragen auf. Können die Tablets der UCI tatsächlich die neueste Generation von Motoren erkennen, die in Rennrädern verbaut werden können?

Zusammen mit dem Fraunhofer Institut in Saarbrücken und dem ungarischen Fahrradmotorentwickler Istvan Vargas (der sich damit brüstet, bereits zahlreiche Radprofis mit einem Motor ausgestattet zu haben) wird genau das getestet und die Ergebnisse sind verheerend.

Einerseits ist der UCI-Test laut TV-Beitrag unglaublich ungenau, sogar bei der Art von Motoren, die mit dieser Methode entdeckt werden kann (eigentlich nur die „veraltete“ Version im Sattelrohr).

Die UCI scheint gar nicht daran interessiert, die neusten Motoren zu entdecken

Andererseits gibt es inzwischen Technologien, die mit der UCI-Methode gar nicht entdeckt werden können und die von der UCI auch gar nicht getestet werden bei der Funktionsüberprüfung des Tablets. Beispielsweise ein (sehr starker) Motor im hinteren Laufrad oder elektromagnetisches Laufrad können so nicht entdeckt werden.

Die Wissenschaftler kommen zum Ergebnis: Nur richtig billig gemachte Motoren könnten mit der UCI-Methode entdeckt werden. Allerdings kann man so bei Weitem nicht behaupten, man habe effektiv auf Motordoping getestet.

Die UCI hat übrigens heute, einen Tag nach Ausstrahlung der Sendung, reagiert: Es sei lediglich so, dass im TV-Beitrag kein geschultes Personal die Tests durchgeführt habe – die Tests funktionierten dann nämlich zu 100% (!). Aber man röntgt trotzdem hin und wieder. Und manchmal nimmt man auch Wärmeerkennung. Aber 100%, klar?

 


Was sagt Ihr dazu? Glaubt Ihr, im Peloton wird im großen Stil motorgedopt?

 

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Eurobike Show 2017: Alles E-Bike, oder was?

Eurobike Show 2017: Alles E-Bike, oder was?

Eurobike 2017

Einmal im Jahr stehen tausende von Fahrradfans, Medienvertretern und ein großer Teil der Bike Industrie gemeinsam im Stau vor Friedrichshafen. Eurobike, yeah! Doch irgendwann hat auch der längste Stau sein Ende und man erreicht glücklich und nur noch ein bisschen genervt das Messegelände. Dann sieht man sich gefühlt 3 Stände an, trifft in den langen Gängen tausend Bekannte, fährt zwei Räder Probe und schon ist der Tag wieder vorbei. Und man denkt sich: „Moment, aber ich wollte doch noch zu…“

Gerade, wenn man nur einen Tag auf der Eurobike verbringt, ist zumindest das tröstlich: Auch, wenn man zwei Wochen Zeit hätte, würde man immer noch nicht alles gesehen haben.

Netzwerken in der Blogger Base

Eindrücklich für mich waren vor allem die vielen Treffen: Gunnar Fehlau (pressedienst fahrrad, overnighter.de…), Jule (radelmaedchen.de), Bernd (jacominasenkel.de), Claude (cycling.claude.de), Andrea Reidl (busy-streets.de), Anita (bikesisters.net) Alexander (velostrom.de), Jörg (ilovecycling.de) und viele mehr – mich hat es wirklich sehr gefreut, Euch alle mal im „Real Life“ kennenzulernen! Wer also mal geballte Bloggerprominenz live erleben möchte: Auf der Eurobike geht das spitzenmäßig! 🙂

An dieser Stelle auch noch ein großer Dank an Mirjam vom Wriders Club bzw. von der Messe Friedrichshafen – eine sehr angenehme und gemütliche Atmosphäre habt Ihr da in der Blogger Base geschaffen, vielen Dank dafür!

 

Jule Radelmädchen

Mit Jule von radelmaedchen.de

Was gab es zu sehen auf der Eurobike 2017?

Mit den meisten war ich mir einig: Im Rennradbereich gab es wenig wirklich Neues zu sehen. Das heißt nicht, dass nicht trotzdem viele interessante Produkte ausgestellt waren, aber die Innovationen konzentrierten sich eindeutig auf den E-Bike-Bereich. Wer jetzt empört die Nase rümpft – probiert ein E-Bike aus (macht Spaß!) und führt Euch die Bandbreite in diesem Bereich vor Augen:

E-Bike heißt nicht nur Rentnerrad – das heißt auch Pendler- und City-Verkehrsmittel, Downhillbike mit integriertem Lift, Unterstützung bei schweren Gütern auf dem Lastenrad, erster Fahrrad-Berührungspunkt für Antisportler, Bike für gehandicapte Menschen…

Nichtsdestotrotz ist für mich natürlich erst einmal der sportliche Bereich ohne Akku spannend. Uns kam es übrigens irgendwie vor, als ob jeder zweite Hersteller mit Chris Froome wirbt 😛 Tja, Erfolg hat eben viele Komponenten.

Ein kleiner Überblick über meine Eurobike-Highlights:

Abus

Neues für den Kopf: Der Aerohelm Abus Gamechanger wurde zusammen mit dem Team Movistar entwickelt und soll bei jeder Kopfstellung optimale Aerodynamik bieten bei guter Belüftung (für einen Aerohelm).

Den Faltschloss-Klassiker Abus Bordo gibt es jetzt mit einem spannenden neuen Feature: einem akustischen Alarm. Sobald das Bordo 6000A registriert, dass an ihm (ernsthaft) rumgefummelt wird, geht ein 15-sekündiger Alarm los mit ca. 100dB.

Bianchi

Bei Bianchi sind mir zwei Produkte besonders im Gedächtnis geblieben. Eins davon ist das Bianchi Specialissima im „Mercatone Uno“-Farbdesign, das Marco Pantani gewidmet ist – schließlich hat er 1998 Giro und Tour gewonnen, 2018 jährt sich der italienische Triumph (mit leider bitterem Beigeschmack) zum 20. Mal. Kostenpunkt der limitierten Version: 4699 Euro.

Bianchi Specialissima Marco Pantani

Bianchi Specialissima Marco Pantani

Das andere Produkt ist das Bianchi SF01, das in Zusammenarbeit mit dem Autohersteller Ferrari entstand. Natürlich darf hier das charakteristische Ferrari-Rot nicht fehlen, das Projekt ist eine Prestigesache. Bianchi will sich positionieren, und zwar ganz weit oben im Luxussegment. Für den Luxushobel muss man entsprechend tief ins Portemonnaie greifen, 15 000 Euro stehen auf dem Preisschild. Viel Spaß beim Shoppen 😉

HP Velotechnik

Für mich sehr spannend, weil erst einmal so gar nicht mein Bereich, war der Besuch bei HP Velotechnik und deren Liegerädern. Schnell wird klar: Da steckt richtig viel Herzblut drin und es macht richtig Spaß, die einzelnen technischen Details zu entdecken, zum Beispiel den neuen Blinker. Von sportlich über praktisch faltbar bis Bikepacking ist hier alles dabei. Ich würd mich auf jeden Fall freuen, mal ein Liegerad im Alltag zu testen.

Liegerad von HP Velotechnik mit Licht und Blinker

Alpina

Alpina steht für bewährtes Fahrradzubehör im Bereich Helme und Brillen – und da wird man auch in der nächsten Saison nicht enttäuscht. Für Damen gibt es den neuen Helm Fedaia, sehr leicht und dennoch robust, top belüftet, aus drei unterschiedlichen Komponenten zusammengesetzt und auch das Design kann sich sehen lassen.

Alpina Fedaia Eurobike 2017

Helm für Damen: Der Alpina Fedaia

Auch bei den Brillen gibt es Updates: die Twist-Serie wurde neu aufgelegt und ist mit Rahmen, ohne Rahmen und mit halbem Rahmen zu haben, sowohl für breite als auch für schlanke Köpfe. Da wird auf jeden Fall fündig, wer auf der Suche nach einer neuen Fahrrad- oder Lifestyle-Brille ist.

Haibike

Na gut, ein bisschen linsen wir doch noch in den E-Bike-Bereich. Bei Haibike nämlich, die bei den sportlichen Pedelecs in die Vollen gehen. Hier ist nix mit Akku unauffällig verstecken, vielmehr schreien diese Bikes mit jedem Designelement „SCHAU! MICH! AN!“. Nichtsdestotrotz ist der Akku stimmig verbaut an den wuchtigen Bikes. Das sieht sowohl Uphill als auch Downhill nach richtig Spaß aus.

E-MTB von Haibike

Bioracer

Bioracer ist so ein bisschen der „hidden champion“ unter den Bekleidungsmarken. Als Ausstatter der deutschen Rad-Nationalmannschaft, einiger Profiteams und Anbieter von Custom-Radbekleidung kennt man die Marke durchaus, aber dass hier richtig innovativ entwickelt wird, das habe ich unterschätzt.

Besonders stolz sind die Belgier auf eine Technologie, die für Tony Martins WM-Zeitfahren in Doha entwickelt wurde: Der Hightech-Stoff speichert Feuchtigkeit und kühlt so stetig, perfekt bei heißen Temperaturen.

Nicht ganz neu, aber interessant für uns Damen: Die Fahrrad-Trägerhose mit Reißverschluss hinten – so sollen spontane Pinkelstopps in der Wildnis während langer Radtouren auch für Frauen problemloser werden. Spannende Sache, die sich auszuprobieren lohnt.

Bioracer Radhose Damen Eurobike 2017

Damen-Radhose von Bioracer mit Reißverschluss am Rücken

Garmin Edge 1030

Garmin und Wahoo

Garmin stellte den neuen Edge 1030 vor, das neue Topmodell im Bereich Radcomputer – bessere Navigation, bessere Akkulaufzeit, bessere Konnektivität als der Edge 1000. Der Spaß kostet allerdings auch 50 Euro mehr: 599 Euro werden für den Edge 1030 aufgerufeon. Einen ganz anderen Weg geht da Konkurrent Wahoo, der mit dem ELMNT Mini eine sehr abgespeckte Radcomputer-Version präsentierte für gerade einmal 90 Euro.

Neu ist bei Garmin auch das Wattmesssystem Vector 3 – leichter, genauer und besser mit anderen Geräten verknüpfbar als der Vorgänger. Gemessen wird im Pedal und das System kostet 999 Euro. Für Einsteiger gibt es Vector 3s – dabei wird einseitig gemessen für 599 Euro.

Garmin Vector 3

Garmin Vector 3

Eindrücke von den Probefahrten

Shimano Di2: Der Automatik-Knopf am Lenkerstopfen könnte besser bedienbar sein.

Im Demobereich locken so viele unterschiedliche Fahrradmarken und Fahrradtypen, mit und ohne Akku, Rennrad, Lasten- und Liegerad, Mountainbike, Citybike… Leider reicht die Zeit nicht, alles durchzutesten. Aber ein paar Probefahrten haben wir uns doch gegönnt.

Endlich bin ich mal ein Rennrad mit aktueller Shimano Ultegra Di2, also elektronischer Schaltung probegefahren. Schick daran war es vor allem, unterschiedliche Automatikmodi auswählen zu können – im höchsten Automatikmodus bedeutet das Folgendes: Wenn ich auf ein anderes Ritzel schalte, wird geprüft, ob es auch Sinn macht, das Kettenblatt zu wechseln, damit die Kettenführung optimal bleibt. Falls ja, wird das automatisch angepasst. Sehr angenehm und unaufdringlich. Nur der Knopf für das Einstellen des Automatikmodus am Lenkerstopfen ist recht schlecht zu bedienen.

Shimano Ultegra Di2 2017 Eurobike

Shimano Ultegra Di2 2017

Außerdem wollte ich unbedingt mal ein Lastenrad fahren – und wie der nette Herr von Douze Bikes sagte: Es ist anfangs wie der Umstieg von Auto auf LKW. Sehr wackelig machte ich mich also mit dem E-Lastenrad auf den Weg. Nach kurzer Zeit wurde ich mutiger und zirkelte um die Demo-Stände. Wendiger als gedacht, coole Sache!

Der beste Mann der Welt war schon bei HP Velotechnik ganz fasziniert von den Liegerädern und probierte dann gleich mal eins bei Hase Bikes aus, ausgestattet mit einem Shimano Steps Antrieb. Hinten zwei Räder und vorne eins, so kann man auch erst einmal nicht umkippen. Die Motorunterstützung war heftig, aber etwas verzögert, was bergauf zu Problemchen mit dem doch recht schweren Bike führen kann. Des Mannes Fazit: Bequem und perfekt zum Pendeln!

Liegerad Hase Bikes Eurobike 2017

Liegerad von Hase Bikes

 

Zu guter Letzt nahmen wir noch den Continental Riemenantrieb mit stufenlosem Automatikgetriebe (und mit E-Antrieb) unter die Lupe. Das Getriebe schaltet automatisch, damit man bei jeder Geschwindigkeit dieselbe Trittfrequenz beibehalten kann, alternativ können die Gänge auch manuell gewählt werden. Der Unterschied zwischen Riemen und Kette war auf der kurzen Testfahrt nicht erkennbar.

Continental Riemenantrieb: Contidrive mit Automatikgetriebe

Eurobike 2018 ohne Publikumstag

Ein voller Tag, nach dem man sich gar nicht alles merken kann, was einem vorgestellt wurde. Aber die Eurobike war auch dieses Jahr ein tolles Erlebnis, perfekt zum Netzwerken und ein spannender Einblick in die aktuellen Trends der Fahrradindustrie.

Nächstes Jahr gibt es einige Änderungen in Friedrichshafen: Die Messe soll bereits im Juli stattfinden (Radhändler werden stöhnen, dass der Modellwechsel jetzt NOCH früher droht) und ist ohne Publikumstag geplant, der bisher immer den Abschluss der Eurobike darstellte. Ganz klar, die Eurobike ist zuallererst eine Fachbesuchermesse, aber wo sonst können Radfreunde eine so erschlagende Auswahl aller Facetten des Fahrrads erleben? Sehr schade!

Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß an meinem Rundgang auf der Eurobike! Wart Ihr dort? Was hat Euch am besten gefallen? Ich freue mich auf Eure Kommentare!