Vorhang auf für Cargobike-Projekt KoMoDo in Berlin

Vorhang auf für Cargobike-Projekt KoMoDo in Berlin

Bundesumweltministerin Schulze und Berlins Verkehrssenatorin Günther gaben gestern das Startsignal für KoMoDo. Fünf große Unternehmen testen die Paketzustellung per Mikrodepot und Cargobikes.

Der vollständige KoMoDo-Titel beschreibt, worum es dabei genau geht: „Kooperative Nutzung von Mikro-Depots durch die Kurier-, Express-, Paket-Branche für den nachhaltigen Einsatz von Lastenrädern in Berlin“. Anlässlich des Berliner Symposiums der European Cycle Logistics Federation Mitte April wurde der KoMoDo-Start bereits angekündigt. Nun war offizieller Pressetermin am gemeinsamen Mikrodepot-Standort. Der Presseandrang auf der Straßenbahn-Wendeschleife in der Eberswalder Straße in Berlin-Prenzlauer Berg war enorm.

Da es nicht um Konsolidierung von Sendungen zwischen den beteiligten Paketzustellern geht, mietet jedes Unternehmen auf dem umzäunten Gelände seinen eigenen Mikrodepot-Container. Es liefert dorthin morgens mit einem eigenen LKW die eigenen Pakete an und startet von dort mit eigenen Cargobikes die Feinverteilung in den umliegenden Wohngebieten. Anfangs sollen insgesamt zwölf Cargobikes bei den fünf Unternehmen im Einsatz sein. Neutraler Betreiber der Gesamtanlage mit acht Schiffscontainern ist die senatseigene Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (BEHALA). Für Details und Statements der beteiligten Akteure dokumentiere ich unten die Pressemitteilungen des Bundesumweltministeriums und der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Bilder vom Pressetermin und den vorgestellten Cargobikes gibt es in dieser Bildergalerie:

  • Senatorin Günther (re) und Ministerin Schulze (Mitte) mit Projektpartnern und Fahrern
  • DHL mit Armadillo von Velove aus Schweden
  • DPD mit Musketier der Radkutsche aus BaWü
  • GLS ebenfalls mit Musketier der Radkutsche
  • Hermes mit großer Armadillo-Version von Velove ...
  • ... mit zwei Akkus und 2 Kubikmeter Volumen.
  • UPS mit Yokler von Cyclopolitain aus Frankreich ...
  • ... mit bis 250 kg Zuladung und 20 kmh bei 250 Watt E-Antrieb
  • Abfahrt der Flotte
  • Baustellenschild am Geländeeingang

 

Als Hintergrund sei noch erwähnt, dass der Berliner Senat bereits 2016 beim Bundesumweltministerium die Förderung für KoMoDo beantragt hat. Damals regierte in Berlin noch eine große Koalition mit sozialdemokratischen Verkehrssenator. Der neue rotrotgrüne Senat, die von den Grünen gestellte Verkehrssenatorin Regine Günther und ihr Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) haben urbaner Logistik mit Cargobikes zwar einen ganz neuen politischen Stellenwert gegeben. KoMoDo ist jedoch bereits älter als der rotrotgrüne Senat. Selbst das CSU-geführte Bundesverkehrsministerium bekannte bereits 2015 im neuen Aktionsplan Güterverkehr und Logistik der Bundesregierung:

Das BMVI unterstützt weiterhin die Länder und Kommunen, gute Beispiele zur Entwicklung innovativer Logistikkonzepte und Lösungen für den Güterverkehr auf ‚der letzten Meile‘ zu finden. Darüber hinaus sollen die stärkere Verbreitung elektrischer Lieferfahrzeuge und Lastenfahrräder sowie eine entsprechende Anpassung urbaner Logistikkonzepte mit einer verbesserten kommunalen Verkehrsplanung unterstützt werden.

So lag bei der KoMoDo-Vorstellung auch die Frage eines Journalisten an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nahe: „Wieso ist Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer eigentlich heute nicht hier?“ Die Ministerin verwies routiniert auf eine gemeinsame Linie, die man verfolge und darauf, dass KoMoDo nun mal ein vom Bundesumweltministerium gefördertes Projekt sei.

Ebenfalls zur Vorgeschichte von KoMoDo gehört die anfängliche Beteiligung von sieben Unternehmen am Projektkonsortium: DHL, DPD, GO!, Hermes, GLS, TNT und UPS. Mit TNT und GO! sind zwei Unternehmen im Laufe der Zeit aus dem Projekt ausgestiegen. Auch die führenden Berliner Pioniere der urbanen Logistik mit Cargobikes, die Unternehmen messenger und Velogista, sind nicht an KoMoDo beteiligt.

Der große Wurf für eine nachhaltige Innenstadtlogistik ist KoMoDo definitiv noch nicht. Eher ein wichtiges Herantasten. Richtig ernst mit dem Wandel wird es, wenn regulative Maßnahmen die Nutzung des Straßenraums durch dieselbetriebene Mikrodepots erschweren oder untersagen.

[Alle Bilder: cargobike.jetzt]

 

Dokumentation

1. Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums, 30.5.2018

Bundesumweltministerin Schulze eröffnet Berliner Modellprojekt für umweltfreundlichen Lieferverkehr

Ab Juni testen die fünf größten deutschen Paket- und Kurierdienste den Einsatz von Lastenrädern, so genannte Cargo-Bikes, in der Berliner Innenstadt. Gerade im städtischen Bereich bieten diese Räder auf der „letzten Meile“ eine umwelt- und verkehrsfreundliche Alternative zu kleineren LKW. Die Räder haben keine Schadstoffemissionen und verursachen kaum Störungen im Verkehr. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt mit rund 400.000 Euro aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Das Berliner Pilotprojekt verdeutlicht sehr gut, wie Mobilität und Umweltschutz zunehmend Hand in Hand gehen. Und das ist gut so: Denn für den Umwelt- und Klimaschutz, aber auch für ein gutes Leben in den Städten brauchen wir eine echte Verkehrswende. Der Lieferverkehr ist dafür ein wichtiger Ansatzpunkt. Das Projekt liefert damit auch einen Beitrag für die Verkehrsentwicklung in anderen deutschen Städten und zum Sofortprogramm ‚Saubere Luft'“.

Der Lieferverkehr in den deutschen Innenstädten nimmt zu, nicht zuletzt durch den Boom des Online-Handels. Allein 2016 wurden deutschlandweit rund drei Milliarden Pakete ausgeliefert, mehr als zehn Millionen Sendungen pro Werktag. Die Tendenz ist steigend. Damit einhergehend sind zugeparkte Geh- und Radwege sowie eine zunehmende Luftbelastung durch die Abgasemissionen. Eine Möglichkeit, den Lieferverkehr auf der letzten Meile umwelt- und verkehrsfreundlicher zu gestalten, ist der Einsatz von Cargo-Bikes. Dieser wird nun im Rahmen eines Projektes der Kurier-, Express- und Paketdienstbranche im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg ausprobiert. Dabei werden sogenannte Mikro-Depots eingerichtet, die für die Zwischenlagerung und den Umschlag von Sendungen auf Lastenräder genutzt werden. Die Depots werden von den fünf größten Unternehmen der Logistikbranche zur individuellen Paketzustellung mit jeweils unternehmenseigenen Cargobikes zur Verfügung gestellt.

Das Projekt wird im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Klimaschutz durch Radverkehr“ unter dem Dach der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums mit rund 400.000 Euro gefördert.

 

2. Pressemitteilung der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, 30.5.2018

Modellprojekt in Berlin startet: Lieferverkehr mit Lastenrädern nachhaltig gestalten

Ab Juni nutzen die fünf größten Paketdienstleister Deutschlands gemeinsam einen innerstädtischen Umschlagplatz ausgestattet mit Mikro-Depots, um Prenzlauer Berg mit Lastenrädern zu beliefern. Die Zustellung führt jeder Paketdienst weiterhin eigenständig durch.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, haben heute in Berlin das Startsignal für das Pilotprojekt KoMoDo gegeben (Kooperative Nutzung von Mikro-Depots durch die Kurier-, Express-, Paket-Branche für den nachhaltigen Einsatz von Lasträdern in Berlin). Erstmals nutzen mehrere Paketdienstleister einen innerstädtischen Umschlagplatz mit Mikro-Depots, der von einem neutralen Anbieter betrieben wird, der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA). An dem Modellprojekt beteiligen sich die Paketdienstleister DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS als Projektpartner. Sie nutzen je einen Container als Umschlagspunkt für die Zustellung von Sendungen mit unternehmenseigenen Lastenrädern auf den letzten Kilometern. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin und der Projektkoordinator, die LogisticNetwork Consultants GmbH, entwickelten das Modellprojekt gemeinsam mit den genannten Projektpartnern. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: „Berlin ist mit dem Modellprojekt Vorreiter für den Einsatz von Lastenrädern auf der letzten Meile. Mit dem Lastenrad kommen die Pakete sauber, sicher, leise und klimafreundlich zu den Kundinnen und Kunden. Das ist ein Baustein für eine neue Mobilität in Berlin. Aber auch weit über Berlin hinaus wird das Projekt Erfahrungswerte für andere Kommunen liefern, wie der Lieferverkehr stadtverträglich gestaltet werden kann.“

Emissionsfreie Zustellung auf den letzten Kilometern

Für die Lastenradzusteller der Paketdienstleister DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS sind die Mikro-Depots während der einjährigen Projektphase Ausgangspunkt für die Auslieferung in das umliegende Liefergebiet. Dabei agieren die Unternehmen weiterhin eigenständig – von der morgendlichen Anlieferung der Sendungen in die Mikro-Depots über die Zwischenlagerung bis hin zur anschließenden Auslieferung zum Endkunden. Die Lastenradzusteller der Projektpartner werden täglich Geschäfts- und Privatkunden im näheren Umkreis „auf den letzten Kilometern“ emissionsfrei beliefern können.

Kooperative Flächennutzung für den effizienten Einsatz von Mikro-Depots

Ziel des Projekts ist es, nachhaltige Lösungen für den Lieferverkehr in städtischen Gebieten zu entwickeln und zu erproben. Der Fokus liegt auf kooperativen und anbieteroffenen Lösungen, um die knappen innerstädtischen Flächen optimal zu nutzen. Das Projekt ist ein Baustein, um den Lieferverkehr in Berlin und anderen Kommunen stadtverträglich zu gestalten. Langfristig gilt es zum einen, die Erkenntnisse und Ergebnisse des Modellprojektes in der KEP-Branche zu verankern, um Lerneffekte auch dauerhaft in die Geschäftsprozesse der Unternehmen zu integrieren. Zum anderen liefert das Projekt Erfahrungswerte zur systematischen Übertragbarkeit des Modells auf andere Kommunen.

Die deutsche Kurier-, Express-, Paket-Branche ist eingebunden

An dem Projekt KoMoDo wirken namhafte Verbände und Institutionen als assoziierte Partner mit. Dazu gehören der Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V., der Bundesverband Deutscher Postdienstleister e.V., der Bundesverband Paket und Expresslogistik e.V. sowie das Deutsche Institut für Normung e.V. Die Einbindung dieser Branchenvertreter soll sicherstellen, dass die Anforderungen und Belange der gesamten Branche berücksichtig werden. Langfristig sollen aus dem Projekt übertragbare Lösungen für die letzten Kilometer der Zustellung entstehen.

Zitat des Betreibers

BEHALA

Herr Klaus-G. Lichtfuß, Leiter Logistik der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH: „Mit der BEHALA – Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH als neutralem Betreiber von Mikro-Depot-Anlagen besteht die Möglichkeit, mehreren Paketdienstleistern diskriminierungsfrei Teilbereiche einer Depot-Anlage zur Verfügung zu stellen und somit die klimaneutrale und nachhaltige Auslieferung von einem zentralen Punkt zu ermöglichen. Es ist somit nicht erforderlich, dass jeder Dienstleister sein eigenes Mikro-Depot errichtet. Es kann durch diese Bündelungseffekte eine optimale Flächennutzung erreicht werden.“

Zitate der Projektpartner

DHL

„DHL Paket liefert schon jetzt in Teilen Berlins Sendungen mit 40 StreetScooter-Elektrofahrzeugen leise und emissionsfrei aus. In der Zustellung per Lastenfahrrad sehen wir eine sinnvolle und auch attraktive Ergänzung für die Paketzustellung in einzelnen städtischen Bezirken. Wir freuen uns darauf, beim Berliner Pilotprojekt KoMoDo mitzuwirken und hierbei neue Auslieferungsmodelle praxisnah zu testen“, sagt Marc Rüffer, Abteilungsleiter Betrieb bei DHL Paket.

DPD

Für DPD erläutert Gerd Seber, Group Manager Sustainability & Innovation: „Unter günstigen Bedingungen kann ein Lastenrad im Zustellgebiet einen herkömmlichen Transporter adäquat ersetzen – das zeigen unsere Erfahrungen in anderen Städten. Logistikflächen in der Innenstadt sind für den Einsatz von Lastenrädern ein ganz entscheidender Faktor. Daher hoffen wir sehr, dass das bislang einzigartige KoMoDo-Projekt noch viele Nachahmer in ganz Deutschland finden wird.“

GLS

Marc Baumgarte, Region Manager Germany East der GLS Germany GmbH & Co. OHG: „Mit unseren City-Logistik-Aktivitäten testen wir eine Reihe von möglichen Maßnahmen, um im Rahmen unserer ThinkGreen-Initiative unseren Beitrag zur Minimierung der ökologischen Auswirkungen zu leisten. Wir freuen uns Teil dieses Programms zu sein, von dem wir uns Erkenntnisse für die Weiterentwicklung unserer Aktivitäten rund um Berlin erhoffen.“

Hermes

Michael Peuker, KoMoDo-Projektleiter bei Hermes Germany: „Wir wollen die anfallenden Emissionen im Transportverkehr kontinuierlich senken, insbesondere in den verkehrsbelasteten Innenstädten. Bereits vor einiger Zeit haben wir deshalb das Projekt „Urban Blue“ lanciert, dessen Ziel es ist, bis 2025 im Innenstadtbereich der 80 größten deutschen Städte emissionsfrei zuzustellen. KoMoDo ist für uns in diesem Zusammenhang ein weiterer wichtiger Baustein. Sollten sich Lastenräder und Mikro-Depots bei dem jetzigen Test in Berlin bewähren, planen wir vergleichbare Projekte auch in Hamburg und anderen Städten umzusetzen.“

UPS

Lars Purkarthofer, Leiter UPS Hauptstadtbüro Berlin: „Nachhaltigkeit liegt in der DNA von UPS. Wir sind das erste Unternehmen der Branche, das einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht hat und konkrete Ziele, etwa für die Reduktion von CO2-Emissionen, formuliert. Um diese Ziele zu erreichen, brauchen wir neue Lösungen für die sogenannte letzte Meile, die Zustellung beim Empfänger. City-Logistik-Projekte wie hier in Berlin sind nur möglich, wenn alle Beteiligten konsequent und konstruktiv zusammenarbeiten. Das nun in Berlin ins Leben gerufene Projekt der gemeinsamen Nutzung einer Logistikfläche von verschiedenen Paketdiensten bei gleichzeitig weiterhin eigenständiger Operation der jeweiligen Unternehmen, lässt den Wettbewerb zugunsten der Kunden bestehen. So kann es ein Leuchtturm-Projekt für andere Städte sein, um die innerstädtische Paketzustellung nachhaltiger zu gestalten.“

Gefördert durch:

  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • Nationale Klimaschutzinitiative

Der Beitrag Vorhang auf für Cargobike-Projekt KoMoDo in Berlin erschien zuerst auf cargobike.jetzt.

Kaufprämie für Schwerlasträder konkretisiert

Kaufprämie für Schwerlasträder konkretisiert

Foto: Sven Buschmeier

Im März 2018 trat die 30 Prozent-Kaufprämie des Bundes für gewerbliche Schwerlasträder in Kraft. Jetzt wurden Mindest-Nutzlast und Mindest-Transportvolumen konkretisiert. Erste Kaufzuschüsse sollen nach der Sommerpause bewilligt werden.

Das zuständige Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat die geforderte Mindest-Nutzlast von 150 Kilogramm für die Bundesförderung gewerblicher „Schwerlastenfahrräder“ jetzt eindeutig definiert:

Nutzlast = zulässiges Gesamtgewicht – Eigengewicht des Fahrzeugs = Ladung + Fahrer
(Quelle: aktualisiertes BAFA-Merkblatt, siehe unten)

Damit erfüllen wesentlich mehr eCargobikes, elektrifizierte Lastenanhänger und Gespanne das Kriterium der Mindest-Nutzlast als (auch in Beiträgen auf cargobike.jetzt) bisher angenommen. Denn der Titel „Schwerlastenfahrräder“ und Zusätze wie „mit hoher Nutzlast“ legten es nahe, dass eigentlich eine Mindest-Zuladung von 150 Kilogramm (exklusive Fahrergewicht) gemeint gewesen ist. Eine solche Zuladung schaffen tatsächlich nur relativ wenige tatsächliche Schwerlasträder. Eine Nutzlast von 150 Kilogramm inklusive Fahrergewicht erreichen dagegen fast alle eCargobikes. Zumal das Kriterium der Mindest-Nutzlast bei Gespannen mit Lastenanhänger auch komplett entfällt.

Foto: Ziegler Metall

Anstatt Förderung von „Schwerlastfahrrädern“ sollte es deswegen jetzt eigentlich Förderung von „Großlastfahrrädern“ heißen. Denn entscheidender als die nun konkretisierte Mindest-Nutzlast ist das Mindest-Transportvolumen von einem Kubikmeter, das vom BAFA jetzt ebenfalls konkretisiert wurde:

Der Nachweis des Mindest-Transportvolumens von einem Kubikmeter bei nicht umschlossenen Flächen (z.B. Pritschen oder Gitterkörbe) ist vom Hersteller unter Hinzunahme einer plausiblen maximalen (Beladungs-)Höhe zu erbringen. Als Grundfläche ist bei offenen Ladeflächen grundsätzliche die vorhandene Ladungsfläche heranzuziehen; die Berücksichtigung einer überstehenden Beladung darf auch bei vorhandener Möglichkeit der Ladungssicherung nicht in die Berechnung des Transportvolumens einfließen. Existieren speziell für den Lastenfahrradtyp konzipierte Transportboxen, sind die entsprechenden Volumina heranzuziehen.
(Quelle: aktualisiertes BAFA-Merkblatt, siehe unten)

Damit sind grundsätzlich auch eCargobikes, elektrifizierte Lastenanhänger und Gespanne förderfähig, die keine geschlossene Transportbox haben. Doch nur wenige große eCargobikes erreichen ein Transportvolumen von einem Kubikmeter. Die meisten eCargobikes müssen mit einem Lastenanhänger zum Gespann kombiniert werden, um auf einen Kubikmeter Ladevolumen und damit in den Genuss der Förderung zu kommen.

Das geforderte Mindest-Transportvolumen von einem Kubikmeter ist nach wie vor eine seltsame Einschränkung der Bundesförderung. Wenn es darum geht, möglichst viele gewerbliche Kfz-Fahrten auf Fahrräder zu verlagern dann müssen auch kleinere Cargobikes und Lastenanhänger gefördert werden. Die Verkehrswissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt haben 2016 in einer Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministerium das Potential zur Verlagerbarkeit gewerblicher Kfz-Fahrten mit bis 50 Kilogramm Transportgut auf 22,6 Prozent beziffert.

Foto: cargobike.jetzt

Die Einschränkungen der Bundesförderung für „Schwerlastfahrräder“ betreffen übrigens auch potentielle KäuferInnen von Lastenanhängern. Wer zum Beispiel bereits ein Gespann-taugliches Pedelec oder eCargobike hat, der/die kann für den Kauf eines großen Lastenanhängers keine Bundesförderung beantragen. Denn einzeln werden nur elektrifizierte Lastenanhänger gefördert.

Trotzdem ist es natürlich wichtig, dass es die Bundesförderung für „Schwerlastfahrräder“ bzw. „Großtransportfahrräder“ endlich gibt. In den ersten 35 Tagen bis zum 5. April sind laut Auskunft des Bundesumweltministeriums bereits insgesamt 61 Anträge für 81 Schwerlastfahrräder eingegangen. Anträge auf Förderung müssen online auf der BAFA-Seite gestellt werden. Mit ersten Bewilligungen ist ab Spätsommer zu rechnen, wenn der Bundeshaushalt 2018 endgültig in Kraft tritt. Vorher werden Anträge zwar bearbeitet aber nicht bewilligt – so ein aktueller Hinweis auf der BAFA-Seite.

In die Zukunft geschaut: Genauso wie bei der Mindest-Nutzlast könnte die Bundesregierung auch das Mindest-Transportvolumen und die Einschränkung auf elektrisch unterstützte Modelle nicht nur konkretisieren sondern sinnvoll ändern. Auch die zwischenzeitlich aus der Förderung wieder herausgefallene Förderung von Leasing sollte dann wieder aufgenommen werden. Und nicht zuletzt: Wieso gibt es eine Kaufprämie für private E-Autos aber nicht für private eCargobikes? Der politische Handlungsdruck in Sachen Luftreinhaltung und Dieselfahrverboten wird jedenfalls in nächster Zeit weiter steigen.

Copyright: BMUB/Florian Gaertner

Editorische Notiz: Bisherige cargobike.jetzt-Beiträge zur Kaufprämie des Bundes basierten auf der nun hinfälligen Annahme einer Mindest-Zuladung von 150 Kilogramm. Ein entsprechender Hinweis mit link zu diesem Beitrag ist in den älteren Beiträgen ergänzt.


Dokumentation

Aktualisiertes BAFA-Merkblatt zur Förderung von „Schwerlastfahrrädern“, Kapitel 2.
Aufgerufen am 28. Mai 2018. Für mögliche spätere Aktualisierungen bitte Link zum Original-Dokument folgen. Hervorhebungen durch Breite der Schrift wie im Original. Ergänzungen gegenüber früheren Versionen des Merkblatts in roter Schrift.

2. Fördergegenstand

Im Rahmen des Moduls 5 – Schwerlastfahrräder der Kleinserien-Richtlinie sind Investitionen in serienmäßig hergestellte E-Lastenfahrräder und Lastenanhänger mit elektrischer Antriebsunterstützung für den fahrradgebundenen Lastenverkehr förderfähig.

Förderfähige Maßnahmen umfassen dabei:

  • elektrisch angetriebene Schwerlastenfahrräder,
  • Schwerlastenanhänger mit elektrischer Antriebsunterstützung oder
  • Gespann aus Lastenfahrrad und Lastenanhänger, bei dem mindestens ein Bestandteil (Fahrrad oder Anhänger) über eine elektrische Antriebsunterstützung verfügen muss.

Elektrisch angetriebene Schwerlastenfahrräder sowie Schwerlastenanhänger mit elektrischer Antriebsunterstützung müssen dabei über ein Mindest-Transportvolumen von 1 m3 und eine Nutzlast von mindestens 150 kg verfügen.
Bei Gespannen mit einem nicht-motorisierten Lastenfahrrad oder Lastenanhänger muss das Gesamttransportvolumen des Gespanns mindestens 1 m3 erreichen.

Hinweis zum Nachweis des Mindest-Transportvolumens: Der Nachweis des Mindest-Transportvolumens von einem Kubikmeter bei nicht umschlossenen Flächen (z.B. Pritschen oder Gitterkörbe) ist vom Hersteller unter Hinzunahme einer plausiblen maximalen (Beladungs-)Höhe zu erbringen. Als Grundfläche ist bei offenen Ladeflächen grundsätzliche die vorhandene Ladungsfläche heranzuziehen; die Berücksichtigung einer überstehenden Beladung darf auch bei vorhandener Möglichkeit der Ladungssicherung nicht in die Berechnung des Transportvolumens einfließen. Existieren speziell für den Lastenfahrradtyp konzipierte Transportboxen, sind die entsprechenden Volumina heranzuziehen.

Hinweis zum Nachweis der Nutzlast: Die Nutzlast im Sinne dieser Richtlinie ist wie folgt definiert:
Nutzlast = zulässiges Gesamtgewicht – Eigengewicht des Fahrzeugs = Ladung + Fahrer

Nicht förderfähig sind:

  • elektrisch angetriebene Fahrräder und Anhänger, die vorrangig für den Personentransport konzipiert wurden (z.B. Rikschas oder Lastenfahrräder mit Sitzbank-Einbauten und Anschnallgurten),
  • elektrisch angetriebene Fahrräder und Anhänger, deren Transportfläche als Verkaufsfläche bzw. für Verkaufsaufbauten genutzt wird (z.B. Getränkeverkauf),
  • die entgeltliche oder unentgeltliche Bereitstellung der Schwerlastenfahrrädern an Dritte,
  • die Nachrüstung von Lastenfahrrädern und -anhängern mit Elektromotoren durch Dritte (z.B. Händler oder Werkstätten),
  • der Erwerb und die Verwendung gebrauchter Schwerlastfahrräder und Lastenanhänger sowie neuer Lastenfahrräder und Anhänger mit überwiegend gebrauchten Bauteilen,
  • Ausgaben für Prototypen sowie Sonderanfertigungen,
  • Eigenleistungen des Antragstellers und
  • Anschaffungsvorhaben, die vor dem 29. November 2017 begonnen wurden. Als Vorhabenbeginn gilt der rechtsgültige Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages.

Der Beitrag Kaufprämie für Schwerlasträder konkretisiert erschien zuerst auf cargobike.jetzt.

Fahrradstadt Düsseldorf? Nicht ohne Cargobikes!

Fahrradstadt Düsseldorf? Nicht ohne Cargobikes!

Düsseldorf will „Radfahren auf ein neues Level heben“. Dafür gab es beim Düsseldorfer Fahrradkongress auch Empfehlungen zur Cargobike-Förderung.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) blickte am 15. Mai beim ersten Düsseldorfer Fahrradkongress einleitend zurück auf den 8. November 1999. Sein frisch gewählter Amtsvorvorgänger Joachim Erwin (CDU) löste damals ein zentrales Wahlversprechen ein und entfernte eigenhändig einen Radweg. Düsseldorf ist Autostadt! Doch langsam wächst die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann – auch dank der erfolgreichen Klage der Deutschen Umwelthilfe zur Einführung von Diesel-Fahrverboten.

OB Geisel bekräftigte nun beim Fahrradkongress, dass er das Fahrrad zum „Verkehrsmittel der Wahl“ in Düsseldorf machen will. Dafür wurde bereits der Start der Tour de France 2017 nach Düsseldorf geholt, die städtische Kommunikationskampagne RADschlag gestartet und die international renommierten Gehl Architects aus Kopenhagen als Berater angeheuert.

Im Programm des Düsseldorfer Fahrradkongress waren neben Andreas Røhl von Gehl Architects auch weitere externe Referenten für „einen Blick über den Tellerrand“ eingeladen: Die Bicicli Holding GmbH und Changing Cities e.V. aus Berlin, der Blogger Martin Randelhoff (Zukunft Mobilität) und cargobike.jetzt.

Über die Veranstaltung selbst mögen deswegen andere berichten. Sehr gerne aber dokumentiere ich unten die fünf Empfehlungen zur Cargobike-Förderung von Schicke Mütze an die Stadt Düsseldorf. Schicke Mütze sind die Gründer des Düsseldorfer Freien Lastenrads Schicke Minna. Der ADFC Düsseldorf hat 2017 ein zweites Cargobike in die Initiative eingebracht: die Schicke Ulla . Die Schicke Mütze empfielt der Stadt unter anderem, die Ausweitung des Angebots von zwei auf zehn Cargobikes zu unterstützen und 100 Cargobikes in das öffentliche Fahrradverleihsystem einzubinden.

Auf einen Aspekt, der mehrere Empfehlungen der Schicken Mütze berührt möchte ich noch hinweisen: Das Anfang 2018 vorgelegte Handlungskonzept Elektromobilität Düsseldorfs ist leider ein Fehlschlag wenn es darum geht, die großen Potentiale von Pedelecs und eCargobikes bei privaten und gewerblichen Verkehren zu erschließen. Zwar ist auf der Titelseite auch ein eCargobike abgebildet. Aber Pedelecs und eCargobikes spielen bei den vorgesehenen Maßnahmen nur eine äußerst untergeordnete Rolle. Einziges kleines Trostpflaser in Sachen Cargobikes:  In der Überarbeitung von November 2017 wurde der Projekttitel „Konzeptentwicklung CO2-freier Lieferverkehr“ immerhin um den Zusatz „mit Nutzfahrzeugen und Lastenrädern“ ergänzt und die Frist für die Konzeptentwicklung von Ende 2020 auf Ende 2018 vorverlegt.

Auch auf der Straße konnte ich mir ein Bild von der Größe der Herausforderung machen, in der Autostadt Düsseldorf das Fahrrad „zum Verlehrsmittel der Wahl“ zu machen. Besonders anschaulich wird das in der teuren Einlaufsmeile KÖ (Königsallee). Die Verkehrsinfrastruktur der Stadt wurde anscheinend jahrzehntelang darauf ausgerichtet, kaufkräftiger Kundschaft aus Stadt und Umland das komfortable Erreichen der Innenstadt mit dem Auto und das massenweise Parken vor den Luxusgeschäften der KÖ zu ermöglichen.

Trotz der eindeutigen Bekenntnisse des Oberbürgermeisters und der Planungsdezernetin Cornelia Zuschke zum Radverkehr ist in Gesprächen in der Düsseldorfer Fahrrad-Community ein ziemlicher Frust über die Verwaltung der Landeshauptstadt zu spüren. Der Verwaltung scheint es bisher wenig zu gelingen, das kreative Potential, die Erfahrung und die Energie der Düsseldorfer Fahrradcommunity einzubinden in eine gemeinsame Arbeit zur Transformation der Autostadt Düsseldorf. Vielleicht ein Thema für den nächsten Düsseldorfer Fahrradkongress? Die Kommunalwahl in Düsseldorf steht jedenfalls 2020 an und RadfahrerInnen sollen ja auch WählerInnen sein. Ob der/die nächste OB nach der Wahl wohl eigenhändig Autoparkplätze auf der KÖ schleifen wird und eine Fahrradstraße einrichtet? Bitte rechtzeitig die Schicke Minna zum Transport der Farbeimer buchen!

 

Dokumentation: Fahrradstadt Düsseldorf?
Geht nicht ohne Lastenräder!

[ Flyer von Schicke Mütze, den Gründern des Freien Lastenrads Schicke Minna – verbreitet beim Düsseldorfer Fahrradkongress am 15. Mai 2018. Bildauswahl entspricht nicht dem Original.]

Considering that half of all passenger car trips made in most European cities are shorter than five kilometres and that more than half of all motorized cargo trips in EU cities could be shifted to bicycles, there is significant potential to increase cycling’s mode share and to improve quality of life.

(Declaration on Cycling as a climate friendly Transport Mode der EU-Verkehrsminister vom Oktober 2015)

Das Lastenrad verändert das Gesicht der Stadt

Teilen statt besitzen

Man muss nicht alles besitzen, um es nutzen zu können. BikeSharing-Möglichkeiten gibt es viele.

Was kann die Stadt tun?

  • Ausweitung des bestehenden Angebots „Schicke Minna“ von zwei auf zehn Lastenräder, die nach dem Prinzip der Freien Lastenräder tageweise umsonst an Host-Stationen ausgeliehen werden können, ggf. Einbindung der Radstationen und städtischer Einrichtungen als Hosts.
  • Integration von 100 Lastenrädern bei nextbike

Hindernisse überwinden

Ein Lastenrad kostet eine ganze Menge Geld, besonders wenn es elektrisch unterstützt wird.

Was kann die Stadt tun?

  • Bis zu 50 Prozent Zuschuss beim Kauf eines privaten oder gewerblichen Lastenrads oder Lastenanhängers unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. gleichzeitige dauerhafte Abmeldung von min. 2 Jahren eines Kraftfahrzeugs oder bei NeubürgerInnen Verzicht auf die Anmeldung eines Autos für min. 2 Jahre.
  • Bis zu 25 Prozent Zuschuss für alle anderen privaten und gewerblichen KäuferInnen von Lastenrädern oder Lastenanhängern.

Für Logistik geschaffen

Intelligente City-Logistik-Konzepte vermeiden Lieferverkehr, sind intermodal und lokal.

Was kann die Stadt tun?

  • Zeitliche und räumliche Ausweitung von Zustellmöglichkeiten per Fahrrad bei gleichzeitiger Einschränkung für motorisierten Lieferverkehr und Wahrung der Sicherheit von FußgängerInnen.
  • Dialog mit Empfängern (Handwerk, Handel, Gewerbe etc.) und den Zustellunternehmen zwecks Planung von Verteilzentren in Stadtrandlage und innerstädtischen Mikrodepots als logistische Voraussetzung für die effiziente Verlagerung von Lieferverkehr auf Lastenräder.
  • Förderung von Konzepten lokaler Logistikspezialisten wie ABC-Logistik.

Ein Fahrrad, aber doch ganz anders

Lastenräder fahren sich anders, man muss sich daran gewöhnen und im Alltag testen.

Was kann die Stadt tun?

  • Bereitstellung eines Testpools von zehn Lastenrädern und Lastenanhängern, die gewerbliche und private NutzerInnen monatsweise testen können.

Weg frei in die Zukunft

Was für Fahrräder im Allgemeinen gilt, gilt für Lastenräder ganz besonders. Fahrräder brauchen Platz. Will man weniger Autos und dafür mehr Radverkehr in der Stadt, müssen Flächen neu verteilt werden. Lastenräder sind meist breiter als normale Fahrräder und haben einen größeren Wendekreis. Die Entscheidung für oder gegen ein Lastenfahrrad wird in Familien sehr häufig davon abhängig gemacht, wie sicher man sich mit dem Rad im Stadtverkehr bewegen kann.

Was kann die Stadt tun?

  • Das geplante Radwegenetz zügig umsetzen, und zwar so, dass auf den Radwegen auch Lastenräder überholen und überholt werden können.
  • Jeden neuen Planungs- und Umsetzungsschritt auf die Kompatibilität mit Lastenrädern prüfen.
  • Akute Gefahrenstellen, Engstellen und Hindernisse unverzüglich beseitigen.
  • Abstell- und Unterstellmöglichkeiten an Wohnstandorten und stark frequentierten öffentlichen Räumen (z. B. bewachtes Radparkhaus in der Altstadt) schaffen.
  • Zwischenlösungen schaffen (siehe Friedrichstraße)
  • Akzeptanz bei Autofahrern schaffen (siehe aktuelle radschlag-Kampagne)

Der Beitrag Fahrradstadt Düsseldorf? Nicht ohne Cargobikes! erschien zuerst auf cargobike.jetzt.

Cargobike Roadshow: Sieben Tage, sieben Städte, zwölf eCargobikes

Cargobike Roadshow: Sieben Tage, sieben Städte, zwölf eCargobikes

Am 5. Mai startet in Würzburg die Cargobike Roadshow von cargobike.jetzt, e-Rad Hafen und UrbanShift. Sieben Tage touren wir mit einem Testparcours angesagter eCargobikes durch Süddeutschland.

Hier unsere Presseinfo zur anstehenden Roadshow – wir freuen uns über zahlreichen Besuch!

Sieben Tage, sieben Städte, zwölf eCargobikes:
Cargobike Roadshow mit Testparcours startet am 5. Mai in Würzburg

(Berlin, 26. April 2018) Die Cargobike Roadshow tourt im Mai mit einem Cargobike-Testparcours durch sieben Städte Süddeutschlands. Auftakt ist am 5. Mai in Würzburg. Zwischen 12 und 17 Uhr lädt die Stadt Würzburg auf dem Unteren Markt mitten in der Innenstadt zum Cargobike-Testparcours ein. Zwölf moderne eCargobikes stehen zum Probefahren unter kompetenter Anleitung bereit. Dazu gibt es hersteller- und händlerübergreifende Beratung vom Roadshow-Team.

An den Folgetagen ist die Cargobike Roadshow in Aalen, Schwäbisch Gmünd, Karlsruhe, Bruchsal und Mainz zu Gast. Die Abschlussstation ist am 11. Mai in Mannheim. Zusätzlich zum Testparcours in den Innenstädten stehen weitere Cargobike-Aktionen an. Am Abend des 6. Mai findet ein Langstrecken-Test der zwölf eCargobikes von Aalen ins 25 Kilometer entfernte Schwäbisch Gmünd statt. In Bruchsal können sich Marktbesucher am 9. Mai mittags ihre Einkäufe vom Roadshow-Team per Cargobike nach Hause liefern lassen.

Dank E-Antrieb und attraktivem Design sind Cargobikes in den letzten Jahren wahre Trendfahrzeuge geworden. Je nach Modell lassen sich ein bis vier Kinder oder bis zu 100 Kilogramm Last bequem und günstig am Stau vorbei direkt vor die Haustür oder in die Lagerhalle fahren. Einige gewerbliche Schwerlast-Modelle können sogar über 250 Kilo per Europalette laden.

Doch vielerorts ist das Angebot noch dünn und beschränkt sich auf wenige Modelle. Die Cargobike Roadshow bietet deswegen eine seltene Zusammenstellung von zwölf eCargobikes unterschiedlicher Hersteller und Modelltypen. Der Testparcours richtet sich speziell an Familien mit Kindern und andere Privatleute. Die meisten Modelle können aber auch mit Aufbauten für gewerbliche Nutzungen ausgestattet werden. Lokale Händler und Nutzer sind herzlich eingeladen, ihre eigenen Cargobikes an den Roadshow-Stationen zu präsentieren.

Die Cargobike Roadshow findet im Mai 2018 zum dritten Mal statt. Nach vier Tagen im September 2016 und sechs Tagen im Mai 2017 sind es nun sieben komplette Roadshow-Tage. Karlsruhe, Mainz und Mannheim sind bereits zum dritten Mal Gastgeber. Anbieter der Cargobike Roadshow sind die Berliner Cargobike-Experten Arne Behrensen (cargobike.jetzt), Wasilis von Rauch (e-Rad Hafen) und Colin Pöstgens (urbanshift.de).

Arne Behrensen: „Cargobikes sind das „Yes We Can“ des Radverkehrs und bringen jede Menge Fahrspaß. Die Roadshow bietet Testfahrten mit einer breiten Modellpalette, die sonst nur auf wenigen Fahrradmessen zu sehen ist.“

Wasilis von Rauch: „Einen wichtigen Schub erhalten Cargobikes durch den E-Antrieb. In Zeiten verstopfter Innenstädte und Diesel-Fahrverbote werden eCargobikes attraktive Problemlöser.

Colin Pöstgens: „Die vielen freudestrahlenden Gesichter nach der ersten Testfahrt sind das Schönste an unserer Roadshow. Die meisten wollen gleich noch eine Runde drehen – vor allem die mitfahrenden Kinder.

Ausführliche Informationen zu den Roadshow-Stationen und den teilnehmenden Cargobikes finden Sie im Roadshow-Katalog, der vor Ort als Printversion und hier als Download zur Verfügung steht.

Stationen der Cargobike Roadshow 2018 mit Testparcours

Die teilnehmenden 12 eCargobikes

Per Mausklick auf die einzelnen Bilder der folgenden Galerie geht es zur Herstellerseite – teils direkt zum teilnehmenden Modell, teils zur allgemeinen Seite.

 

Hintergrund

  • Alle eCargobikes im Testparcours der Roadshow haben eine elektrische Tretunterstützung bis maximal 25 km/h und 250 Watt Nenndauerleistung (sog. Pedelec 25-Antrieb). Im Straßenverkehr gelten für sie alle Rechte und Pflichten wie für Fahrräder ohne E-Antrieb.
  • 2016 wurden in Deutschland nach Schätzung des Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) mehr eCargobikes als E-Autos verkauft. → https://cargobike.jetzt/ziv-marktgroesse-ecargobikes/
  • Kaufprämien-Programme für Cargobikes sind bundesweit im Kommen. Zuletzt hat der Berliner Senat im April 2018 eine Kaufprämie für gewerbliche und private Cargobikes angekündigt. → https://www.cargobike.jetzt/kaufpraemien/
  • Cargobike Sharing-Systeme vereinfachen den Zugang zu Cargobikes. In rund 60 deutschen Städten gibt es bereits entsprechende Angebote. → https://www.cargobike.jetzt/sharing-angebote/
  • TV-Beitrag der Hessenschau über die Cargobike Roadshow im Mai 2017 → www.hessenschau.de/tv-sendung/video-33708.html (ab Minute 12:15)

Online:
@CargobikeRoadshow und #CargobikeRoadshow bei Facebook und Instagram

Kontakt:
roadshow@cargobike.jetzt
Arne Behrensen, 0178 2843 743
Colin Pöstgens, 0176 22300349
Wasilis von Rauch, 0157 31387087

Der Beitrag Cargobike Roadshow: Sieben Tage, sieben Städte, zwölf eCargobikes erschien zuerst auf cargobike.jetzt.

Berliner Senat führt Cargobike-Kaufprämie ein

Berliner Senat führt Cargobike-Kaufprämie ein

Berlins Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner

Ab Mai Juni zahlt der Senat eine Kaufprämie von 33 Prozent für gewerblich und privat genutzte Cargobikes. 2018 steht ein Budget von 200.000 und im Folgejahr von 500.000 Euro zur Verfügung.

[Update vom 13. Mai 2018: Förderungsbeginn ist voraussichtlich im Juni nach Freigabe der Gelder durch den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses – siehe aktualisierte Ankündigung der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz unten. Außerdem wurden dort hilfreiche „Fragen und Antworten zur Förderung von Lastenrädern“ veröffentlicht.]

eCargobikes erhalten maximal 1.000 Euro und Cargobikes ohne E-Antrieb maximal 500 Euro Zuschuss. Weitere Details siehe Dokumentation unten.

In der Berliner Cargobike-Szene war man sich dieses Wochenende beim International Cargo Bike Festival auf der VELOBerlin einig: Die 200.000 Euro Fördersumme 2018 werden spätestens in zwei Wochen aufgebraucht sein.

Die neue Cargobike-Kaufprämie in Berlin ist eine von bundesweit mittlerweile 15 Kaufprämien-Programmen für Cargobikes, die im Kaufprämien-Überblick von cargobike.jetzt dokumentiert sind.

Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther vor Beginn des ECLF-Symposiums in der niederländischen Botschaft.

Angekündigt wurde die Berliner Cargobike-Kaufprämie am 13. April anlässlich des Symposiums der European Cycle Logistics Federation (ECLF). Beim Abendempfang in der niederländischen Botschaft sprach Verkehrssenatorin Regine Günther zu über 150 FachbesucherInnen aus ganz Europa. Sie kündigte dabei auch das Projekt KoMoDo an: Ab 1. Juni werden sich große Paketzusteller eine Logistikfläche im Prenzlauer Berg teilen, um von dort per Cargobikes ihre Pakete zuzustellen.

Dokumentation

Ankündigung der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
(zuerst veröffentlicht am 13. April 2018, aktualisiert Anfang Mai)

Berlin steigt um – Senat fördert Lastenräder

Kinder, Kisten, Krempel – fast alles passt auf Lastenräder. Mit Elektro-Unterstützung sind sogar weite Strecken und der Transport schwerer Lasten möglich. Lastenräder sind eine echte Alternative zu Auto und Lieferwagen, schonen die Nerven, weil die Parkplatzsuche entfällt und den Geldbeutel, weil der Unterhalt günstig ist. Damit der Kauf noch attraktiver wird und mehr Berlinerinnen und Berliner auf diese umweltfreundlichen, leisen und platzsparenden Gefährte umsteigen, will der Senat Neuanschaffungen mit 200.000 Euro in diesem und mit 500.000 Euro im nächsten Jahr zu fördern.

Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther: „Lastenräder werden immer beliebter im privaten und beruflichen Alltag. Die Transporträder sind praktisch, umweltfreundlich und eine preiswerte Alternative zum Auto in der Stadt. Mit Elektrounterstützung ist der Fahrspaß auch auf längeren Strecken und mit schwereren Lasten garantiert.“

200.000 Euro sind in diesem Jahr vorgesehen:

  • 130.000 Euro für private Antragsteller
  • 70.000 für gewerbliche/freiberufliche Antragsteller
  • Zuschuss von 33 Prozent der Kaufsumme bzw.
    • Maximal 1.000 Euro für ein elektrisches Lastenrad
    • Maximal 500 Euro für ein Lastenrad ohne Elektromotor

aktualisiert

Zeitplan

Die Förderung beginnt, sobald der der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses die Gelder freigegeben hat. Dies geschieht nach aktuellem Stand Anfang Juni. Sobald die Gelder bewilligt sind, wird mit Vorlauf von 14 Tagen die Online-Stellung der Anträge angekündigt. So muss niemand befürchten, den Antragsbeginn zu verpassen. Sobald es soweit ist, posten wir den Link auch auf Twitter: twitter.com/SenUVKBerlin

Achtung: Es gilt das Windhund-Prinzip: wessen Antrag zuerst bewilligt wird, der kann sich die Förderung sichern

Mit den gesammelten Erfahrungen wollen wir das Förderprogramm gegebenenfalls optimieren und im nächsten Jahr fortführen.

Fragen und Antworten zur Förderung von Lastenrädern

Warum nimmt der Senat Steuergeld in die Hand, um Lastenräder zu fördern?
Berlin soll leiser und sauberer werden und wir brauchen den Platz, den jetzt noch parkende Autos oder Lieferwagen beanspruchen. Lastenräder schaffen Abhilfe und können Privatautos und Fahrzeuge von Gewerbetreibenden ersetzen. Sie überzeugen im täglichen Einsatz – egal ob privat oder in gewerblicher Nutzung.

Wen fördert die Senatsverwaltung?
Privatpersonen und Gewerbetreibende/FreiberuflerInnen. Letztere reichen bitte einen Nachweis über ihre Tätigkeit ein (Gewerbeschein, Steuererklärung, o.ä.).

Welche Lastenräder können gefördert werden?
Grundsätzlich alle, ob elektrisch oder nicht. Nur neu müssen sie sein, Gebrauchträder sind leider ausgeschlossen.

Wie viel Geld kann ich maximal bekommen?
Die Förderung ist auf ein Drittel der Kaufsumme gedeckelt, wobei diese Deckelung einen bestimmten Geldwert nicht übersteigen kann. Es gibt 500,- € für ein normales oder 1.000,- € für ein elektrisch unterstütztes Lastenrad. Die Förderung von Lastenanhängern (keine Kinderanhänger!) ist ebenfalls möglich (500,- €).

Wie funktioniert das Verfahren?

  1. Formular nutzen: ausfüllen, unterschreiben und einsenden. Es wird auch möglich sein, seinen Antrag eingescannt zu mailen. Im Formular geht es um ein paar Angaben zur Person/zum Betrieb sowie darum, welches Rad gekauft und wie es eingesetzt werden soll.
  2. Wer die Förderrichtlinien erfüllt, der bekommt schriftlich einen Förderbescheid mit einer Nummer zugewiesen. Dann bleiben zwei Monate ab Ausstellung des Förderbescheids Zeit, um das gewünschte Lastenrad zu kaufen. Die Nummer dient der Identifizierung. Wird innerhalb der zwei Monate kein Kauf nachgewiesen, verfällt die Nummer und der nächste erhält einen Förderbescheid.
  3. Nach dem Kauf wird die Rechnung in Kopie eingereicht und die Fördersumme auf das im Formular angegebene Konto überwiesen.

Was ist, wenn ich keine Förderung mehr bekomme?
Das ist natürlich ärgerlich. Die gute Nachricht ist aber: damit wir auch nächstes Jahr was tun für ein leises und sauberes Berlin, setzen wir die Förderung fort – und erhöhen die Gesamtsumme auf 500.000,- €. Bis dahin lassen sich zum Beispiel hier flotte-berlin.de Lastenräder ausleihen.

Ich habe bereits ein Lastenrad. Kann ich die Förderung auch nachträglich bekommen?
Nein, das ist leider nicht möglich. Es geht uns darum, Leute zum Umstieg vom Auto auf ein Lastenrad zu bewegen, die bisher noch keines hatten.

Wird es im nächsten Jahr die Förderung noch geben?
Ja, und noch besser: wir werden die Fördersumme mehr als verdoppeln und 500.000,- € für ein sauberes und leises Berlin ausgeben.

Es gibt auch Bundesförderungen. Kann ich die mit dem Berliner Förderprogramm kombinieren?
Nein, das ist leider nicht möglich. Wir wollen möglichst viele Personen fördern und Lastenräder auf die Straße bringen.

Der Beitrag Berliner Senat führt Cargobike-Kaufprämie ein erschien zuerst auf cargobike.jetzt.