Pakete per Lastenrad

Pakete per Lastenrad

An der Ampel am Neckartor habe ich zufällig dieses Lastenrad von PaketPing fotografiert und mal nachgeschaut, wer das ist.

Es ist ein Stuttgarter Lieferdienst, der mit Lastenrädern ausliefert, obgleich er auf seiner Internetseite gar nicht besonders damit wirbt. Er wirbt damit, dass man sich die Pakete dann zustellen lassen kann, wenn man auch zuhause ist.

ADFC sucht Helfer/innen für die Radsternfahrt

ADFC sucht Helfer/innen für die Radsternfahrt

 Radaktionstag 2014

Am 20. und 21. Mai finden in Stuttgart wieder die Fahrradaktionstage statt. Am Sonntag gibt es diesmal auch wieder die beliebte Radsternfahrt. 

Der ADFC sucht für diesen Tag noch dringend Helfer/innen. Hier der Text, der an mich ging:

„Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Vorbereitungen für die diesjährige RadSternfahrt am 21. Mai läuft auf Hochtouren. Eine solche Großveranstaltung, bei der wir ca. 4.000 bis 5.000 Radfahrer mobilisieren möchten, benötigt viele helfende Hände.

Gesucht werden:

OrdnerInnen für die Hinfahrt nach Stuttgart. Ordner müssen volljährig sein. Für alle Ordner wird es Anfang Mai eine Schulung geben, bei der wir die genauen Aufgaben und Rechte der Ordner erläutern. Alle Ordner erhalten ein T-Shirt oder eine Weste, die sie als Ordner ausweist.
Tourenleiter für die Rückfahrt.
Wer sich als Tourenleiter meldet, kann selbständig eine Radtour zurück an Ihren ursprünglichen Ausgangspunkt anbieten. Der- oder diejenige legt Startort und -zeit, sowie eventuell Zustiegsmöglichkeiten selbständig fest.

Die derzeit aktuellen Startpunkte mit Startzeiten sowie alle wichtigen Informationen zur Radsternfahrt generell findest Du unter: https://www.adfc-bw.de/radsternfahrt-bw/
Bitte trage Dich schnellstmöglichst in unser Anmeldeformular ein, welches Du hier findest: https://www.adfc-bw.de/radsternfahrt-bw/mithelfen/

Im Voraus herzlichen Dank für Eure Unterstützung und Eure aktive Mithilfe!
Mit freundlichen Grüßen
Euer RadSternfahrt-Team

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club
Landesgeschäftsstelle Baden-Württemberg
Reinsburgstr. 97, 70197 Stuttgart
Tel.: 0711 / 628 999 Fax: 0711 / 615 77 37
E-Mail: melanie [dot] hinzel [at] adfc-bw [dot] de

Internet: www.adfc-bw.de
Grüne Welle ist ein Mythos aus dem vorigen Jahrhundert

Grüne Welle ist ein Mythos aus dem vorigen Jahrhundert

Alle wollen eine Grüne Welle – Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger – auf ihrer Strecke. Die meisten haben ihre festen Strecken und verstehen nicht, dass sie da nicht rollen dürfen. Wäre doch auch viel besser für die Umwelt, wenn sie rollen.  

Aber Grüne Welle für eine Straße bedeutet immer, dass alle anderen länger und öfter an roten Ampeln stehen, beispielsweise alle, die von Seitenstraßen kommen, die ebenfalls Hauptverkehrswege sein können. Auch Fußgänger und Radfahrer. Ein Straßen- und Ampelnetz ist ein höchst komplexes System. Fahren die einen, stehen die andern. Und die andern schimpfen dann, dass man ihnen keine Grüne Welle  gibt. Wäre doch so viel besser für die Umwelt.

Wobei so mancher Autofahrer gar nicht merkt, dass er auf einer Straße mit grüner Welle fährt, weil er (oder sie) nämlich viel zu schnell fährt.
Wer an jeder Ampel  mit knapp unter 60 km/h  zur nächsten Ampel durchstartet, muss an dieser Ampel wieder bremsen und glaubt, er habe immer nur Rot. Dabei ist er einfach zu schnell für die Grüne Welle. Auch solche Irrtümer kommen häufig vor, vor allem bei Leuten, die zu spät dran sind und es eilig haben. Die stehen mehr. (Wer es eilig hat, muss langsam gehen; chinesisches Sprichwort.)

Neckarstraße, Fußgängerampeln 

Und nun ist ja auch die große Frage, wer in einer Innenstadt, beispielsweise Stuttgart überhaupt eine Grüne Welle bekommen sollte. Fußgänger haben den gleichen Anspruch, nicht ständig an Straßenrändern und auf Verkehrsinseln herumzustehen, während der Autoverkehr an ihnen vorbei braust. Fußgängerampeln haben oft sehr lange Rot. Und Fußgänger verursachen gar keinen Feinstaub, deren Fortbewegung müsste man also heftig fördern.

Radfahrende hätten auch gern eine Grüne Welle. Doch die ist (wie man beispielsweise in der Neckarstraße ab Hackstraße stadteinwärts an den drei hintereinander geschalteten Fußgängerampeln gut sehen kann, auf eine unterste Geschwindigkeit von ca. 28 km/h ausgelegt. So schnell muss ein Radler mindestens sein, um nicht an der letzten Fußgängerampel bei Rot ausgebremst zu werden, während die Autos munter durchrutschen.

In Stuttgart sind ungefähr 70 von 300 Ampeln auf grüne Welle geschaltet, erinnere ich mich, gehört zu haben (bitten nagelt mich darauf nicht fest). Aber nur für Autos. Die Grüne Welle wird gern als Argument für Feinstaub- und Stickoxidvermeidung benutzt. Der Verkehr müsse rollen, Autos dürften nicht bremsen und starten. Das sei ganz verheerend. Stimmt auch. Aber ganz verheerend ist halt auch unser Fahrstil. Auf der Cannstatter Straße verlangsamt niemand die Fahrt, wenn ob auf der Anzeigetafel „Grün bei 30 km/h erscheint. Alle fahren gerade so weiter und bremsen sich an der Ampel in Reihe.

Und es ist auch ein Mythos, dass nur der rollende Verkehr gegen Feinstaub und Stickoxide helfe. Denn erstes wirbelt der rollende Verkehr den Feinstaub erst richtig auf und brummende Motoren stoßen viel Stickoxide aus. Zweigens erzeugt der rollende Verkehr noch mehr Verkehr, weil alle glauben, in Stuttgart rollt es ja, man fahre da überhaupt besser mit dem Auto als mit was anderem. Und dann hat sich auch gezeigt, dass der stehende Verkehr am wenigsten Feinstaub und Sitckoxide erzeugt. Nämlich als am ersten Feinsgtaubtag im Winter der Verkehr für zwei Stunden wegen einer Demonstration am Neckartor stand.  Da sanken sofort die Feinstaubwerte unter die kritische Marke und blieben so für diese zwei Stunden. Das heißt: Ein stehender Autoverkehr (oder ein sehr langsamer mit Stop and Go) ist immer noch besser für die Luft in der Stadt als ein rollender.

Und es wäre richtig gut für die Stadt, wenn man den Radverkehr durch grüne Wellen, eine durchgängige Radinfrastruktur, kurze Stehzeiten an Querungsampeln und Rad-Linksabbiegespuren über große Plätze (Charlottenplatz) fördern würde. Denn das würde mehr Menschen aufs Rad locken, die das Primat des Autos auf unseren Straßen derzeit noch ziemlich abschreckend finden. Das wäre eine vergleichsweise billige und menschenfreundliche Maßnahme zur Minderung der Luftverschmutzung in unserer Stadt. Viele Radfahrer entlasten nicht nur die Stadt vom Autoverkehr, sie entlasten auch die morgens überfüllten Stadthahnen. Und Baumaßnahmen für Radfahrende kosten fast gar nichts verglichen mit dem übrigens Verkehr für große Fahrzeuge.

Die Grüne Welle für Autos ist ein Mythos aus dem vorigen Jahrhundert. Stuttgart braucht eine Grüne Welle für Fußgänger/innen und Radfahrende.

Radverbindung Möhringen – Leinfelden-Echteringen

Radverbindung Möhringen – Leinfelden-Echteringen

Zwischen Möhringen und Leinfelden-Echterdingen gibt es eine eigentlich ziemlich gute Radverbindung. 

Dieser Weg wird von vielen Radfahrenden benutzt, unter der Woche hauptsächlich Pendlern.

Von Möhringen kommend findet man den Weg in der Verlängerung der Hechinger Staße am Möhringer Freibad. Am Freibad und ab Freibad geht es immer geradeaus erst einmal schön über einen breiten so gut wie autofreien Weg parallel zur Stadtbahnlinie . Sehr schön. Wenn auch nicht als Weg für einsame Radlerinnen in dunkler Nacht geeignet. Es sei denn, man hat nie Angst.

Wo die Stadthahn den Weg quert, gibt es eine Ampel für alle, Autos und Fußgänger (natürlich nicht für Radler, aber die achten auf die Autoampel). Dann überqueren wir die Autobahn auf einer Brücke und gelangen zur Haltestelle Leinfelden Frank.

Das Foto zeigt den Blick zurück Richtung Möhringen.

An der Haltestelle Leinfelden Frank stehen Schilder (auch sehr schön), die uns den Weg geradeaus nach Neuhausen und Echterdingen weisen und rechts nach Musberg und Leinfelden.

Allerdings verkümmert geradeaus der Weg für Radfahrende zu einem geschotterten Pfad. An der Einmündung stehen keinerlei Schilder, die zeigen würden, wer hier eigentlich fahren darf. (Für Autos ist er zum Glück zu schmal.) Wir stürzen uns die Rampe runter und bremsen hinter der Fußgängerin. In finsterer Nacht eher nicht der Weg der Wahl.

Da könnten wir es rechts durch städtischweres Gebiet versuchen. Fahren wir rechts, weil wir vielleicht nach Musberg wollen, dann kommen wir an diesen Kreisverkehr (Foto rechts unten in der Collage). Und wo jetzt lang? Kein Schild. Die Pfadfinderei bleibt wieder einmal unserer Ortskenntnis überlassen. Man muss einmal um  den Kreisverkehr herum und in die Stuttgarter Straße einbiegen, dann landet man irgendwann in Musberg, wenn man sich auskennt. Falls man nach Obereichen wollen würde, nimmt man die Möhringer Straße (sie Karte). Gut ist anders.

Unter meinen Blogleser/innen gibt es vermutlich welche, die hier oft unterwegs sind und die Schwächen und Stärken dieser Verbindungsstrecke und ihrer Fortführungen in Leinfelden und Echterdingen viel besser kennen als ich. Ich nehme gerne Kommentare entgegen.

So, so, die Hofener Straße gehört sommers den Radlern?

So, so, die Hofener Straße gehört sommers den Radlern?

Die Stuttgarter Zeitung sperrt mal flugs die Hofener Straße im Sommer für den Autoverkehr.

Im gestrigen Artikel über Radwege heißt es: „Beschlossen ist auch, dass die Hofener Straße am Neckar entlang in diesem und auch im Jahr 2018 zwischen dem 1. Mai und Ende Oktober für den motorisierten Verkehr gesperrt wird, die Radler damit ungestört am Fluss entlang fahren können.“

Interessantes Projekt, das die Zeitung da als beschlossen ausruft, denn beschlossen ist nur ein Kompromiss, der vorsieht, an Sonn- und Feiertagen die Hofener Straße für den Autoverkehr zu sperren. Übrigens nicht unbedingt, damit Radfahrende sich dort ungestört bewegen können, sondern damit die Fußgänger, die bei schönem Wetter massenhaft den Uferweg entlang wandern, nicht von ebenfalls massenhafte dort radelnden Ausflüglern gestört, bedrängt oder gar weggeklingelt werden. Also zum Schutz von Fußgängern mit Kinderwagen und Kindern.

Es dient nämlich immer dem Schutz von Fußgängern, wenn Radfahrende auf Fahrbahnen gelenkt werden. Nun könnten auf der Hofener Straße Radler auch einfach immer auf der Fahrbahn fahren, denn der Gehweg ist kein Radweg, sondern nur für Radler freigegeben. Doch dazu fehlt den meisten der Mut. Schon an den vergangenen schönen Wochenenden war zu beobachten, dass auch einige Radler den Fußgängerströmen auf dem Gehweg auf die Fahrbahn auswichen. Das führt zu kritischen Situationen, denn leider fühlen sich einige Autofahrer/innen genötigt, die langsameren Radler unbedingt zu überholen. Knapp wird es, wenn ein Auto entgegenkommt und der Überholweg eigentlich nicht reicht. Dann kommen die Radler in Bedrängnis. Einige Autofahrer machen hier Radfahrern erheblichen Stress. Manche Autofahrer hupen Radler sogar an. Einer vom städtischen Ordnungsdienst hat sogar einmal zwei Radler der Naturfreunde angehalten und lautstark behauptet, sie müssten auf dem Gehweg radeln, weil dies ein Radweg sei.

Die Radfahrenden sind von der Hofener Straße nicht wegzudenken, man kann sie auch nicht weg argumentieren, sie sind da. Unter der Woche ist dies ein wichtiger Pendlerweg und am Wochenende ist sie von Ausflüglern auf Rädern dicht bevölkert. Sie machen Radtouren am Neckar entlang zum May-Eyth-See und weiter. Es sind Familienausflüge. Und da es keinen guten Übergang zum und vom Radweg auf der anderen Neckarsseite durch Münster gibt (der endet an der Aubrücke und beginnt an der Wilhelmsbrücke, davor und danach kann nur auf der Fahrbahn geradelt werden), und eine Ausschilderung zudem fehlt, radeln die allermeisten Ausflügler eben auf dem Neckardamm und die Hofener Straße entlang. Das ist nicht verboten. Der Neckardamm gilt vielen als Radweg (obgleich er es nicht ist, sondern nur freigegeben). Es ist auch der einzige ausflugtaugliche Weg, wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Es gab aus dem Stadtteil Münster heftige Gegenwehr gegen eine Wochenendsperrung der Hofener Straße für Autos, sodass der Gemeinderat sich nach Anhörung der Beschwerden vor zwei Jahren auf den Kompromiss geeinigt hat, die Hofener Straße nur an den Sonntagen zwischen 1. Mai und 3. Oktober für den Autoverkehr zu sperren, damit die Radler die Fahrbahn nehmen und die Fußgänger ungestört flanieren können. Doch selbst dann trauen sich etliche Radler immer noch nicht auf die Fahrbahn. Sie sehen auch die Schilder nicht, die ihnen an diesen Sonntagen das Radeln auf dem Gehweg verbieten. Dass man auf Straßen Fahrrad fährt, können viele Stuttgarter/innen sich einfach nicht vorstellen.

Dass die Stuttgarter Zeitung nun die Hofener Straße gleich für den Sommer (an allen Wochentagen) gesperrt hat, ist wohl ein Irrtum. Aber mir würde es gefallen. Vielleicht gäbe es aber auch mal einen anderen Kompromiss zum Schutz der Fußgänger: den Mittelstreifen wegnehmen, Radstreifen auf die Hofener Straße malen oder wenigsten Radpiktogramme, die allen zeigen, hier dürfen/sollten Räder fahren.

Es sind ja auch sehr viele, die unter der Woche mit dem Auto fahren, die am Wochenende zu Radfahrenden werden und sich so fühlen, wie Radfahrer sich oft fühlen: von Autos bedrängt, auf den Gehweg gescheucht, auf dem Gehweg von Fußgängern ausgebremst. Ein Rad fahrender Autofahrer wünscht sich hier dann vielleicht auch mal eine Lösung, die ihm als Radfahrer mehr Luft und Schutz vor drängeligen Autofahrern verschafft. Als Autofahrer lehnen sie eine Sperrung der Hofener Straße ab, als Radfahrende oder zu Fuß gehende wünschen sie es sich.

Was für ein Politikum die Stuttgarter Zeitung mit dieser Falschbehauptung angeschnitten hat, zeigt die Diskussion auf Facebook, die wieder einmal ganz generell über die Sonntagssperrung streitet.