Wo schläfst du da eigentlich? Teil I

Wo schläfst du da eigentlich? Teil I

auf iphone7 geschrieben und für diese mobile Ansicht optimiert, da ich nicht mit dem pc reise…

Meine Schlafplätze von Osterburken bis Saint Jean Pied de Port – Teil I

Immer wieder wird der Pilger gefragt, stellt er sich selber die Frage, wo schläft man eigentlich, wenn man so lange unterwegs ist. Die Antwort ist relativ einfach: Überall wo es geht. Zur Liste von Herbergen geht es an einer anderen Stelle weiter, hier gibt es eine kleine Auswahl meiner Gute-Nacht-Plätze.

Im April startete ich in Deutschland, irgendwo gleich hinter Bad Dürkheim zieht der Jakobsweg in den Wald hoch. Eine Rimg_0416astbank (Bild 1) mit Blick über das Tal ist mein erstes Nachtlager. Vorher kaufe ich mir im Dorf Lebensmittel, vor allem Obst, aber auch Kekse und Schokolade, für den Ausklang des Tages immer gerne auch ein Bier.

Wenn ich morgens aufwache, kann es schon mal sein, dass mein Hut an der Bank festgefroren ist (Bild 2). In Rheinland-Pfalz und Saarland kreuzen sich ein paar Jakobswege. img_0420Ich irre zwischen den Wegen hin und her, weil ich einerseits nicht Asphalt fressen, andererseits aber die steilen single-trails für Wanderer nicht liebe, weil die low-rider aufsetzen und die Taschen ruinieren.

Die Nacht verbringe ich hinter Zweibrücken (Bild 3). Supermärkte bieten oft günstige Zeltmöglichkeiten: Sie haben Infrastruktur, Toilette, Einkaufsmöglichkeit, abends noch mal schnell die Zähne putzen oder die Akkus aufladen beim Chinesen. Ich mache von allen meinen Schlafplätzen Vorher-Nachher-Bilder, damit es im Zweifel kein Problem geben mag, ich würde meine Biwaks, Lager und Camps nicht sauber verlassen haben. Darüber hinaus bieten sie mit den richtigen Einstellungen am Smartie die Möglichkeit der Positionsbestimmung des letzten Aufenthaltsortes, wenimg_0435n man sich bei den Lieben meldet.

Manchmal beginnt es zu regnen und wenn man sich einmal entschieden hat, ohne Zelt zu biwakieren, damit man auch schnell wieder los kommt weil man unsicher ist, ob das Zelt für den Grundeigentümer in Ordnung geht, oder weil es mir morgens zu lange dauert darauf zu warten, dass die Zeltplane wieder tautrocken wird, dann schiebt man die Isomatte in die Hecke, wie dies nach dem Schießen von Bild 4 der Fall war.

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Bei Strassbourg kam ich in ein Naherholungsgebiet mit Seen und Teichen und Altarmen, Campingplätzen und Vereinsheimen (Bild 5). Alle diese kleinen Grundstücke der Dutzenden Anglervereine verboten zwar das Betreten. Aber das sollte wohlimg_0481 kein Problem sein. Also nutze ich Tische und Bänke und baue mein Lager unter dem Dach, gleich neben dem Grill für die Fische. Morgens weckte mich der Hund eines Fischers, der einen ganzen Lieferwagen voll Brote und Brötchen im See versenkte, nach denen die Fische nun schnappten. Wir einigten uns darauf, dass ich mich schleunigst vom Acker mache und er beaufsichtigte mich bis dahin, suchte alle Ecken ab danach, ob ich auch keinen „Scheiß“ hinterließ.

Ich wollte auf diesem Tripp kein Kochgeschirr mitschleppen sondern entweder die günstigen Dorfkneipen Südeuropas nutzen, oder von der Exotentheke der Krämerläden leben. Ich liebe Karotten und Annanas (Bild 6) und img_0536auch Brot. Wer so balaststoffreich ißt, muss schon wissen, wo er am Morgen seine Geschäfte verrichtet.

In Frankreich sind die meisten Überlandstrassen von Hecken gesäumt, so dass man nicht weit vom Weg immer auch eine Stelle findet, wo man unsichtbar ist und dennoch nicht abseits. Hier habe ich eines der wenigen Male auf der 2015-Tour das Zelt (Bild 7) aufgebaut, das ich noch in der Rubrik Ausrüstung vorstellen werde.img_0524

Wenn es nicht sein muß, dann verzichte ich aber am liebsten auf das Zelt. Das geht nicht bei bestimmten Wetterlagen und das geht vor allem nicht, wenn man in die Mückenhochburgen vordringt, also immer dann, wenn man am Wasser ist. Als ich in die Kirschanbaugebiete kam, gerade einmal Mitte April, schlief icimg_0553h in den Plantagen oder den Streuobstwiesen. In dieser Nacht ohne Zelt (Bild 8) zog eine Herde Wildschafe, Mufflons oder entlaufene Hausschafe über mich hinweg.

Einen ganzen Tag Regen hinter mir und einen weiteren vor mir suchte ich nach einem Campingplatz. Im Regen ist es in keinem Zelt toll, weil neben der Feuchte von außen auch die Atemfeuchte von innen nicht ordentlich diffundieren kann. Also suche ich nach trockenen Plätzen ohne Zelt und finde auf einem Platz, dass das Vordach (Bild 9) vor den Duschen völlig ausreicht. Wie man auf dem Foto an der Regenkante sieht, reichte es knapp. In solchen Sitiuationen ist es gut, wenn man nicht Leute, sondernimg_0582 Menschen trifft. Holländer teilten hier mit mir, was der Tauchsieder hergab. Dafür vergaß ich in der Dusche meine Ladekabel…

Wenn mich unterwegs der Regen überascht, dann besuche ich schon mal das Restaurant zur Goldenen Möwe, zumal es in aller Welt hier ein schlechtes, aber not-taugliches wifi-Angebot und Steckdosen unter den Sitzen an den Aussenwänden gibt. Wenn diese Mampfbuden nicht erreichbar sind, dann sind oft Bushäuschen die letzte Rettung. img_0617Wenn sie modern sind (Bild 10), dann taugen sie nur, um sich umzuziehen oder eine kleine Weile unterzustellen, denn sie sind aus Glas, zugig weil oben und unten nicht dicht und sie sind nicht so weit überdacht, dass man trocken steht/ liegt.

Wenn sie alt sind (Bild 11), meist aufgegeben, dann sind sie in Frankreich aus hässlichem Beton, aber zugfrei und dicht. In der Nähe solcher Betonhäuschen gibt es fast immer einen Bauernhof, denn wo es keine, also gar keine Menschen gibt, da machen Bushaltestellen keinen Sinn. Direkt gegenüber von dieser hier gab es einen demeter-Hof mit Käse und Wein und Gemüse.img_0616 Ich hab gut geschlafen und „gut gess“.

An der französischen Weinstrasse schlief ich einmal in einer „Garage“. Es war hinter einem Schloß ein in den Erdboden (Bild 12) geschobenes Loch, ohne Tore und Türen. Hier standen ein Nachkriegs-Citroën, Farbreste aber auch ein paar Kartons mit Silberbesteck, die der Schloßherr wohl über hatte. Ich hab sie da gelassen… img_0724

Auch in Frankreich werden immer mehr eheamlige Bahntrassen (Bild 13) zu Radwegen ausgebaut. voie vert, grüne Wege heissen sie meist. Es sind wunderbare Schnellwege, die domartig überwölbt sind vom Grün der Bäume. Beginnt es zu regnen, merkt man das erst verzögert und hat Zeit, das Cape herauszufingern; scheint die Sonne, ist es angenehm schattig. Zudem sind diese Wege hervorragend ausgestattet mit Bänken, Bistrots in den ehemaligen Bahnhöfen und mit übersichtlich großen Kilometerbeschilderungen sowie Hinweisen auf die nächsten Einkaufsmöglichkeitimg_0746en. Hier kann man nahezu überall  unbehelligt sein Zelt aufbauen oder hinter den Wällen verschwinden.

Ein sehr breites Tal, kläffende Köter, eine wenig anheimelnde Situation und ich bin totmüde. 50 Meter den Hang hinauf hat jemand einen neuen Garten in einem alten Weinberg angelegt. Ein Traktoranhänger (Bild 14) fällt mir ins Auge und mit dem letzten Licht des Tages, einer Dose Bier und frischem Obst beende ich eine 70-km-Etappe.

Bei Beaujolais, ich liebe diesen Wein, wenn er im Dezember nach Dimg_0783eutschland kommt, verfranse ich mich, denn der Aufstieg war so heftig, dass ich geil wie ein junger Bock die Abfahrt geniesse, statt auf den Weg zu achten. Also muss ich einen anderen Jakobsweg nehmen, radle entlang der französischen Sonnenautobahn und schlafe nur durch wenige Bäume und Sträucher getrennt gleich neben der Autobahn an einem der Parkplätze, wo mancher sich zu schnellen Geschäften trifft (Bild 15).

img_0921Ich will nicht neben der lauten Autobahn bleiben und nehme einen Abzweig weit hinauf in die Berge. Wieder Hunde ohne Ende und die Nacht bricht über mich ´herein. Ich starre auf meine OpenStreetMap (OSM) in der App von PocketEarth, die ich nur empfehlen kann. Mit zwei Fingern ziehe ich die Karte hoch bis auf Gullideckelansicht und finde diesen Hundesportplatz (Bild 16). Zunächst schlafe ich auf der Wiese, damit Schlafsack und Matte nicht versanden, später dann liege ich doch unter dem Dach.

In Puy en Velais, einer der img_1062wichtigsten Etappen auf dem Weg nach Santiago gönne ich mir ein Hotel. Auf dem Foto also nicht das Lager, sondern der Blick auf die Kathedrale aus meinem Fenster (Bild 17). Ich wollte in die Pilgermesse und es wurde wie so oft dunkel, bevor ich mich rechtzeitig zu einem Lager entschliessen konnte. Am Morgen sehe ich, ich hätte direkt vor der Kirche den besten Schlafplatz überhaupt gehabt. Der Dom ist einen Besuch wert; erstens wegen der Lage, zweitens wegen der Treppen, drittens wegen der Sakristei und viertens wegen der singenden Nonne.

img_1083In Frankreich fährt niemand im Baustellenbereich langsam; niemand hat Angst vor Lackschäden durch Schotter und niemand bremst wie ein Vollidiot an dem milimeterhohen Absatz von einer alten auf eine neue Asphaltdecke. Dafür staubt es dann auf dreissig km (Bild 18), wenn man einen solchen Abschnitt passieren muss. Pause machen macht keinen Sinn, denn hier fährt man Tag und Nacht so. Also nix wie durch und hoffen auf einen Campingplatz.

Der kommt dann auch (Bild 20), was ich glücklicherweise von einem Rennrad

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fahrenden Franzosen erfuhr, den ich hier wiedertreffe und der dafür sorgt, dass mich der Platz nach den Regeln der Franzosen nix kosteimg_1125t: Kein Auto, kein Zelt, keine Gebühren. Die Dusche war geil! Und auch der Abend mit französischen Lehrern in der Taverne beim Bier. Wir waren uns einig, dass Schulklasen Pilgerreisen machen müssen und keine Freizeitparkbesuche.

Wir bleiben zusammen; irgendwo am Weg sieht man sich; dann sieht man sich wieder beim Kaffee; dann sieht man sich zwei Tage nicht und dann bleibt man zwei Tage zusammen. Nicht gerade Bettnachbarn, aber Isomattennachbarn. Ich lerne Tipps und Tricks und von meinem Goldschmied auf Radtour erzähle ich an anderer Stelle noch einmal. Der von Jean versprochene Campingplatz für den Folgetag ist gesperrt, meistens machen sie im Süden ebn erst im Juni auf. Also suchen und finden wir „pic-nic-area“ (Bild 21) und schlafen einmal mehr wie Herrgott in Frankreich unter dem Sternzelt. Am kommenden Morgen halten wir es wie so oft: Niemand wartet auf deimg_1138n anderen, aber am Abend wollen wir das Bier zusammen im Krug zu uns nehmen.

Es geht rauf und runter und am Abend noch eine Abfahrt von 30 oder 40 km. Wieder ein Camimg_1168pingplatz (Bild 22) und wieder der Vorteil, wenn man einen Franzosen kennt, der für einen verhandelt.

Manche Campingplätze sind ein Graus, die pure Hölle. Auf 10.000 km bleibt man gesund und keimfrei trotz Schweiß und Dreck und Schmodder und dann… Manchmal duscht man nur auf einem Campingplatz (Bild 23) und um nicht wieder schmutzig zu werden verlässt man ihn gleich nach der heissen Suppe. Ein paar mal fand ich Situationen vor, in denen mochte ich nicht einmal mehr das Handy zu Dokumentationszwecken aus der Jacke holen. Also schweigen wir hier davon bildhaft

img_1354Ich bin früh los im Jahr 2015 und so treffe ich kaum Pilger. Das ist dann irgend wann anders und man trifft auf hard core-Läufer. Mit Pferden und Eseln oder mit Kinderwagen, Schubkarre, Kinderroller oder trolley begegnen mir mehr und mehr Wanderer, je weiter man nach Westen kommt. Abenteuerliche Gefährte nehmen zu und neben der Deuter- und wolfskin-Markenfraktion sieht man viele Individualisten (Bilder 24 und 25) den Weg kreuzen. So konnte ich eine Menge über die koranische Kultur kennen lernen, aber davon ein andermal…img_1369

Für Wanderer sind solche Jakobswege (Bild 26) eine tolle Erholung nach den Asphaltrennbahnen der Vortage. Ich bleibe mal auf diesen Wegen, mal wechsle ich dann auf die Straße, nutze diese Wege aber für die Nacht. Herrlicher Untergrund, Schotterwiese, optimal für Zelt und Rücken. Es ist nicht wild, aber eben romantisch und abgeschieden und fußwohl. und windarm und … herrlich.img_1421

Man muss auch mal Glück haben. In Lectoure hatte ich richtig richtig Glück. Ich durfte im Bischofspalast nächtigen. Mein Rad stand zwei Kelleretagen tiefer neben dem Brunnen (Bild 27) aus dem Mittelalter. Herrlich – aber hier soll es nur kurz erwähnt sein als eine ordentliche Schlaffstatt.

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Ich wollte nicht in „blasiert“ (Bilder 28 & 30) schlafen, aber Garage „Faget“ war mir zu mittelalterlich, Also ab hinter die nächste Hecke. In Frankreich gibt es in Cafés meist kein Essen. man holt sich also etwas beim Bäcker und geht damit ins Café. Ein einziges Mal war das anders. Bei einem Bäcker gab es einen Automaten. Also sammelten sich dort die Pilger und einer ließ wohl schon vor Tagen das Blechschild, das man als Postkarte vom Camino verschickt liegen. Von da an war mein Rad auf dem richtigen Weg.img_1460

Je näher man an die spanische Grenze kommt, desto mehr Herbergen gibt es die so günstig sind, dass man getrost das Zelt eingepackt lassen kann. Allerdings sollte man in aller regel Abstand von der Gemeinschaftsverpflegung nehmen, denn der Lärm in jeder Fernfahrerkneipe ist geringer. Diese Gites comunal (Bilder 29 & 31) sind eine hervorragende Idee und immer gut angenommen. Hier treffen img_1586sich Menschen aus allen Schichten. Oft Pilger und Radpilger, die sich ihr gesamtes Gepäck jeden Tag zur nächsten Herberge schaffen lassen und dann ihre Etappe spazieren; zu Fuß oder mit dem taschenlosen Rad.

Tausende, ziemlich genau 7.000 Bilder habe ich unterwegs gemacht. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass Medien nicht mehr statisch sind, dass diesem „Bilderbuch und dem Blog und meinen anderen Seiten immer wieder mal etwas zugefügt wird, nicht fertig ist. Klar, stylish sieht das hier auch noch nicht aus, aber es sind eben nicht die Programme, mit denen ich gelernt habe, ein Magazin zu gestalten. Für heute und für Part one meiner Schlafstätten sind wir durch. Viel Freude beim Anschauen und nachträumen…img_1457

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Velodeville VDV R 65 Premium

Velodeville VDV R 65 Premium

Das Reiserad für hohe Ansprüche bei kleinem Budget

Im September habe ich mir das Viert-Rad gegönnt. Der Trend geht klar zum Viert-Rad, das wusste ich damals aber noch nicht. Eigentlich wollte ich es für… – aber das ist eine andere Geschichte.

Der Sommer war anstrengend, das Jahr war die Hölle und die sechs Monate nach dem Kauf waren Dante, Dan Brown und Poe, aber da konnte das Rad nix für. Ich stand also in Würzburg in einem „meiner“ Radläden, sah das Rad und bettelte bei der Regierung, bis diese „nagut“ sagte – jeder Mann weiß, das „nagut“ einen Preis hat, den man erst so nach und nach erfährt.

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Das Rad war perfekt, außer dass es mit 26″ echt nicht meinen Traummaßen entsprach. Aber da alle anderen Räder bei mir 28″ haben und man ja was wagen soll, ließ ich mir die Klickpedale ab und ein paar vermeintlich ordentliche Reisekurbeln anschrauben. Ansonsten kamen nur noch ein Radcomputer von Sigma, der BC 509, Ortlieb Lenkertaschenhalterung, ein anderer Sattel  und ein paar Winzigkeiten dazu.

Das Rad begleitete mich auf rund 11.000 km quer durch Europa. Ich fuhr den Main runter, den Rhein rauf, die Lahn entlang, durch den Aubrac, durchs Massif central, machte die Jakobswege unsicher und kletterte mit ihm den lykischen Weg durch die Berge der Türkei. Mit dem Rad hatte ich immer meine Freude. Das erste Mal schlapp machte es 100 Kilometer vor Santiago, als plötzlich und unerwartet eine Kurbel abriss. img_2072kleinIch strampelte wie ein Einbeiniger – jetzt wären Körbchen oder Klickpedale sinnvoll gewesen, bis zum nächsten Pilgerkiosk, enterte ein Taxi und liess mich zu einem Laden bringen, der „garantiert“ am Samstag Nachmittag wieder öffnet. Tat er nicht. Aber das sind die Fährnisse, an die man sich gewöhnt, wenn man das Sofa verlässt. Noch ein Taxi gerufen und zum nächsten geschlossenen Laden, in dem aber eine Telefonnummer im Fenster hing. Der freundliche Mann baute mir zwei neue Kurbeln an zu einem Preis, zu dem man in Deutschland nicht einmal einen Voranschlag des Radhändlers bekommt und ich hatte nie wieder ein Kurbelproblem… Für die miese Kurbel konnte VDV nix, das ist klar.

Auf meiner Tour nach Santiago sah ich Radler mit größeren Problemen, die zum Teil nicht nur ärgerlich, sondern lustig wirkten. Am häufigsten sah ich nicht den klassischen Platten, sondern Leute, denen der merkwürdige Gepäckträger, der frei schwebend lediglich am Sattelholm fixiert und abgebrochen war, so dass die Biker das Ding als Rucksack schulterten. Ich hab denen nie wirklich getraut und für full loaded bike riding sind die eh nix!

Meinen ersten Platten mit meinem VDV R65 hatte ich nach mehr als 4.000 km auf dem Weg von Santiago de Compostela über Cabo Fistera nach Muxia an der Nordwestecke Spaniens. Nach quälenden Aufstiegen kam endlich die Abfahrt im Eukalyptuswald und die ausgewaschene cobblestone-piste wies tiefe Löcher auf. Voller endokriner Antreiber im Körper bündelten sich die Fehler: Ich fuhr nicht nur zu schnell, sondern auch noch nach Westernart voll aussitzend statt als Enduro-Steher. Ein Absatz und es tat einen Schlag. Hinterrad platt. Ich schleppe nicht nur 130-plus eigene Kilos mit mir herum, sondern reichlich Gepäck und tools und Ersatzteile und vermeintliche Sicherheit. Also war ich guten Mutes, das in wenigen Minuten erledigt zu haben!img_1813klein

Denkste. Alles Gepäck musste runter. Alles meint: Alles. Ich sichere alle Taschen und das Gepäck mit Netz, mit Straps und mit Kabelbindern an den tubes, damit man bei 80 Sachen nicht die gleichnamigen von der Strasse sammeln muss. Die Pilger zogen an mir vorrüber, mancher fragend, manch anderer grinsend. Einem der letzten des Tages musste ich meine Bitten vortragen, für mich zu telefonieren, im nächsten Dorf um Hilfe zu bitten, mir technische Rettung zu besorgen, denn: Die Scheiss-Klapp-tools rissen alle ab! Nach nicht einmal einer Stunde kam ein Radler mit echten Gabelschlüsseln in der heavy duty-Ausführung, wie man sie in der heimatlichen Werkstatt, der Garage und im Keller ordentlich dekorativ an der Wand hängen oder im Werkzeugkoffer liegen hat, aber für gewöhnlich nicht auf der Radtour. Er half mir und in Windeseile war alles wieder gerichtet. Dutzende von Malen half ich mit meinem Werkzeug, verschenkte Luftpumpen und Schläuche, Ducktape, Trockennudeln, Pflaster und Salben und kaum bleibt man selber mal liegen, zack, ist Hilfe da.img_1155

Das VDV R 65 Premium war auch mein Begleiter über den Balkan, durchs Land der Skipetaren und durchs wilde Kurdistan und die Levante und zurück. Kein Problem, nicht einen Ausfall, keine Probleme. Erst bei meiner Ankunft in Israel riss mir das Flughafenpersonel den Lowrider und damit auch die unbedingt für ein Reiserad notwendige vordere Stütze, wenn man noch nicht nötige Erfahrung echter long-distance rider mit ihren Stützstöcken hat. Ausserdem hatte ich nun zwei Taschen samt Inhalt mehr, als Fixationspunkte am Rahmen. Den zweiten Platten hatte ich bei der Ankunft in Frankfurt, wo wieder Flughafenpersonal involviert und ich unaufmerksam war: die Kleingläubigen beliessen es nicht bei meinem gesenkten Luftdruck in den Laufrädern sondern liessen alle Luft entweichen, rollten das Rad dabei aber durch die Gänge. Der Schlauch fand seinen Weg zwischen Mantel und Felge an die frische Luft und beim Aufpumpen mit Pressluftkartusche in der Gepäckhalle löste der Knall ein Gefühl von nine-eleven aus. Im Odenwald ersetzte ich den vorderen Tubus durch einen neuen Gepäckträger, der sowohl eine Plattform samt Feder, als auch eine lowrider-Funktion hat.

Nachtrag. Wirklicher Mangel an dem Rad ist lediglich die Befestigung der Schutzbleche nicht etwa durch seit 100 Jahren erprobte Schrauben, sondern durch Plastikfittings, die man auf der ganzen Welt nicht erstehen kann. Zwar versprach man mir bei VDV auf elektronische Anfrage,  solche zu schicken. Aber Alter, ich will Radreisen und nicht Radersatzteilwarten irgendwo in der Welt.img_0392klein

Fazit: Kaum ein Hersteller bietet ein solches Preis-Leistungsverhältnis: Ein Reiserad, mit Rohloffschaltung, voll ausgestattet, mit Tubus Gepäckträger und Lowrider, Schwalbe Plus (unplattbar)-Bereifung, Shimano-Nabendynamo und Lichtanlage, alles mit Schnellspannern… für 2.200 EUR ist nahe an custom made. Bei aller Wartungsarmut ist jährlich ein Satz Belege und je ein Satz Mantel und Schlauch sowie ein Ölwechsel erforderlich gewesen. Die Kette wurde einmal gewechselt, nicht aus Not, sondern um „neuwertig“ in die nächste große Tour starten zu können. Zu keinem Zeitpunkt hat mich mit all meinem Gepäck das Rad versetzt.

Au! Der Kreis soll sich ja schließen: Ja sicher weiss ich, dass es jetzt Kritik hagelt von wegen des kleinen Budgets. Das ist kein Billigheimer! Nicht aus dem Supermarkt. Das ist nix für Preis-Nörgler, aber es ist nun einmal die beste Schaltung der Welt und die kostet schon für Selbsteinbauer einen schlappen Tausender. Das gleiche Rad von einem der üblichen Verdächtigen kostet genau diesen tausender mindestens mehr. Ach ja: man kann es auch gebraucht kaufen. Dieses hier bei mir 😉

Auf dem Weg nach Jerusalem mit einem VDV R 65 Premium im April 2016

Auf dem Weg nach Jerusalem mit einem VDV R 65 Premium im April 2016

Offenlegung:

Mein VDV R 65 Premium, 14-Gang Rohloff speed hub in gelb, 26 “ Laufräder mit Rahmenhöhe 53 habe ich beim Radhaus Schuster in Würzburg erworben. Alle hier vorgestellten Teile entstammen dem freien Kauf, sind nicht gesponsert oder durch Fremdleistungen unterstützt worden. Ich gebe hier einen unvoreingenommenen Eindruck, meine persönliche Erfahrung aus 4 jähriger Nutzung mit diesem Rad wider.

http://www.velo-de-ville.de/de/

 

Das Rad steht ohne Taschen, Gepäck und zusätzliche Anbauten zum Verkauf für 1.000 EUR.


USB-Werk

USB-Werk

April 2016. Knapp drei Monate lief ich vom Odenwald nach Rom. Völlig unnötig, weil ein Teil des Ansporns ja nicht die Lust am Laufen war, sondern die Garstigkeit böser Zungen, mein Vorjahresunterfangen, das Pilgern mit dem Rad nach Santiago, als Nicht-Pilgern abzutun und diese somit Lügen zu strafen. Die internationale Pilgergemeinschaft kennt Worte wie Rad-Wandern oder die Neuschöpfung Bicigrino für den Pilger mit Rad. Aber so engstirnig wie ich zu Beginn meiner Pilgerchaft glaubte, dass ein E-unterstütztes Rad kein Radfahren sei, so glaubten andere, dass jedes Rad dem Pilgern abträglich sei. Ich wollte es aber auch für mich wissen und beweisen. Aber das ist ja eine andere Geschichte

Ich fuhr also mit dem Fernbus von Rom nach Deutschlandzurück, regelte die absolut nötigen Dinge, telefonierte zwei Tage wie meschugge mit den Radläden der Region, aber alle wollten mir meinen Wunsch nach einem E-Werk nur per Bestellung erfüllen. Der Sohn meines Vaters ist nicht mit Geduld gesegnet; wenn er nach langem Abwägen von Forumslader zu E-Werk, von Rose zu ZEG-Händler sich entschieden hat, dann will er haben, tun und machen und zwar sofort. Ein einziger Laden in erreichbarer Nähe hatte, was ich wollte, in Heidelberg. Ich ließ mich und mein Velodeville von meiner Regierung nach Heidelberg kutschieren, schlenderte wegen der winterlichen Mittagspause noch durch die outdoor-Läden in Bahnhofsnähe, parkte sodann in zweiter Reihe und ließ mir den seit zwei Jahren vor sich hinstaubenden Karton um runde 130 EUR und somit 30% teurer als im Netz aushändigen.

Der Händler wollte das Wunderwerk der Technik installieren – gegen Geld – aber eben auch nicht gleich. Ungeduld, you know? Und Deutsche Bahn, you understand? In 140 Minuten würde mein Zug nach München gehen, wo einer der letzten deutschen Nachtzüge nach Rom, Lupus, sicher nicht auf mich und mein Rad warten würde. Und wenn alles nur halb so easy ist, wie Hersteller und Händler behaupten, dann sollte ich das Ding wohl zum Laufen bringen.

Am Bahnhof hob ich mein – Rad ist viel zu wenig für etwas so Verlässliches – vom Kupplungsträger, schmiss alle Taschen daneben, baute alles am Rad an, verabschiedete mich für weitere drei Monate von dem was man Alltag nennt und gab Kuss und Umarmung für die unendliche Geduld meiner Frau.

Der Pufferakku und seine an einem Stück Kabel auslaufende USB-Buchse. In der Lenkertasche verstaut und beim Abstellen besser abgeschraubt...

Der Pufferakku und seine an einem Stück Kabel auslaufende USB-Buchse. In der Lenkertasche verstaut und beim Abstellen besser abgeschraubt…

Halsbrecherisches Unterfangen, mit einem bepackten Reiserad die Rolltreppe zum Bahnsteig hinunter zu wollen. Der Versuch das Rad mit dem das Siegel „Barrierefreiheit“ garantierenden Fahrstuhl nach unten zu bekommen ist Milimeterarbeit und braucht gefühlt eine halbe Stunde, um das Schutzblech aus der Lichtschranke hinter die Thyssentür zu bekommen. Und das alles an einem Ort der Eile.

Auf dem Bahnsteig packe ich die Kiste aus: Gummis, Draht, Pufferakku, merkwürdig aussehende Kleinteile, die mit normalerweise Angst einflößen, denn Metall, Physik und Elektrik waren nie meine Stärke. Ich folge den Beschreibungen der Anleitung pinibel mit klammen Fingern, bringe es zu meiner Überaschung hin, den neuen Stecker mit dem Draht meiner Lichtanlage und dem Draht des Laders zusammen zu friemeln, stecke den neuen aber baugleichen Stecker in die Buchse des Nabendynamos, bringe die nötigen Gummis an den richtigen Stellen an und verstaue den Pufferakku in meiner Lenkertasche. Unglaublich. Ich habe es hinbekommen. Ohne irgendwelche Probleme, ohne aufwändiges Werkzeug, ohne die Nummer des Customer Services zu wählen. Ich fahre ein paar mal auf dem Bahnsteig bis zu seinem Ende vor dem Abschnitt A um zu sehen, ob es nur täuscht, aber: wann immer ich schnell genug fahre, springt die Ladeanzeige meines Iphones auf grün bzw zeigt den bekannten Ladeblitz oben rechts in der Ecke.

Anfänglich hatte ich Angst, die Energie könne nicht reichen für meine Bedürfnisse und so hatte ich zwei Powerbanks, das iphone und den ipod bei jeder sich bietenden Gelegenheit nachgeladen. Mit dem USB-Werk hatte ich bald raus, dass Musikhören über Kopfhörer während der Fahrt nullo problemo ist und ich am Abend dennoch einen vollen Akku im smartphone habe. Ja, Forumslader sind billiger, vielleicht besser, aber ich bin Technik-Freak, nicht Techniker-Freak. Ich will nicht messen, dübeln und löten, sondern genießen, dass es funtioniert. In Italien, Albanien, Griechenland, Türkei, Zypern und all seinen fremd bewohnten Teilen und auch in Israel hatte ich keinen Mangel an Strom – so lange ich mich nur schnell genug mit dem Rad bewegte.

Kabel des USB-Werks mit dem Kabel der Lampe verdrillen und in den neuen Stecker verklippen. Stecker in den Nabendynamo. Fertig. Ausführliche bebilderte Anleitung liegt der Packung bei.

Kabel des USB-Werks mit dem Kabel der Lampe verdrillen und in den neuen Stecker verklippen. Stecker in den Nabendynamo. Fertig. Ausführliche bebilderte Anleitung liegt der Packung bei.

Das USB-WERK  von Busch & Müller gibt 5 V Spannung und bis zu 500 mA Stromstärke ab. Ein integrierter, kleiner Pufferakku stellt sicher, dass auch bei langsamer Fahrt und kurzen Stopps die Spannungsversorgung konstant bei 5 V bleibt.

Das USB-WERK ist damit bestens geeignet zum Laden/Betreiben von USB-Geräten aller Art: Mobiltelefon, GPS, MP3-Player etc. Enthält Ausgangskabel mit USB-Buchse.

  • Mobilgeräte betreiben/aufladen per Nabendynamo
  • Integrierter Pufferakku
  • Universelle Anschlüsse (u.a. USB)
  • Spritz- und regenwasserdicht
  • Art.-Nr.: 361BW
  • UVP: 99,00 €

http://www.bumm.de

Nachtrag:

Ich habe das USB-Werk inzwischen auf über 3.000 km in extremer Hitze, im Staub, im Regen und im Dezember 2016 auch im Schnee, bei Kälte und auch abseits asphaltierter Wege genutzt. Ich bin zufrieden.

Offenlegung:

Ich habe das Gerät käuflich, ohne Preisvorteil, ohne Sponsoring oder irgend eine Vorteilsgewährung in einem allen Kaufinteressierten zugänglichen Fahrradladen in Heidelberg erworben. Wenn man nicht in Zeitnot ist, kommt man der unverbindlichen Preisempfehlung von 99 EUR sicher näher, als wenn man unmittelbar vor dem Tourstart jeden Preis akzeptieren muss.

Nach 30 Minuten ist das USB-Werk einsatzbereit am Bahnhof montiert. Ready for take-off. April 2016. Mit dem Rad über Rom, Albanien, Griechenland, Türkei und Zypern nach Israel.

Nach 30 Minuten ist das USB-Werk einsatzbereit am Bahnhof montiert. Ready for take-off. April 2016. Mit dem Rad über Rom, Albanien, Griechenland, Türkei und Zypern nach Israel.


Liegerad – Radreise – Blog

Liegerad – Radreise – Blog

Projektewahn

Ihr kennt das: Es gibt Zeiten, da will man nichts hören oder sehen, keinem Menschen begegnen, keine Arbeit beginnen und ganz sicher keine alten Dinge weiterführen. Aber ihr wisst auch, es muss etwas Neues kommen. Dummerweise besteht jedes Projekt aus Einzelprojekten und ein Projekt ist es ja nur, wenn es völlig neu ist, wenn es sich nicht mit den herkömmlichen Ablaufplänen und Checklisten bearbeiten lässt. Insofern ist es nie nur ein Projekt und Projektmanagement immer Wahnsinn.

Auf dem Weg nach Santiago, 2015 im Mai, irgendwo im Aubrac.

Auf dem Weg nach Santiago, 2015 im Mai, irgendwo im Aubrac.

Ich radle seit dem 5. August 1970, als unter dem sommerlichen Geburtstagstisch das rote Ding mit Stützrädern hervorlugte. Plötzlich waren Matchboxautos und Sandschaufel nicht mehr wichtig. Ich fuhr schon nach Stunden ohne Stützräder, denn sie erwiesen sich als Stürzräder, waren verbogen und verbeult und wurden abgeschraubt. Bis zu diesem Tag saß ich auf dem Rad meines Vaters in den damals üblichen Schalensitzen, die man auf die Stange des Diamantrahmens schraubte, die Beinchen an Fußrasten gekettet, damit sie nicht in die Speichen fuhren.

In den kommenden Jahren, nahezu zwei Jahrzehnte lang, kamen meine Räder vor allem vom Sperrmüll. Sperrmüll war für mich und meine Brüder wie Sommerschlussverkauf für alte Damen: Vor jedes Haus, zu jedem Haufen, in alle Stadtteile musste geschwärmt werden, um die nächste Generation von Illusion ein Eddy Merckx oder ein Diddi Thurau sein zu können zu produzieren.

Die Zähne schlug ich mir so aus an den Barrieren der Auffahrt zum Bahndamm, weil ich zwar Geschwindigkeit aufnehmen, aber irgendwie nie Bremsen lernte. Knie aufgeschürft und Hosen zerfetzt von Kette und Zahnrad war Alltag und Hölle für die Mutter. Mit dem Rad die Welt entdecken hiess nach Dülmen, an den Kanal, in die Sandberge nach Haltern und zur ersten großen Liebe nach Lippramsdorf fahren.

Irgendwann war die Kindheit vorbei und es scheiterte in jedem Lebensjahrzehnt ein neuer Versuch, das Rad wieder im Alltag zu etablieren oder positiv gesagt: immer wieder gab es Radabenteuer, mal mit Anhänger in dem die Zwillinge zum Schlaf oder fast bis zu Tode geruckelt wurden; mal der Versuch die Alpen zu überqueren. Mitte 40 mussten Kinderträume angegangen werden. Ich fuhr mit Rad und Anhänger Richtung Süden, flog von Basel nach Faro und radelte durch Portugal und bis Paris zurück – den Anhänger habe ich schon am Ende des ersten Tages im Kraichgau abgestellt.

Im April 2015 brach ich zum Geburtstag meiner Mutter – Gott hab sie selig – auf, mit dem Rad nach Spanien auf Jakobs Spuren zu „wandeln“.  Mehr als 4000 km in drei Monaten durch Deutschland und Frankreich, durch Spanien nach Santiago und ans Ende der Welt: Fisterra und Muxia und an der Küste zurück bis nach Orleans, wo meine Regierung mich einholte.

Als ich nach Hause kam machte ich mich daran das Laufen zu versuchen, etwas was ich seit der Entdeckung des Rades ablehnte. Ich lief ein paar Mal durch den Odenwald und die Tauber entlang um mir zu bestätigen, dass weder das Radeln im Kreis um den Heimatort auf dem Skulpturenradweg noch das Wandern in den nächsten Kurort etwas für mich ist. Ich brauche Ziele und die dürfen nicht klein sein. Ich beschloss also im Januar wieder aufzubrechen. Wenn es alle tun, dann ist es nicht mein Weg. Also weder noch einmal den Jakobsweg noch im Sommer, wenn die Wege zu verstopfen drohen.

Im Januar 2016 lief ich nach Rom. Ich lief im November und Dezember 2015 durch den Odenwald, kreuzte das Neckartal und schlich durch den Kraichgau, immer in Tages- oder Zweitagestouren. Am 2. Januar war der Weihnachts- und Familientreffenwahn rum und meine Regierung fuhr mich bis Speyer, dem letzten Ankunftsort meines Samstagspilgerns. Bis Basel schlief ich am Rhein, mal mit Zelt und mal ohne; in Kirchen, Klöstern und in Obdachlosenasylen und in einer JuHe. In der Schweiz musste ich aus Kostengründen abkürzen, fuhr mit der Bahn bis an den offiziellen Jakobsweg, kletterte bis zum Sankt Bernhard, nahm den Bus durch den Tunnel und lief von Aosta bis Rom.

In Rom genoss ich zwei herrliche Tage, nahm den Bus nach Hause, holte mein Rad, fuhr mit der Bahn wieder nach Rom, genoss abermals zwei herrliche Tage in Rom und fuhr in Richtung Jerusalem. Eine herrliche Zeit.

Jetzt bin ich nach 15 Ländern wieder in Deutschland und gehe die nächsten Projekte an:

Ich sehe mich nach einem Liegerad um; ich baue einen Blog; ich suche Sponsoren.


Üben

Üben

  • imageIch muss ein wenig üben, wie man mit diesem Programm arbeitet.

Also schreibe ich drauf los und versuche mich in der Gestaltung.

Gestern habe ich mir den ersten Schwung Literatur für den nächsten Abschnitt besorgt. Heute las ich alles, was longdistancebiker über ihre Touren durch den Sudan, Sinai und Ägypten ins Netz stellten.