Jacominas Enkel: „Lastenrad fahren ist ein großes Abenteuer“

Jacominas Enkel: „Lastenrad fahren ist ein großes Abenteuer“

Foto: Jacominas Enkel

Jacominas Enkel ist Jahrgang 1970, Fahrrad-Blogger und jetzt auch Cargobiker. Auf seinem Blog schreibt er, wie es dazu kam und gibt Tipps für Cargobike-Interessierte.

Wir trafen uns auf der Eurobike 2017 in der Blogger-Base. Bernd Hallmann aka Jacominas Enkel war begeistert von den Miniatur Cargobikes Cargoli, die ich dabei hatte und schrieb später darüber. Ein Cargobike wollte er sich schon vor einigen Jahren für den Kindertransport kaufen. Doch daraus wurde damals nix. Welches Cargobike ich ihm empfehlen würde, hat er mich später per Email gefragt. Meine übliche Antwort: Alles testen was geht!

Blogger-Treffen auf der Eurobike 2017: Radelmädchen, cargobike.jetzt und Jacominas Enkel

Jetzt am 7. Dezember kam eine neue Email von Bernd. Betreffzeile: „Die ersten 1.000 sind geknackt“. Inhalt: Ein link zur Geschichte rund um den Kauf seines eCargobikes und die ersten 1.000 Kilometer seit diesem Sommer. Der schöne Text beschreibt die persönliche Motivation hinter dem Cargobike-Kauf, das Reifen der Idee, die längere Modellauswahl und schließlich den Fahrspaß im Alltag. Bernds Text endet mit der Feststellung: „Lastenrad fahren ist ein großes Abenteuer.“

So bequem kann Einkaufen sein. Foto: Jacominas Enkel

Eine absolute Leseempfehlung für alle, die immer schon mal daran gedacht haben, vielleicht ein Cargobike kaufen zu wollen. Es lohnt sich! Selbst wenn die eigenen Kinder bereits keine Familienkutsche mehr brauchen.

Zum Text „Laden und Los“auf Jacominas Enkel

Viel Spaß auf den nächsten 10.000 Cargobike-Kilometern, Bernd! Und eines Tages ja vielleicht mit Jacominas Ururenkel Enkel an Bord?

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Cargobikes dominieren Bundeswettbewerb Nachhaltige Urbane Logistik

Cargobikes dominieren Bundeswettbewerb Nachhaltige Urbane Logistik

In Berlin zeichnete Bundesumweltministerin Svenja Schulze Projekte der nachhaltigen urbanen Logistik aus. Cargobikes waren ganz vorne mit dabei.

Der erstmalig von Bundesumweltministerium und Bundesumweltamt ausgetragene Bundeswettbewerb Nachhaltige Urbane Logistik soll „innovative städtische Logistikkonzepte aus dem ganzen Bundesgebiet“ auszeichnen und sichtbar machen. Auf www.nachhaltige-urbane-logistik.de sind 76 Projekte vorgestellt, die sich beworben haben. Bei 44 davon spielen Cargobikes eine Rolle. Darunter sind viele bekannte und weniger bekannte Radlogistik-Pioniere: Von tricargo aus Hamburg über veloCARRIER aus Tübingen bis zur Kurbelkiste in Bad Sassendorf.

Acht von 76 eingereichten Projekten. Per klick aufs Bild geht es zur Übersicht aller Projekte. Bild: Screenshot von Projektseite www.nachhaltige-urbane-logistik.de des BMU.

Auch Hersteller von Cargobikes und Lastenanhängern für die urbane Logistik wie Rytle, die Adomeit Group, Carla Cargo und Nüwiel hatten sich beworben. Einige Cargobike Sharing-Systeme aus der Bewegung der Freien Lastenräder fallen bei der vorgegebenen Definition von urbaner Logistik („Konzepte und Systeme, über die die innerstädtische Waren-, Paket- und Briefzustellung koordiniert werden“) zwar etwas aus der Reihe. Aber sie sind in der Liste der Einreichungen auch ein charmanter Gegenpol zu großen E-LKWs.

Bei Preisverleihung am 5. Dezember im Bundesumweltministerium wurde das Fachpublikum aus Politik, Verbänden und den Gewinnerprojekten von Ministerin Svenja Schulze begrüßt.

Copyright: BMU/Sascha Hilgers

Eine fünfköpfige Jury aus Logistik-ExpertInnen hatte zuvor fünf Preisträger gekürt und hielt die Laudationes.

Jurymitglieder Prof. Ralf Bogdanski von der TH Nürnberg und Jens Hilgenberg vom BUND. Fotos: cargobike.jetzt

Die fünf Gewinnerprojekte teilen sich ein Preisgeld von insgesamt 70.000 Euro. In dreien der Gewinnerprojekte spielt der Einsatz von Cargobikes eine zentrale Rolle:

Beim Forschungsprojekt Intelligente City-Logistik Altstadt der Stadt Heidelberg geht es um

die Nutzung von Mikrodepots in Verbindung mit E-Lastenrädern als Lösung auf der „allerletzten Meile“ in der Heidelberger Altstadt […]. Das umfassende Vorhaben dient der Entwicklung und Untersuchung einer White-Label-Lösung auf der letzten Meile, d.h. Sendungen sollen durch einen neutralen Anbieter gesammelt und gebündelt zugestellt werden.

Stadt Heidelberg bei der Preisübergabe mit Ministerin Svenja Schulze. Foto: cargobike.jetzt

Das europaweit aufgestellte Logistikunternehmen Dachser aus dem Allgäu konnte punkten mit dem Projekt Emissionsfreies Liefergebiet für Stückgutsendungen in Stuttgart, bei dem der Radlogistiker veloCARRIER für den Cargobike-Einsatz zuständig ist.

Das Projekt erprobt in der Stadt Stuttgart die Auslieferung von Stückgutsendungen mit E-Lkw (bis 18 t) als integrierte Lösung in Kombination mit elektrisch unterstützten Lastenrädern und Mikro-Hubs. Dachser schafft damit das erste emissionsfreie Liefergebiet für palettierte Stückgutsendungen, das vollelektrische LKW, Pedelecs und Mikrohubs in ein Logistiknetzwerk integriert.

In Stuttgart unterwegs für Dachser: Das neue „POWER-CARGO-BIKE“ von veloCARRIER/UM-Products. Foto: cargobike.jetzt

Das dritte Gewinnerprojekt mit Cargobikes wird von der Technischen Hochschule Nürnberg in Kooperation mit DPD und GLS durchgeführt. Das Projekt Nachhaltige Stadtlogistik mit Mikrodepot

untersuchte und realisierte die Einrichtung von Mikrodepots in Bestandimmobilien und anschließende Verteilung der Waren mit Lastenrädern. Neben der Reduzierung von Emissionen stand dabei die ökonomische Effizienz im Vordergrund, sodass der Einsatz von Lastenfahrrädern eine echte logistische Alternative der Paketzustellung wird.

„Umweltfreundlich unterwegs in Nürnberg“ – Foto: DPD

Die Jury hat sich damit für Projekte von größeren Akteuren entschieden und setzt auf deren besondere Ausstrahlungskraft. Ob das im Verkehrsbereich und speziell in der Logistik aufgeht?

Zuletzt hat der Berliner Volksentscheid Fahrrad eindrücklich gezeigt, wie eine Bewegung von unten zum zentralen Treiber einer neuen Verkehrspolitik werden kann. Bei der urbanen Logistik mit Cargobikes sind vor allem die jungen spezialisierten Radlogistik-Unternehmen die Treiber. Teilweise fahren diese auch Cargobike-Touren für die großen Paketzusteller. Doch da sie meist nicht bereit sind, sich dem weit verbreiteten Lohndumping bei Subunternehmern in der Paketzustellung anzuschließen, stockt die Ausweitung von Cargobike-Einsätzen in der urbanen Logistik. Ein Gegenbeispiel ist das Mikrodepot-Konzept in Hamburg, das von UPS mit eigenen Angestellten und eigenen Cargobikes sehr erfolgreich betrieben wird.

Bei einer Wiederholung des Bundeswettbewerbs könnte die Ergänzung der Jury um eine Person aus dem Gewerkschaftsspektrum sicherlich spannende Diskussionen auslösen.

Und wie es bei Wettbewerben so ist, haben alle auch einen persönlichen Favoriten. Bei mir selber ist es die Spedition für vermiedene Güter:

Das Ideenlabor will zu den Themen „Digitalisierung“ und „Rückbau von Verkehrsinfrastruktur“ forschen, die Ergebnisse verbreiten und darauf aufbauend ein Beratungsnetzwerk für Verkehrsvermeidung etablieren.

Die dazugehörige Webpage www.verkehrsvermeidung.de des European Institute for Sustainable Transport ist noch im Aufbau.

Auf jeden Fall ist es sehr zu wünschen, dass der Bundeswettbewerb 2019 fortgesetzt wird! Dann hoffentlich mit mehr Presse als bei der Premiere. Dass Cargobikes wieder mit auf dem Siegertreppchen stehen werden dürfte sicher sein.

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Wissenschaftlich erwiesen: Cargobike-Testen hilft!

Wissenschaftlich erwiesen: Cargobike-Testen hilft!

Projektleiter Johannes Gruber (DLR) im „Ich entlaste Städte“-Imagefilm

Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) hat ein Zwischenfazit des Cargobike-Testprojekts „Ich entlaste Städte“ gezogen. 400 Unternehmen und Einrichtungen haben bundesweit bereits teilgenommen und für drei Monate ein Cargobike getestet.

Dafür steht ein Testfuhrpark mit 152 Cargobikes und 23 unterschiedlichen Modellen zur Verfügung. Folgende Zwischenergebnisse der Begleitforschung hat das DLR am 26. November in einer Pressemitteilung veröffentlicht:

  • Rund 140.000 Kilometer wurde mit den Projektfahrzeugen bislang zurückgelegt. Die Tester zeichneten bislang über 12.000 Fahrten mit der projekteigenen App auf und bewerteten diese Fahrten, damit liefern sie eine wichtige Datengrundlage für die Verkehrsforschung.
Anschauliche Informationen und zwei Testerportraits gibt es im neuen „Ich entlaste Städte“-Imagefilm.
  • mehr als 98 % der Fahrten würden die Tester erneut mit dem Lastenrad zurücklegen. Zwei Drittel der mit den Projektfahrzeugen gefahrenen Kilometer wären in den Betrieben sonst mit Pkw oder leichten Nutzfahrzeugen durchgeführt worden.
  • Etwa jede fünfte am Projekt beteiligte Organisation gab an, im Anschluss an die Testphase bereits ein eigenes Lastenrad angeschafft zu haben, ein weiteres Drittel hält eine zukünftige Anschaffung für „ziemlich wahrscheinlich“ oder „ganz sicher“. Nur etwa zwei Prozent der Projektteilnehmer lehnen nach Abschluss der Testphase eine dauerhafte betriebliche Nutzung von Lastenrädern ab.
  • Als wichtigste Hemmnisse für gewerbliche Fahrradnutzung gaben die Tester schlechtes Wetter, eine unzureichende Radverkehrsinfrastruktur oder zu hohe Kosten an. Deutlich stärker als die Hemmnisse werden von den Testern allerdings die positiven Treiber der Lastenradnutzung wahrgenommen. Im Vordergrund stehen praktische Vorteile wie das Wegfallen der oft zeitaufwendigen Parkplatzsuche oder die direkte Erreichbarkeit der Fahrziele, aber auch „weiche“ Aspekte wie Image und Gesundheit.

In der Pressemitteilung kommt auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze zu Wort, deren Ministerium das DLR-Projekt aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative fördert:

Ich hoffe, dass der Lastenradtest viele Menschen überzeugt und sie ein Lastenrad zukünftig nachhaltig nutzen.

Noch bis Mitte 2019 können sich Unternehmen und Einrichtungen für einen dreimanatigen Cargobike-Test auf der Ich entlaste Städte-Seite bewerben.


Editorische Notiz: cargobike.jetzt ist als Projektpartner an „Ich entlaste Städte“ beteiligt – jedoch nicht an der wissenschaftlichen Begleitforschung.

 

 

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Anleitungen zum Cargobike Sharing

Anleitungen zum Cargobike Sharing

Im Bundesverkehrsministerium wurde engagiert über Cargobikes in öffentlichen Fahrradverleihsystemen und über Freie Lastenräder diskutiert.Cargobike Sharing hat Potential. Laut repräsentativer Umfrage Fahrradmonitor 2017 können 16 Prozent aller Deutschen sich vorstellen ein Cargobike-Leihsystem zu nutzen. Mit sieben Prozent ist der Anteil derjenigen, die sich den Kauf eines Cargobikes vorstellen können deutlich geringer.

Das Modellprojekt TINK lud am 26. Oktober 2018 zur Fachtagung „Entwicklung und Betrieb von öffentlichen Transportrad-Mietsystemen“. Rund 50 Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland kamen im Bundesverkehrsministerium (BMVI) zusammen.

Foto: Michelle Platt

TINK hat in seinen Partnerstädten Norderstedt (nördl. von Hamburg) und Konstanz – mit finanzieller Förderung des BMVI – öffentliche „Transportrad-Mietsysteme“ mit jeweils über 20 Cargobikes aufgebaut (siehe ausführlich im Beitrag Tink macht Schule).

Anlässlich der Fachtagung im BMVI wurde der TINK-Ratgeber Transportrad für Alle! veröffentlicht:

Dieser Ratgeber soll Kommunen dabei helfen, Schritt für Schritt ein Transportrad-Mietsystem einzuführen und es von Anfang an bestmöglich an die eigenen Gegebenheiten anzupassen.
Welche Räder sind geeignet? Ist die Integration von Pedelecs sinnvoll? Werden Stationen gebraucht? Wie und vor allem wo sollen sie aufgestellt werden? Wie kann ein Transportrad-Mietsystem finanziert werden?
Für Fragen wie diese bietet dieser Ratgeber eine Entscheidungshilfe. Neben Erfahrungen aus dem TINK-Projekt fließen Erkenntnisse aus anderen Transportrad-Projekten, aus Fahrradmietsystemen sowie aus der Literatur ein.

Der TINK-Ratgeber folgt auf das Handbuch zum Start eines freien Lastenrads, das vom Forum Freie Lastenräder im Dezember 2017 beim ADFC-Symposium in Berlin vorgestellt wurde.

Während TINK von kommerziellen Anbietern (nextbike in Norderstedt, Fahrradspezialitäten in Konstanz) betrieben wird und die Ausleihe kostenpflichtig ist basieren die Freien Lastenräder auf dem Commons-Gedanken.

Nach dem Start von Kasimir – Deine Lastenrad in Köln 2013 breitete sich das Konzept der Freien Lastenräder in Windeseile aus. Mittlerweile gibt es Freie Lastenräder in über 50 Städten in Deutschland und Österreich. Insgesamt rund 200 Cargobikes bieten die ehrenamtlichen lokalen Initiativen meist ein bis drei Tage am Stück kostenlos zum Verleih. Um eine Spende wird gebeten. Meist erleichtert ein Online-Buchungskalender den Leihprozess. Bisher war Hannah! Lastenräder für Hannover mit über 20 Cargobikes das größte Freie Lastenrad-Angebot. Kürzlich setzte sich fLotte – Freie Lastenräder für Berlin mit über 35 Rädern an die Spitze. Bei Hannah und fLotte werden neue Räder zunehmend aus öffentlichen Geldern finanziert.

Köln: Kasimir, der Vater aller Freien Lastenräder meets Donk-EE, ein kommerzielles Angebot von Naturstrom.

Doch zurück zur Fachtagung im Bundesverkehrsministerium.

Programm und Diskussion lebte von der Spannung zwischen dem Konzept der Freien Lastenräder und der Integration von Cargobikes in klassische öffentliche Fahrradverleihsysteme. TINK-Projektleiter Marco Walter berichtete, dass er in den 80er Jahren in Konstanz selbst einen nicht-kommerziellen Lastenrad-Verleih organisierte. Marco Weigert von nextbike merkte an, dass er sich eine Kooperation mit Freien Lastenrad-Initiativen vorstellen könne.

Claudia Hille vom Freien Lastenrad Ella in Erfurt kritisierte, dass manche Städte sich mit dem Verweis auf bestehende Freie Lastenräder aus ihrer Verantwortung stehlen, Cargobike-Sharing als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge zu begreifen und zu finanzieren. Der Verhaltenspsychologe und TINK-Projektbeirat Prof. Sebastian Bamberg lobte den „utopischen Gehalt“ der Freien Lastenräder als Beispiel für eine Verkehrswende von unten. Thomas Büermann vom Berliner ADFC und fLotte berichtete, dass dank öffentlicher Gelder mit dem Projekt fLotte-kommunal nun Freie Lastenräder auch gezielt in weniger fahrradaffinen Berliner Außenbezirken angeboten werden können.

Dr. Sophia Becker vom Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam stellte die Ergebnisse einer Befragung von 931 Nutzerinnen und Nutzern Freier Lastenräder in 30 Städten vor. Demnach ersetzte bei 45 Prozent aller Befragten das ausgeliehene Freie Lastenrad die Nutzung eines Autos. (Mehr dazu in dem Forschungsaufsatz Exploring the Potential of Free Cargo-Bikesharing for Sustainable Mobility).

Über die im April 2019 anstehende Integration von 20 (später bis zu 70) eCargobikes in das große Hamburger öffentliche Fahrradverleihsystem StadtRAD berichtete Olaf Böhm von der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (mehr dazu im Beitrag StadtRAD: Deutsche Bahn goes Cargobike Sharing in Hamburg). Um die Integration von zwei Cargobikes in das studentische Rüsselsheimer Fahrradverleihsystem ging es bei Benedikt Klein vom ASTA der Hochschule Rhein-Main.

Keinen Beitrag gab es zu kommerziellen Anbietern, die Cargobike Sharing-Angebote unabhängig von klassischen klassische Fahrradverleihsystemen anbieten. Ein sehr erfolgreicher Pionier ist hier carvelo2go in der Schweiz. In Köln ist 2017 Donk-EE gestartet und in den Niederlanden 2018 Cargoroo.

Fazit: Cargobike-Sharing bietet große Potentiale für die Verkehrswende, wächst schnell und diversifiziert sich. Mit dem TINK-Radgeber und dem Handbuch Freie Lastenräder haben interessierte Kommunen, Unternehmen und ehrenamtliche Initiativen nun praktische Handreichungen, für den Aufbau eines eigenes Cargobike Sharing-Angebots.

Links:


Editorische Notiz: Ich war als cargobike.jetzt Mitglied im TINK-Expertenbeirat, Mit-Initiator des Handbuchs freie Lastenräder und Referent auf der Fachtagung im BMVI.

 

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Update: Schon wieder neue Cargobike-Kaufprämien

Update: Schon wieder neue Cargobike-Kaufprämien

Am 4. November 2018 in Stuttgart: Verkehrsminister Hermann an der Spitze der Bewegung. Foto: Ministerium für Verkehr BW / ARTARI Aerials

Fast im Wochentakt entstehen neue Cargobike-Kaufprämien. Oft sind sie nach kurzer Zeit aufgebraucht. Hier ein Update aus Stuttgart, Aachen, Köln, Celle und Nürnberg.

Die Stadt Stuttgart startete am 4. Oktober ihre Cargobike-Kaufprämie für Privatpersonen mit Kindern. Am 6. November verkündete die Stadt per Pressemitteilung: „Rund 300 Familien und Alleinerziehende reichen Förderantrag ein“. Das seien „deutlich mehr als erwartet“. Jetzt wird eine Aufstockung des ursprünglichen Budgets von 250.000 Euro erwogen.

Schon seit September 2017 zahlt das Land Baden-Württemberg eine Kaufprämie für gewerbliche Cargobikes. Am 4. November lud Verkehrsminister Winfried Hermann nun FörderempfängerInnen zum gemeinsamen Fototermin ein (siehe Titelfoto). In der Pressemitteilung des Ministeriums heißt es:

„Wer ein E-Lastenrad fährt, hat sich an die Spitze der Verkehrswende gesetzt“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann zu den über 60 E-Lastenrad-Fahrern, die sich am Sonntag, 4. November 2018, im Ehrenhof des Neuen Schlosses in Stuttgart versammelt haben. […] Insgesamt hat das Land bisher rund 800 E-Lastenräder gefördert. „Die meisten davon ersetzen ein Auto. Es könnten noch mehr sein, wenn die Kommunen ebenso komfortable Stellplätze für Lastenräder auf der Straße anbieten würden, wie sie es für Pkw tun“, erläuterte Minister Hermann.

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte zum 1. Oktober eine Cargobike-Kaufprämie eingeführt.  Am 11. Oktober hat die Stadt Aachen eine zusätzliche eigene Kaufprämie für gewerbliche Cargobikes mit einem Budget von 50.000 Euro beschlossen. Details gibt es auf einer Infoseite der Stadt Aachen.

Am 22. Oktober folgte eine Pressemitteilung der Stadt Köln: Stadt will Anschaffung neuer Lastenfahrräder fördern. Der Gemeinderat soll im November über eine Cargobike-Kaufprämie mit einer Fördersumme von 100.000 Euro entscheiden. Antragsberechtigt sollen „kleine Unternehmen, Vereine und Zusammenschlüsse von Privatpersonen“ sein.

Bereits am 2. Oktober verkündete die Stadt Celle:

die Anschaffung von E-Lastenfahrrädern soll künftig mit 10 Prozent der Anschaffungskosten und maximal 500 Euro pro Rad sowie maximal 1.000 Euro je Antragsteller förderfähig sein.
Eine Sonderregelung gibt es für das dauerhafte Einrichten von Verleihsystemen für E-Lastenfahrräder. Hier ist eine einzelfallbezogene Festlegung der Förderquote vorgesehen, wobei das Augenmerk vor allem auf die Breitenwirkung des Verleihangebots und die verlässliche Präsenz des Projektträgers gelegt wird.

Auch in der CSU spricht sich die Beliebtheit von Cargobike-Kaufprämie herum. Der Bayernkurier berichtete am 24. Oktober über neue Forderungen der CSU-Stadtratsfraktion Nürnberg, um sich als „moderne Großstadtpartei“ zu profilieren:

Mit einem Förderprogramm für Lastenfahrräder soll Familien die Anschaffung dieser umweltfreundlichen Auto-Alternative erleichtert werden. „Mit 500 Euro Förderung für ein normales Lastenrad und 1000 Euro für die Elektro-Variante wollen wir die Anschaffung bezahlbar machen und die Leute motivieren, diesen Schritt zu wagen“, sagt CSU-Fraktionsvorsitzender Marcus König. Mit einem Lastenrad lassen sich sowohl die Wocheneinkäufe problemlos transportieren, als auch Ausflüge gemeinsam mit den Kindern bewältigen. „Mit Elektromotor ist so ein Lastenrad eine echte Alternative für die meisten Autofahrten“, so König weiter. Für dieses Projekt will die CSU einen Fördertopf mit 100.000 Euro in den Haushalt einstellen.

Ob auch der Parteifreund an der Spitze des Bundesverkehrsministeriums bald auf den Cargobike-Trend aufspringt?

Einen Überblick über alle aktuellen Cargobike-Kaufprämien in Deutschland und Österreich gibt es übrigens auf der Serviceseite Kaufprämien.

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