Du merkst, es ist kalt. Doch wir sind noch da!

Du merkst, es ist kalt. Doch wir sind noch da!

Kennt Ihr den Gruß an den Präsidenten? Hat Konjunktur in dieser Jahreszeit.

Wer schon ein paar Jahre mit dem S-Pedelec unterwegs ist, kann schon am Geräusch der von hinten heranrollenden Gefährte erahnen, wie er überholt wird. Da gibt es zum Beispiel die Anhänger des digitalen Fahrstils: kommen mit hoher Geschwindigkeit an ( 1 ) , Bremsen ( 0 ), schalten zurück in den 2. Gang, fahren mit ca. 1 m Abstand schräg hinter Dir auf ( 0 ), geben Gas ( 1 ),  und überholen mit max. 50 cm Seitenabstand. Kurioserweise sind sie etwa 20 m vor Dir immer noch auf der Gegenfahrbahn. Einen anderen Bogen fahren die Flow-Rider: die Rollgeräusche ändern sich trotz Gegenverkehr, einer Kuppe oder Kurve nicht. Geh´dann davon aus, dass sie mit max. 50 cm Seitenabstand 1 m vor Dir wieder einschehren.  So weit, so normal, kein Grund für erhöhten Blutdruck.

Doch vorgestern morgen war es mal wieder Zeit für einen Präsidentengruß:

greeting the president - Ricardo Cruz at Twitter

hat mich doch glatt eine Autofahrerin mit gleichmäßiger Geschwindigkeit langsam ( 2. oder 3. Gang ) mit maximal einer Handbreit Abstand zu meinem Rückspiegel überholt. Und ein paar Kilometer weiter das gleiche Spiel. Diesmal ein Anzugträger im Dienstwagen.

Das Hasskäppchen klang irgendwann wieder ab und ich kam zur der Überzeugung, dass das eher Dussligkeit als Absicht war. Offensichtlich passen Zweiradtreiber jeder Art nicht mehr in das Weltbild des normalen Autofahrers/ der normalen Autofahrerin ab dem Moment, in dem sie das erste Mal Eis kratzen müssen. Wo bleibt er denn, der 7.Sinn, ich habe folgenden Text mit dieser unnachahmlich eindringlichen Stimme im Ohr:

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„In der dunklen Jahreszeit ist mit Kälte und Frost zu rechnen. Stehen Sie daher 10 Minuten früher auf und überprüfen Sie die Umgebungstemperatur auf Kälte und Ihr Fahrzeug auf vereiste Scheiben. Sollten Sie vereiste Scheiben vorfinden, nehmen Sie Ihren Eiskratzer zur Hand und befreien Sie alle Scheiben vom Eis. Vor dem Losfahren stellen Sie bitte das Gebläse Ihres Autos auf Maximum und richten Sie den Luftstrom auf die Frontscheibe Ihres Autos. Richten Sie Ihren Blick trotz des Luftstromes auf der Frontscheibe Ihres Auto regelmäßig nach rechts oder links vorne. Ein kalter Nacken muss nicht zwangsläufig zur Verhinderung eines Schulterblicks führen. Halten Sie sich fit und nutzen Sie einen Schal. Trinken Sie Ihren TOGO – Kaffee nicht während der Fahrt. Die warmen Dämpfe können zum Beschlagen der Frontscheibe führen.

Dann haben Sie eine Chance, diese Verkehrsteilnehmer auch als solche wahrzunehmen:

Leuchtturm

Denn auch diese Verkehrsteilnehmer gehören jetzt auf die Straße. Die Gerüchte, dass diese bei Kälte von selbst verschwinden, entbehren jeder Grundlage.“

 


Blogwahlen

Blogwahlen

Mal wieder auf eine Rezension eines gedungenen Schreiberlings hereingefallen und das neueste Buch von Dan Brown gelesen. In den letzten drei Nächten habe ich dann von Tom Hanks geträumt. DAS IST NICHT SCHÖN!

Gegen die Danbrownisierung der Welt und das mammongetriebene Hypen darüber helfen Blogs. Übertragen auf die pedalgesteuerte Zweiradbranche die Blogs im Wridersclub. Wir Blogger sind mal kritisch, mal begeistert und garantiert immer subjektiv. Wenn hier jemand eine Jubelarie zum Besten gibt, dann, weil sie oder er das Produkt für sich richtig gut findet. Und wenn das Produkt „gesponsort“ ist, darf es laut Codex des Wridersclubs trotzdem schlecht sein.

Ob für Rad, Zubehör, Kleidung, ein Gadget oder Reisen, Blogs sind für mich die erste Informationsquelle. Blogs halten mich viel besser auf dem Laufenden als Zeitschriften. Sei es durch die Frequenz der Veröffentlichungen oder eine Subjektivität, die sich nicht als Fachartikel tarnen muss. Und mit ein bisschen Erfahrung lassen sich auch außerhalb des Wriderclubs bezahlte Jubler und Trolle herauslesen.

Deshalb geht wählen:

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Hier bis zum 28.11.2017 abstimmen

Deshalb finde ich die Wahl zum Blog des Jahres eine wunderbare Idee. Wählt Euren Favoriten und stärkt die Szene!

 


Im kalten Herbst im Pfälzer Wald – man muss es schon sehr wollen

Im kalten Herbst im Pfälzer Wald – man muss es schon sehr wollen

Ein paar Tage frei, aber die Wetter-App korrigierte die Temperaturen jeden Tag um ein paar Grad nach unten, je näher diese rückten. Und Xavier sollte auch noch kommen und Regen mitbringen. Nur im Südwesten sollte das Wetter einigermaßen gut bleiben. Als fernes Ziel hatte ich Freiburg gewählt, der Weg sollte durch den Pfälzer Wald und die Nordvogesen gehen. Xavier jedoch machte mir einen Strich durch die Rechnung. Kaum am Rhein angekommen, blies mir ein starker Wind entgegen.

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Durch den Gegenwind schmolz die Reichweite nur so dahin, es war landschaftlich auch nicht schön genug, um langsam zu fahren. War das schon der Klimawandel?

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85 Kilometer später hatte ich genug Ohrensausen vom Wind, ich wollte nur noch Obdach finden. Im Klosterhof in Fischbach gab es ein Bett, das beste hausgemachte Griebenschmalz der Welt und ein phantastisches Steak aus eigener Metzgerei. Es war der  Pfälzer Himmel auf Erden.

Zum ekligen Wind kamen am nächsten Tag noch ein paar Schauer hinzu. Das motorisierte Zweiradvolk trifft sich für gewöhnlich bei Jannis am Johanneskreuz, heute waren sie eher unterrepräsentiert. Angst vor Xavier?

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Der Pfälzer Wald gilt als eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. Leider tragen sowohl die Radwegebeschilderung als auch die Routenplanung mit dem Radroutenplaner Rheinland-Pfalz diesem Umstand Rechnung, beides führte ab und zu ins Nichts.

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Mich mit diesem Nichts abfinden, habe ich denn auch gleich mitsamt Bike den vorderen Winscherkopf erklommen. Über den Wegweiser dorthin bin ich regelrecht gestolpert. Trotz Nyon hatte ich nur eine vage Vorstellung, wo ich war.

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Pfitscherjoch reloaded. Wann lernen die bei Bosch endlich mal, dass sich die Pedale bei der Schiebehilfe nicht mitdrehen sollten.

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Und wenn ich dann schon mal am Meckern bin: auch diese Kuhle ist nicht schön, Windelgefühl durch Sitzpolster garantiert.

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Und wann zum Teufel gibt es endlich Schutzbleche, die diesen Namen verdienen:

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So, Luft holen, genug gemeckert: obwohl es sich so langsam einregnete und immer kühler wurde: es war wunderschön. Ich hatte den ganzen Pfälzer Wald für mich alleine. Bis auf dieses Kerlchen hier. Ich weiß im Nachhinein immer noch nicht, ob das mutig oder verfressen war.

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Irgendwann hat auch der schönste Weg ein Ende, im wahrsten Sinne des Wortes. Zumal „MEIN TAL“ versperrt war. Zeit eine Unterkunft zu finden.

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Der Forellenhof bei Familie Arendth in Fischbach bei Dahn ist mein Geheimtipp. Frau Arenth ließ mich gerne hinein, auch wenn ich einige Pfützen im Flur hinterliess.

Nach einer ruhigen Nacht und ausgiebigem Frühstück rollte ich nach Frankreich hinein. Direkt hinter der Grenze fiel mir dieses wunderbare Schild direkt ins Auge:

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Ja ja, die Franzosen also. Bei uns könnte man dieses Schild alle 100 Meter aufstellen. Ob sich die Franzosen daran halten, konnte ich nicht testen. Auf 10 km kam kein einziges Auto. Ich musste im Paradies gelandet sein. Sogar das Wetter wurde relativ gesehen besser, so dass ich mein neuestes Spielzeug ausprobieren konnte. Die Burg Fleckenstein sollte das geeignete Objekt dazu sein.

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Welches Spielzeug ist es? Nachdem ich mich entschieden habe, welchen dieser Wege ich denn nehmen solle….

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…. kam ich an dieses schöne Fleckchen Erde:

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Mit Selfie 🙂 .

Nach Freiburg kam ich nicht mehr, doch Wissembourg war mehr als ein Ersatz dafür. Elsaß at it´s best.

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Habe ich schon erwähnt, dass ich meine lange Hose vergessen hatte? Als ich in Wissembourg ankam, rissen die Wolken auf und die Sonne wärmte meine kalten Glieder. Ich wollte von dort nicht mehr weg. Doch der Regen kam wie das Amen in der Kirche. Die letzten Kilometer führten mich die Weinstraße entlang zum Bahnhof Landau am Ende des Regenbogens.

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Es war eine tolle Tour. Mir macht Kälte nichts aus, schließlich fahre ich den Winter durch. Aber Regen und Wind stehen nicht oben auf meiner Favoritenliste. Umso mehr musste ich es wirklich wollen, den Pfälzer Wald zu durchqueren. Ich wurde mit toller Landschaft und dem Gefühl, als sei ich in den Weiten Kanadas belohnt. Das Abenteuer liegt vor der Haustür. Fahrt einfach mal los……….


Glückliches Zürich: S-Pedelec Sharing

Glückliches Zürich: S-Pedelec Sharing

Oh Du glückliches Zürich, tu felix Helvetia, das Paradies – es gibt ein S-Pedelec Sharing! Es heisst „Smide“ , eine Mischung aus Smile und Ride.

Zürich, die Hauptstadt des Geldes. Sogar für Schweizer Verhältnisse recht teuer. Nur, damit Ihr eine Ahnung bekommt: eine Pizza bekommt man in einem Restaurant ab 20 Fränkli, ein Weizen für deren 9. Und natürlich bekommt man dort im eBike Verleih nicht irgendein billiges Chinateil, sondern einen Stromer ST2. Ich nehme an, Ihr kennt den Kurs, den Stromer Bike dafür aufruft.

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Ich bin mit dem Zug in Zürich angekommen, hatte keine Lust auf Straßenbahn und auch nicht auf normale Mietbikes. 20 kg, Dreigangnabe und Gepäck bremsen die Laune doch etwas arg. Den ersten Stromer, der da so am Wege rumstand, habe ich interessiert und etwas neidisch betrachtet. Beim 2. und 3. ein paar Meter weiter bin ich stutzig geworden – ganz schön viele hier. Beim 4. habe ich mir die Smide-App runtergeladen und das Ding gemietet. Das nenne ich mal eine Gute-Laune-App!

Man muss sich registrieren und ein Guthaben aufladen. Über die App werden die Bikes lokalisiert, anhand des Nummernschildes identifiziert und mit einem Klick ent- und wieder gesperrt. 60 Minuten kosten 15 Fränkli, durch an – und abmelden über die App geht das minutengenau. So wird nur die Fahrzeit berechnet. Und ein Stromer ist ja bekanntlich schnell. Wenn Ihr ökonomisch denkt, meldet Ihr das Ding bei jedem Stop ab und wieder an. Es kann natürlich passieren, dass Euch jemand beim Sightsseeing oder Einkaufen das Ding vor der Nase wegschnappt. Oder Ihr lasst die Uhr laufen, dann kostas watt……..

Smide hat 200 der Stromer über die Stadt verteilt. Die Bikes verfügen über ein integriertes GPS, somit konnten die Programmierer einen sogenannten Geofence um die Stadt legen. Man kann ausserhalb dieses virtuellen Zaunes nicht fahren. So bleiben die Bikes in der Stadt.

Auch in der Schweiz gibt es eine Helmpflicht für S-Pedelecs, der Helm hängt in einer wasserdichten Hülle am Sattel.

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In der Schweiz dürfen die Radwege mit S-Pedelecs genutzt werden. Zürich ist allerdings eine Radfahrerstadt, auf den Radwegen sehr viel Verkehr. Und die fahren nicht alle berechenbar. Da blieb ich lieber auf der Straße. Die Zürcher sind wohl S-Pedelecs gewohnt, es war angenehm zu fahren. Im Gegensatz zu Deutschland ist die Akzeptanz wohl höher.

Ich kam den ganzen Abend aus dem Grinsen nicht mehr heraus und war traurig, als ich meinen letzten Stromer im Dunkeln wieder abgestellt habe.

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„Sind Autofahrer wichtiger als Radfahrer?“ – Aus dem Blog von Radelmädchen

„Sind Autofahrer wichtiger als Radfahrer?“ – Aus dem Blog von Radelmädchen

Es gibt so Tage, da glaubst Du an kollektiven Wahnsinn: da überholt nicht nur Einer mit 25 cm Abstand zum Rückspiegel, da tun es gefühlt Alle. Radelmädchen könnte die Erklärung dafür gefunden haben:

Das Thema Auto BILD-Titelseite ist noch nicht erledigt! Die Oktoberausgabe strotzt von plakativen Anschuldigungen & konfrontationslustiger Diskreditierung.

Quelle: Sind Autofahrer wichtiger als Radfahrer? – Ein Kommentar.