Pantanissima – Gran Fondo Marco Pantani: Der Pirat lebt weiter

Pantanissima – Gran Fondo Marco Pantani: Der Pirat lebt weiter

Pressereise – Ich stehe in der ersten Reihe, direkt unter dem Startbogen. Es ist 7 Uhr 15 und hinter mir stehen tausend Radfahrer und Radfahrerinnen. Neben mir stehen unter anderem Alessandro Vanotti, früher Nibalis Edelhelfer, oder der unglaublich fit aussehende Manuel Senni, letztes Jahr Sieger der Tour of Colorado. Vor uns läuft Tonina Pantani, Marcos Mama, herum, begutachtet die VIP-Gäste und grüßt hier und da. Gleich starte ich zu meinem allerersten Gran Fondo in Italien – genauer gesagt zum Gran Fondo Marco Pantani in Cesenatico. Ich bin Gast von Terrabici und darf daher von da starten, wo ich eigentlich so gar nicht hingehöre.

Tonina Pantani stromert am Start herum.

Der Radmarathon wird auch Pantanissima genannt. Es ist quasi das pantanigste, was man als Nichtprofi so machen kann. Der Start erfolgt in der Heimatstadt des Pirata, die Strecke führt über seine Lieblingsberge der Region und Mama Pantani schwenkt die Fahne für den Start.

“Direkt nach dem Start fährst Du an die Seite und versuchst, bei mir zu bleiben. Die sind verrückt. Verrückt!”, rät mir Alessandro Malaguti, Ex-Profi und schon die letzten beiden Tage mein Guide in der Emilia Romagna. Hinter mir scharren die Rennfahrer mit den Vorderrädern. Jap.  Denen mach ich Platz, ich bin noch zu jung zum Sterben. Es wird gescherzt, fotografiert, heruntergezählt, und schon wird das Rennen freigegeben.

Der Start ist angeblich neutralisiert, zu merken ist davon nicht viel. Ich fahre direkt an den Rand und schwimme in der Menge mit. Ich bekomme gar nicht mit, wo sich der scharfe Start befindet, so tief hänge ich im Unterlenker. Ich versuche nur, Ales Hinterrad vor mir zu halten und die Emilia-Romagna-Trikots nicht aus den Augen zu verlieren. Kurz wirds brenzlig, einer unserer Terrabici-Gang hat die Trinkflasche wegen eines Schlaglochs in einer Unterführung verloren. Die Flasche kullert mir zwischen die Laufräder, ich slide kurz – aber netterweise kullert die Flasche gleich wieder weg. Hui, das war knapp.

Ich versuche mit zunehmend schmerzenden Beinchen, mein Feld zu halten. Nach 15 Kilometern am Anschlag und einem 36er Schnitt gebe ich auf und falle hinten raus. Alter. Noch mindestens 55 Kilometer zu fahren und ich bin eigentlich schon mausetot. Ich werde von Feld um Feld aufgefahren und hinten wieder ausgespuckt. Irgendwann kann ich dann doch eine Gruppe halten, mit der ich zügig Richtung Hügel düse.

So langsam beruhigt sich auch meine Atmung und die Kilometer fliegen nur so vorbei. Ich bekomme Hunger. Nach 25 Kilometern – ich bin so eine Lusche. Aber so früh vor dem Rennen bringe ich nun mal kein Frühstück runter, also muss ich halt während des Rennens nachfüllen.

Mein Nebenfahrer erzählt mir: “I am *nuschel* hungry.” Ich wähne in ihm einen Verbündeten und schreie ihm entgegen: “Me too!” Er lächelt und schaut verwirrt. Fünf Sekunden später dämmert mir: Der gute Mann wollte mir sagen, dass er aus Ungarn kommt. Hungary, nicht hungry. Ähm ja. Jedenfalls krame ich kurz darauf meine erste Verpflegung von Ethic Sports aus der Trikottasche.

Die Strecke teilt sich. Meine Beine sind inzwischen wieder gut dabei und das bisschen Hunger habe ich auch in den Griff bekommen. Also kurze Strecke mit 73 Kilometern? Oder doch die mittlere mit 108 Kilometern? Oder doch kurz? Aaaah  – ach egal. Volle Kraft voraus auf die mittlere Strecke. Ich bin ja hier, um was zu erleben!

Kurz danach beginnt die Straße, stärker anzusteigen. Ja, Mist. Vielleicht wäre die kurze Runde doch ganz geil gewesen, finden die Beine, die die letzten beiden Tage schon gut performt haben. Meine Gruppe ist mir weggefahren, hinter mir sehe ich niemanden. Bin ich jetzt die Letzte? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen nach diesem crazy Tempo zu Beginn – da müssen noch welche kommen. Aber wo sind denn alle? Abgebogen auf die kleine Runde? Egal, solange es Pfeile gibt, komme ich da schon durch.

Die Straße wird langsam steiler, der Beginn des Anstiegs nach Ciola ist jetzt auch per Schild manifestiert. 6 Kilometer, durchschnittlich 5,5 Prozent. Dann auf in die Serpentinen! Es macht gerade nur so mittelmäßig Spaß, der Tacho scheint irgendwie stehengeblieben zu sein. Ich schalte in den kleinsten Gang, Hauptsache in Bewegung bleiben. Irgendwann rollen mich von hinten doch noch Teilnehmer auf. Juhu! Doch nicht allein auf der Strecke!

Anstieg nach Ciola.

Ich hänge mich an zwei nette Frauen aus Venedig dran. Sie erzählen, sie machen sowas fast jedes Wochenende. Irgendwann enteilen sie mir ein paar Meter. Ich fahre dafür auf zwei ältere Herren auf. Die können zwar kein Englisch, aber mit meinen drölf Worten italienisch und Händen und Füßen verständigen wir uns. Sie erklären mir, dass der zweite Anstieg zwar kürzer, aber steiler ist. Und ich doch ruhig vorbeifahren soll, wenn ich will. Och nö, tutto bene, grazie. Das gemächliche Tempo passt mir gerade ganz gut.

Langsam wachen die Beinchen auf, der Tritt wird lockerer – da ist der Anstieg aber schon wieder vorbei. Dafür erspähe ich direkt die Verpflegungszone, Ristoro heißt das hier. Bananen, Plätzchen, Minipizza – ein Träumchen! Ich kralle mir von allem etwas, fülle Wasser nach, schalte auf das große Blatt und stürze mich in die etwas neblige Abfahrt. Tja, da hab ich natürlich nicht mit diesem fiesen Gegenanstieg gerechnet – es geht noch einmal ein paar hundert Meter steil bergauf.

Essen!

Aber dann gehts endlich runter. Erst steiler in Haarnadelkurven, unten im Ort Mercato Saraceno könnte man dann auf die lange Route mit 145 Kilometern weiterfahren, ich biege aber auf die mittlere ab. Das reicht heute locker. Ich kreisele kurz mit einem Herren, bis uns die nächste Gruppe auffährt. Leicht bergab geht es jetzt flott Richtung Höhepunkt dieses Gran Fondo.

Der Höhepunkt, das ist der Anstieg nach Montevecchio, auch Cima Pantani genannt, weil der Pirat hier oft trainierte. Vier Kilometer, durchschnittlich 8 Prozent, maximal mehr als 15 Steigungsprozente. Gleich zu Beginn ragt die löchrige Straße steil nach oben. “No sono  Pantani” – ich bin nicht Pantani, seufze ich zu einem Mitfahrer. “Nemmeno io” – ich auch nicht, sagt er und lacht.

Cima Pantani – Anstieg nach Montevecchio.

Die ersten zwei Kilometer lassen kaum Gelegenheit, die Beine mal kurz zu entspannen. Alle paar hundert Meter steht in leuchtendem Rosa “Pantani” auf dem Asphalt. Mitten in einem der steilen Stücke spricht mich Sebastiano an. Wir unterhalten uns kurz und kurzatmig in italienisch-englisch darüber, wo wir herkommen, in welchem Hotel ich wohne. Und ich soll ihm doch bitte meine Telefonnummer geben, er will mich auf ein Eis einladen. Ähm ja, ne danke, gerade nicht. Außerdem bin ich mit Atmen beschäftigt, ich schätze mal so 8% hat die Straße gerade.

Er bleibt hartnäckig. Ich fahre extra langsam, damit er vorausfahren kann, und spiele den sterbenden Schwan – aber er bleibt bei mir. Dann halt anders: Ich sammle Kräfte, bitte in Gedanken Pantani um Hilfe und trete an. Sebastiano kann mir nicht folgen und ich gewinne Abstand. Ha! Klappt ganz gut und ich sammle noch ein paar Mitfahrer ein. Am Tacho fliegen die Zahlen der Kilometeranzeige nur so dahin. Schnell sind 3,5 Kilometer um, weit kann es nicht mehr sein. Währenddessen fliegen die beiden Führenden der langen Runde an mir vorbei: Profi Manuel Senni und Christian Barchi, manchen vielleicht vom Ötztaler Radmarathon bekannt. Was für ein Tempo!

Die letzten paar hundert Meter gehen fix vorbei. Die “Bergwertung” kommt direkt in Sicht. Davor steht in rosa auf der Straße geschrieben: “Sempre con te, Marco” – “Immer an Deiner Seite, Marco”, oben auf dem höchsten Punkt ist ein riesiger Felsen mit Foto von Pantani und rosa und gelben Bändern geschmückt, zum Gedenken an das 20-jährige Jubiläum von Giro- und Tour-Sieg von Marco Pantani. Cima Pantani eben.

Sempre con te, Marco.
Denkmal oben an der Cima Pantani.
Ristoro an der Cima Pantani.

Ich bediene mich auch hier am vollen Ristoro-Buffet, betrachte kurz das Pantani-Denkmal und schwinge mich wieder aufs Rad. Damit habe ich die beiden großen Anstiege der mittleren Runde hinter mich gebracht. Glaube ich zunächst. Dann erinnere ich mich an das, was Alessandro mir am ersten Tag gesagt hatte: “Die Cima Pantani ist gar nicht so schlimm. Du verzweifelst eher an den vielen kleinen Gegenanstiegen, die danach kommen”. Richtig, die hatte ich vergessen. Nix mit 25 Kilometer bergab. 10 Kilometer lang macht die Straße jetzt einen auf Achterbahn. Runter, hoch, runter, hoch, rechts, links, runter, hoch. Wie anstrengend!

Zumindest verfahren kann ich mich nicht, freundliche Streckenposten mit roten Fahnen weisen mir an Kreuzungen den richtigen Weg. Aber von mir aus dürfen die Gegenanstiege jetzt aufhören. Das grenzt langsam an Körperverletzung. Kurz, bevor ich absteigen und mich einfach an den Straßenrand legen möchte, erreiche ich das Flachstück. Ein freundlicher Herr spannt sich vor mich und lässt mich nicht arbeiten. Pfüh! Irgendwann biegt er ab – der gehörte gar nicht zum Gran Fondo, der wollte nur spielen. Und ich bin wieder allein.

Noch 15 Kilometer bis zum Ziel. Wo sind denn alle? Versprengte schnelle Gruppen von der langen Runde düsen an mir vorbei. Hin und wieder kann ich mich kurz an die Düser hangeln, aber meist bin ich gleich wieder weg. Also Unterlenker gekrallt und alleine los. Ich passiere das 10-Kilometer-Schild. Von hinten höre ich die nächste Gruppe heranfliegen. Ich beschleunige und ha, jetzt klebe ich dran am Hinterrad. Ich sitze im Expresszug Richtung Ziel – gutes Tempo und gerade noch so von mir zu halten. Bis die nächste Autobahnbrücke kommt – da platze ich leider weg. Zusammen mit einem Mitstreiter, der aber so grau ist, dass er gar nicht mehr vorankommt. Also wieder alleine weiter.

Die Kilometerschilder häufen sich. Noch 5. Noch 3. Noch 2 – ein Streckenposten ruft mir zu: “Ultimo kilometro!” und ich biege auf die ewig lange Zielgerade ein. Ein paar Zuschauer sind noch da und feuern kräftig an, ich trete nochmal rein und versuche, mich in vernünftigem Tempo über die Ziellinie zu retten. Geschafft! 108 Kilometer, 1200 Höhenmeter – das reicht dann jetzt für heute. Das Zielbier zusammen mit den Terrabici-Jungs ist hart verdient.

Geschafft!

Eine richtig schöne Runde war das und mit der Cima Pantani auch noch eine richtig emotionale Tour, ob man will oder nicht. Die Straßenmalereien sind wirklich rührend und man kann sich gut vorstellen, wie Marco Pantani sich seinerzeit am Anstieg nach Montevecchio den letzten Trainingsschliff geholt hat. Die Verpflegung während des Gran Fondo war klasse und auch über die Streckensicherung kann ich mich nicht beklagen. Der Gran Fondo Marco Pantani macht Lust auf mehr – es gibt ja noch genügend Events in der Region. Ich komme wieder! Das ist ein Versprechen. 🙂

Das Höhenprofil der mittleren Runde beim Gran Fondo Marco Pantani 2018.

Zwei Stunden nach meinem Zieleinlauf schnappe ich mir ein Leihrad vom Grand Hotel Cesenatico und rolle noch einmal zurück zum Zielbereich. Und da ist noch richtig was los! Die Siegerehrungen sind immer noch in vollem Gange. Ganz vorn dabei, mal wieder: Tonina und Paolo Pantani, Marcos Eltern. Ich komme gerade an, als Fabio geehrt wird. Fabio sieht kaum älter aus als 22, er war also vielleicht 8 Jahre alt, als Marco Pantani im Hotel “Le Rose” in Rimini starb. Er erzählt von seinem ganz persönlichen Giro d’Italia, bei dem er Geld gesammelt hat für die Fondazione Marco Pantani, eine karitative Stiftung, die von Tonina Pantani ins Leben gerufen wurde. Während er, umringt von Tonina und Paolo, erzählt, dass Marco sein großes Vorbild war, bricht er in Tränen aus. Tonina nimmt ihn fest in den Arm, Paolo legt die Hand auf seine Schulter.

Tonina und Paolo bei der Ehrung von Fabio, dem karitativen Radler.

Da wird mir nochmal richtig klar: Marco Pantani lebt weiter. Und zwar als Held in der kollektiven Erinnerung, sogar als Held der nächsten Generation, egal wie ambivalent man zu ihm stehen mag. Pantanissima ist nicht nur einmal im Jahr, Pantanissima ist immer, zumindest in Cesenatico.

Pantani-Statue in Cesenatico, enthüllt zu seinem 10. Todestag.

Transparenzhinweis: Alle Kosten der Reise wurden von Terrabici übernommen.

 

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Emilia Romagna mit dem Rennrad: Auf Marco Pantanis Spuren in Cesenatico

Emilia Romagna mit dem Rennrad: Auf Marco Pantanis Spuren in Cesenatico

Pressereise – Eine Anekdote besagt, dass Marco Pantani im Sommer immer ohne Proviant und Geld zum Training in die Hügel der Emilia Romagna aufgebrochen ist. Für den Durst gibt es zahlreiche Brunnen, an denen kühles Wasser gezapft werden kann. Und am Wegesrand gibt es Pfirsiche, Kirschen und viele andere Früchte, um den Hunger zu stillen.

Solche Legenden gibt es rund um Cesenatico viele, denn hier ist die Erinnerung an Marco Pantani sehr lebendig. Ex-Profi Alessandro Malaguti, mein Guide für die Tage in der Emilia Romagna, erzählt, dass in seiner Generation alle wegen Marco Pantani angefangen haben, Rad zu fahren. Klar! War ja in Deutschland mit Jan Ullrich genauso. Nur, dass der eine 14 Jahre nach seinem Tod in Italien immer noch als Held gefeiert wird und der andere, begleitet von Schadenfreude, Häme und Mitleid in Medien und sozialen Netzwerken, (hoffentlich erfolgreich) seinen Entzug durchzieht.


Inhalt


 

Rennradfahren in der Emilia Romagna

Zusammen mit Alessandro darf ich einige Tage lang Marco Pantanis Revier, die Emilia Romagna, mit dem Rennrad erkunden und den Gran Fondo Marco Pantani unter die Räder nehmen, eingeladen von Terrabici, einem Zusammenschluss von Hotels der Region. Leider nicht mit meinem eigenen Trek Émonda SL 7, denn das hat leider den Hinflug nicht überlebt. Die Gabel abgebrochen – kein schöner Start in diesen Kurzurlaub. Andrea Manusia, der Organisator des Trips von Terrabici, ist jedoch auf Zack und organisiert mir direkt ein Pinarello vom Hotel Lungomare als Ersatzmaschine – nicht schlecht, so kleine Räder findet man nicht immer auf Anhieb! Wenn ich schon nicht mit meinem Schätzchen fahren darf, dann ist das doch zumindest ein kleiner Trost.

Letzte Handgriffe – Alessandro stellt mein Leihrad auf mich ein.

Am Tag der ersten Tour genieße ich das Frühstück im Grand Hotel Cesenatico und fühle mich halbwegs gerüstet für die Tour mit Alessandro. Er war bis 2016 Profi, hat die Route Adélie 2013 gewonnen, fuhr 2015 den Giro d’Italia mit und landete da beim Etappenfinish in seiner Heimatstadt Forlí sogar auf dem Podium. Um kurz nach neun taucht er auf, sicherlich ein paar Kilo mehr auf den Rippen als zu Profizeiten, aber die Beine sehen immer noch ziemlich profimäßig aus. Na, hoffentlich lässt er Gnade walten! Wir stellen noch schnell das Leihrad auf mich ein und schon gehts los. Ich hänge mich in seinen Windschatten und er führt mich hinaus aus Cesenatico.Vorbei am Haus der Pantanis und immer weiter weg vom Meer, hin zu den Hügeln im Süden der Emilia Romagna, den Ausläufern der Apenninen. Ein kurzer Espresso in Cesena und weiter geht es auf ruhigen Nebenstraßen fast ohne Verkehr.

Cesena

Es ist schon richtig warm und ich bin froh, dass ich morgens brav Sonnencreme aufgetragen habe. Und dass es überall Brunnen gibt, an denen man mal eben seine Trinkflasche mit kühlem Wasser auffüllen kann. Auffüllen ist nötig, denn ab jetzt geht es erst einmal bergauf –  bestimmt mehr als 10% Steigung hats hier. “Hier bin ich früher mit dem großen Kettenblatt hoch”, erklärt Alessandro. Na bravo, so würde ich keine drei Meter weit kommen. Aber ich will mir keine Blöße geben, so lange kanns ja hier nicht bergauf gehen, also tapfer weiterkurbeln. Nach einigem Ab und viel mehr Auf erreichen wir Bertinoro mit dem sehenswerten Palazzo Ordelaffi und genießen einen tollen Blick über die südliche Emilia Romagna.

Ausblick von Bertinoro über die Emilia Romagna

Jetzt aber los, wir haben einen Termin zum Lunch in Fratta Terme, da müssten wir unbedingt den Rotwein probieren, sagt Alessandro. Es geht hinab, in flowigen Kurven,  bis wir Fratta Terme erreichen und das dortige Grand Hotel. Die gebürtige Südtirolerin Manuela Weissteiner empfängt uns in dem historischen Thermenhotel, zeigt uns Wellnessbereich und Speisesaal und erklärt die Möglichkeiten für Radsportler in der Region. Vor allem fürs Frühjahrstrainingslager und zu den Gran Fondos checken die Radler im Grand Hotel ein, erzählt Manuela, nachdem wir mit einem Glas Rotwein angestoßen haben – Alessandro hat nicht zu viel versprochen. Zum Abschluss gibt es noch einen leckeren, hausgemachten Schokoladenlikör – ich hoffe, es gibt auf den letzten 30 Kilometern wirklich keine Hügel mehr. “Nur noch bergab”, sagt mein Guide lachend. Na, wehe wenn nicht!

Manuela Weissteiner – Grand Hotel Fratta Terme

Wir brechen auf, zur entspannten Heimfahrt? Nicht ganz. Wir erspähen dunkle Gewitterwolken mit Kurs auf uns. Na gut, dann also los – hinein in Ales Windschatten und jenseits der 30 km/h dahin. Ohje, meine Beine jammern. Langsam gebe ich auf und platze immer weiter weg von seinem Hinterrad – aber wir machen zu meinem Glück noch einen kurzen Stopp bei den Salinen von Cervia. Das sind seichte Wasserbecken, aus denen schon seit der Römerzeit Salz gewonnen wird. Ich sehe sogar Flamingos in den Salinen herumstaksen, wie cool! Wir kehren nach 80 Kilometern genau zum richtigen Zeitpunkt nach Cesenatico zurück, wenige Minuten später beginnt es zu tröpfeln.

Salinen von Cervia – irgendwo ganz klein sind Flamingos drauf!

Erstmal duschen und danach steht noch das Italian Bike Festival in Rimini auf dem Programm, eine Art Mini-Outdoor-Eurobike über drei Tage mit vielen großen Herstellern und Möglichkeiten für eine Testfahrt – wehmütig schleiche ich am Trek-Stand um das Émonda herum, mein eigenes steht ja leider kaputt im Hotelzimmer herum. Dazu lerne ich Manuel von Ethic Sports kennen, das Unternehmen kommt aus der Region und stellt garantiert dopingfreie Sporternährung her. Ein paar der Produkte retten mich auf den Touren in der Emilia Romagna vor dem Hungerast. Vielen Dank dafür!

Italian Bike Festival
Trek Emonda – aber nur fast die richtige Gabel.

Später beim Abendessen gibt es dann noch eine faustdicke Überraschung. Organisator Andrea verkündet eine Planänderung: Zwar gibt es morgen noch einmal eine Radtour, die verkürzen wir aber, um nachmittags mit Mario Cipollini radzufahren. Bitte was?

Der Rubikon wird überschritten

Hier wird der Rubikon überschritten.

Bei der Rennradtour am nächsten Tag wird die Gruppe größer: Thomas vom französischen Cyclist-Magazin und Andrea Manusia starten mit Alessandro und mir morgens zur zweiten Tour. Wir fahren auf bezaubernden, wenn auch öfter mal leider löchrigen Nebenstraßen und rollen Richtung Berge am Horizont. Wir überschreiten, – na gut – überfahren den Rubikon in Savignano, direkt unter den wachsamen Augen der Cäsar-Statue an der Brücke.

Serpentinen nach Sogliano al Rubicone
Ein Espresso geht immer.
Schöne Altstadt in Sogliano.

Danach geht es stetig bergauf entlang des Rubicone-Tals, wir schlängeln uns durch Pfirsichfelder und Zypressenalleen, und schrauben uns einige Serpentinen hinauf nach Sogliano al Rubicone, ein traumhafter Ausblick ist dabei unser stetiger Begleiter. Oben angekommen halten wir für einen schnellen Espresso. Danach geht es fix hinab, zurück Richtung Cesenatico. Cipo wartet schließlich auf uns!

In Cesenatico kehren wir im Hotel Lungomare ein für ein kleines Mittagessen. Von hier aus soll die Ausfahrt mit Cipollini und weiteren bekannten Namen stattfinden, zum Gedenken an Marco Pantanis Doppelerfolg bei Giro und Tour im Jahr 1998, vor genau 20 Jahren. Bereits eine halbe Stunde vor Abfahrt versammelt sich ein Dutzend Pirata-Lookalikes vor dem Hotel. Stilecht mit Piratentuch, Bianchifahrrad und Mercatone-Uno-Kit. Komplettiert wird das Aufgebot von Ex-Profis und Pantani-Weggefährten wie Wladimir Belli, Evgenij Berzin oder Marco Velo.

Pirata-Loolalikes.
Tonina herzt die Nachwuchs-Pantanis.
Französischer Pantani-Fan – auch er wird von Tonina begrüßt.
Gruppenbild mit Radsporthelden.

Zwischen den Pirata-Fans laufen Tonina und Paolo Pantani, Marcos Eltern, herum, Mama Tonina herzt alle Bekannten und solche, die sich als besonders begeisterte Pantani-Fans zeigen. Mario Cipollini ist inzwischen auch zur Gruppe gestoßen (unübersehbar – was für ein massives Muskelpaket, der Mann!). Noch ein Foto mit allen bekannten Gesichtern und schon geht es los. Mehr oder weniger geschlossen rapple ich mit etwa 100 Radfahrern durch Kreisverkehre, über Schlaglöcher und über Autobahnbrücken. Schließlich erreichen wir den Friedhof von Cesenatico, wo die Pantanis ihrem Marco ein Denkmal gebaut haben.

Stylisches Begleitfahrzeug für die Pantani-Gedächtnisfahrt!

Wir stellen unsere Räder außen an die Friedhofsmauer und klicken uns mit den Radschuhen durch die Gräber, ganz nach hinten, wo Pantanis letzte, eindrucksvolle Ruhestätte liegt. Außen schraubt sich um das gemauerte Familiengrab ein Absatz hinauf, einer Straße gleich, die einen Berg hinaufführt. Innen thront eine Büste von Marco Pantani vor Fotos seiner größten Erfolge und über zahlreichen Blumen und kleinen Geschenken an den verlorenen Sohn von Cesenatico. Darunter steht: “Sul gradino piú alto del podio … per sempre.” – Auf der höchsten Stufe des Podiums. Für immer. Eine echte Pilgerstätte für die Tifosi des Pirata und ein würdiger Platz für einen Volkshelden.

Das Mausoleum der Famiglia Pantani.
Pantani-Büste im Inneren des Familiengrabs.

Die Promis legen Blumen nieder, alle Radfahrer gehen kurz hinein in das Mausoleum, bekreuzigen sich und klackern wieder hinaus. Ich halte mich recht weit hinten und bin eine der letzten, die hineingehen. Mit mir betritt Tonina Pantani das Familiengrab, sie ist geschäftig, kümmert sich um welke Blumen, drapiert neue Blumen ordentlich hin und klopft drei Mal an das Marmorgrab, als ob sie ihrem Sohn kurz “Hallo” sagen möchte.

Die Radfahrerprozession setzt sich langsam wieder in Bewegung. Noch ein Fotostopp am Spazio Pantani, dann löst sich die Gruppe in alle Himmelsrichtungen auf. Der Spazio Pantani ist ein Museum direkt am Bahnhof von Cesenatico, das sich ganz der Karriere von Marco Pantani gewidmet hat. Seine Trikots, die wichtigsten Rennräder, akribisch über die Zeit gesammelte Zeitungsartikel von seiner Jugend bis zum Ende seines Lebens, Briefe an ihn nach seinem Tod. Auf TV-Geräten flimmern die Aufnahmen, auf denen der Pirat seine berühmten Attacken fährt.

Spazio Pantani – Museum in Cesenatico

Cesenatico ist eine Stadt, die wirklich um ihren Helden trauert. Hinter der Heldenverehrung steckt natürlich auch Marketing, aber viel mehr sehe ich hinter den vielen Pantani-Erinnerungen den verzweifelten Versuch einer Mutter, ihren Sohn so lange wie möglich lebendig zu halten und so die Katastrophe zu verarbeiten. Marco Casadio Strozzi, der den Gran Fondo Marco Pantani mitorganisiert, kann ein Lied davon singen, wie sehr Tonina Pantani immer noch involviert ist in jedes Event, das den Namen ihres Sohnes trägt. Beim Abendessen im Zentrum von Cesenatico rollt er mit den Augen – “Tonina ist um die 70 und sie macht sich so viel Stress!”

Zum Wochenende der Pantanissima, wie der Gran Fondo Marco Pantani auch genannt wird, gibt es viele Aktionen, um an den Giro- und Toursieger von 1998 zu erinnern. Sogar ein Galaabend ihm zu Ehren wird am Vorabend des Gran Fondo veranstaltet. Cesenatico ist nicht nur radsportverrückt, Cesenatico ist noch mehr Pantani-verrückt.

Die Emilia Romagna zeigte sich mir nicht nur als toller Ort zum Radfahren und um auf Pantanis Spuren zu wandeln, auch die Gastfreundschaft und Diversität hat mich beeindruckt. Was ich von den Familienurlauben als Kind immer nur als Strand, Meer und Gelato im Kopf hatte, eröffnete sich mir als abwechslungsreiche, kulinarisch und kulturell spannende Region.

Sprizz und Piadine – allein dafür lohnt es sich, in die Emilia Romagna zu kommen!

Ich komme sicher wieder, vielleicht für ein Frühjahrstrainingslager, vielleicht traue ich mich auch mal an die Nove Colli. Mit dem Gran Fondo Marco Pantani konnte ich mir ja schon  einmal ein Bild von der Radmarathonszene in der Emilia Romagna machen – aber das ist eine andere Geschichte…


Hotels für Rennradfahrer

  • Hotel Lungomare Cesenatico
    Hier wird Radsport gelebt: ein großer Radkeller, geführte Touren in verschiedenen Leistungsklassen, Sonderaktionen mit prominenten Gästen wie Paolo Savoldelli – hier gibt es alles, was das Radfahrerherz begehrt. Silvia Pasolini empfängt ihre Gäste auch auf Deutsch und hat viele Tipps und Anekdoten parat für die Radurlauber.
  • Grand Hotel Fratta Terme
    Das Grand Hotel Fratta Terme ist ein Wellnesshotel, das alles mitbringt, was Sportler brauchen. Einen großen Wellnessbereich, gutes Essen und eine tolle Lage in der Emilia Romagna. Im Frühjahr und zu Radveranstaltungen gibt es immer wieder Sonderaktionen für die radelnden Gäste. Das Grand Hotel Terme Roseo gehört zum gleichen Betreiber.
  • Grand Hotel Cesenatico
    Hier verbrachte ich die vier Nächte in Cesenatico. Das Hotel hat mich sehr beeindruckt mit zuvorkommendem und freundlichem Personal, ein sehr herzlicher Familienbetrieb in gehobenem Ambiente. Das Grand Hotel Cesenatico ist zwar nicht direkt ein Bike-Hotel, jedoch geben die Mitarbeiter gerne Tipps und Hilfestellung zu Radverleihern und helfen auch mal mit, wenn das Pedal am Rennrad klemmt 😉 (Danke nochmal!)  Mein Rennrad durfte ich ohne Murren mit aufs Zimmer nehmen.
Grand Hotel Cesenatico

Rennradtouren

Bei den Touren kann man sich natürlich von den zahlreichen Radveranstaltungen in der Region inspirieren lassen. Nove Colli, Gran Fondo Marco Pantani, Gran Fondo Riccione… überall gibt es tolle Strecken zu entdecken. Die Herausforderung ist, die Nebenstraßen zu finden, die zwar vielleicht nicht immer die Qualität deutscher Straßen haben, aber dafür fast ohne Verkehr zu befahren sind.

Pantani in und um Cesenatico

Wie weit die Heldenverehrung in Cesenatico geht? Im Stadtzentrum gibt es eine lebensgroße Pantani-Statue, ein Pantani-Museum, das Pantani-Grab ist immer mit frischen Blumen und kleinen Geschenken an den Pirata geschmückt und die Hügel der umliegenden Umgebung haben nicht selten einen Namenszusatz wie “Cima Pantani”, wenn der Pirat hier besonders oft trainiert haben soll. Natürlich gibt es auch ein Pantani-Kinderteam und die Fondazione Marco Pantani, eine Stiftung, die karitative Zwecke verfolgt und beispielsweise Krankenwagen kauft.

  • Spazio Pantani
    Museum am Bahnhof in Cesenatico, der Eintritt kostet 5 Euro.
    Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 9:00 – 12:30 Uhr und 15:30 – 19:00 Uhr

    Spazio Pantani
  • Mausoleum Famiglia Pantani
    Das Grab von Marco Pantani ist ein emotionales Denkmal, das es sich zu sehen lohnt. Zu finden im Friedhof von Cesenatico.
  • Statue
    Zum zehnten Jahrestag von Marco Pantanis Tod wurde im Stadtzentrum eine Bronzestatue aufgestellt.
  • Cima Pantani
    Der Anstieg nach Montevecchio wird auch “Cima Pantani” genannt. Der bis zu 17% steile Anstieg soll vom Piraten oft im Training befahren worden sein. Der Anstieg ist voll mit Straßenmalereien, oben auf der Spitze steht ein Pantani-Denkmal.

 


Transparenzhinweis: Alle Kosten der Reise wurden von Terrabici übernommen.

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Was Sieger im Saarland erleben – 3. Etappe von Trier nach Merzig

Was Sieger im Saarland erleben – 3. Etappe von Trier nach Merzig

Die Porta Nigra in Trier – eine wirklich beeindruckende Kulisse für den Start der dritten Etappe der Deutschland Tour. Vor dem römischen Stadttor fügt sich die Deutschland Tour wunderbar ein in das Gesamtbild.

Porta Nigra in Trier

Nachdem ich noch zu Regengeräuschen aufgewacht war, scheint zum Start sogar die Sonne.  Der Wettergott scheint Radsportfan zu sein.  Die Strecke verspricht heute richtig Spannung, zunächst geht es flach von Trier hinüber ins Saarland, wo dann einige Hügel auf die Profis warten.

Stefan Schwenke stellt das Team Movistar vor.

Da Merzig quasi eingekreist wird von den Profis und daher die Strecke wohl früh gesperrt wird, schaue ich mir nur eine Weile die Einschreibung an,  führe nette Gespräche und mache mich eine halbe Stunde vor dem Start auf zum Auto, um rechtzeitig vor dem Feld auf der Strecke zu sein. Das gelingt mir auch ganz gut – nur habe ich das Nachwuchsrennen der U17w in Merzig nicht auf dem Plan. Die schnellen Juniorinnen kreisen Merzig natürlich auch ein und somit stehe ich zusammen mit allen anderen, die genauso schlau waren wie ich, vor Merzig rum. Die Mädels sollen natürlich auch eine perfekt gesperrte Strecke vorfinden, wie die Profis. Also warten wir geduldig.

In Merzig angekommen, verschaffe ich mir erst einmal einen Überblick. Das ist gar nicht so schwer, das Städtchen ist überschaubar – aber heute richtig voll mit Menschen. Sehr schön! Bereits während der ersten von drei Zieldurchfahrten ist die Stimmung hervorragend, die Spitzengruppe wird lautstark nach vorne gejubelt.

Spitzengruppe bei der ersten Zieldurchfahrt in Merzig.

Ich schleiche mich danach mal hinein in die TV-Produktion, die findet in einem ausgebauten Lieferwagen statt. Ich hänge mich an einen der Mitarbeiter dran, folge ihm durch die Tür hinein und stehe dann in einer dunklen Kammer mit vielen Bildschirmen an der Wand. Es ist still, bis auf die Anweisungen des Bildregisseurs – und der fasziniert mich. Er parliert in drei Sprachen, Deutsch, Englisch und Französisch, mit den Kameraleuten auf der Strecke, im Helikopter und im Zielbereich, gibt ganz klare Order und ist voll im Flow.

“Klaus, nach diesem Ort gibt es einen schönen Ausblick auf die Saar, schwenk da dann mal hin. Small attack in the peloton, Moto deux, reste la. Helico, now zoom out so we can see the distance between the tête de la course and the peloton, oui comme ca, merci.”

Er hat alle Bildschirme im Blick und erkennt sofort, welche Kameraeinstellung gerade gefragt ist, keine Attacke entgeht ihm. Mit einer Art Joystick und zahlreichen Knöpfen wechselt er von Kamera zu Kamera.

Zusätzlich erklärt er dem Kollegen, der neben ihm sitzt und offenbar mit den deutschen Radsportbegriffen noch nicht so klar kommt, welche Einblendungen er jetzt braucht. “Ce sont les poursuivants – Ver-fol-ger”. Vorher wurde mir erzählt, man sehe hier in der TV-Produktion eigentlich nichts Besonderes, nur viele Bildschirme. Aber ich bin ziemlich fasziniert, was für ein Multitalent!

Ich reiße mich dennoch irgendwann los, schließlich stehen noch zwei Zieldurchfahrten an. Die Profis veranstalten ein richtiges Radrennen und attackieren fleißig an jeder Steigung. Bei der letzten Zieldurchfahrt ist noch alles offen, im Zielsprint hat dann Matej Mohoric, der slowenische Meister, die Nase deutlich vorn.

Matej Mohoric gewinnt in Merzig.
 Im Laufschritt hinter Loic her. Wo ist der Sieger?

Ich darf den Sieger heute begleiten, von der Ziellinie bis zur Siegerehrung. Sobald das Feld und die Teamfahrzeuge also die Ziellinie passiert haben und die Strecke nicht mehr lebensgefährliche Zone ist, renne ich hinter Loic her. Er ist einer der beiden Projektleiter der Deutschland Tour und sorgt eben auch dafür, dass der Sieger so fix wie möglich auf dem Podium steht.

Matej Mohoric ist bereits umringt von Kameraleuten und Menschen, die ihm Mikros ins Gesicht halten und dem atemlosen Sieger die ersten Fragen stellen. Eine Minute später fährt er wieder Richtung Ziel und Podium, also wieder zurückrennen, jetzt hinter Mohoric.

Uuund wieder zurück zum Ziel.

Der Sieger wird hineinbugsiert in einen Pavillon neben der Bühne, hier wird das offizielle Siegerinterview gehalten. Inzwischen trifft auch Robin Carpenter ein, der heute das Bergtrikot erkämpfen konnte. Ihm darf ich sein Rad abnehmen und stelle es – ohgottohgottohgott – an die sicherste Stelle, die ich erspähe.

Mohoric beim Siegerinterview direkt nach dem Rennen.

Danach wird Matej Mohoric auf der Bühne geehrt. Zunächst für den Etappensieg – hier wird ihm sogar von Außenminister Heiko Maas persönlich gratuliert – dann bekommt er das Leadertrikot übergestreift, das Trikot des Punktbesten und das Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Keine schlechte Ausbeute!

Nach der Siegerehrung steht die Pressekonferenz an. Doch Moment – fehlt da nicht was? Die Dopingkontrolle! Aber Matej Mohoric wird dieses Mal nicht getestet. Im Gegensatz zu 1.1-kategorisierten UCI-Rennen, bei denen im Ziel der Sieger immer zur Dopingprobe muss, ist das bei einem 2.1-Rennen nicht unbedingt der Fall. Das heißt aber nicht, dass es keine Kontrollen gibt: Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) kann dafür wie sonst auch jederzeit für Tests vorbeischauen bei den Fahrern. Zudem soll der Trend weg von den vorhersehbaren Kontrollen hin zu intelligenten Kontrollen gehen.

Auf dem Weg zur Pressekonferenz.

Also geht es direkt ins Pressezentrum, das eigentlich eine Schule ist. Die Journalisten freuts, denn  bei der ersten Etappe, die von Alvaro Hodeg gewonnen wurde, mussten sie noch 1,5 Stunden nach dem Rennen auf den Sieger warten aufgrund der Dopingkontrolle, die sich hingezogen hatte. Bei der Pressekonferenz heute ist der gerade einmal 23-jährige Mohoric freundlich, aber auch selbstbewusst. Er möchte das Leadertrikot verteidigen, außerdem plant er nächstes Jahr einen großen Auftritt bei den Frühjahrsklassikern und wer weiß, was mal bei der Tour de France passiert. Deutschland findet er gut, kühles Wetter, gute Straßen, gerne wieder.

Als alle Fragen gestellt sind, posiert Mohoric noch ein paar Mal geduldig für Fotos und streckt die Daumen nach oben. Dann ist er auch schon wieder weg, rollenderweise auf dem Weg Richtung Teambus. Auch wir packen unser Pressezentrum zusammen und machen uns auf den Weg . Der einzige Transfer der Rundfahrt steht an, knapp zwei Stunden Autofahrt trennen Merzig und Lorsch, wo morgen die Etappe beginnt.

Und schon ist der Sieger wieder weg.

Wieder ein Tag bei der Deutschland Tour geschafft. Jetzt fehlt nur noch die finale Schlussetappe von Lorsch nach Stuttgart. Ich hoffe, die Begeisterung an der Strecke hält an und auch sportlich könnte das noch einmal richtig spannend werden mit dem steilen Herdweg sechs Kilometer vor dem Ziel. Dazu kommt das Jedermannrennen – volles Programm also! Ich hoffe, wir sehen uns!

 

 

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Ein Tag im neutralen Materialwagen: 2. Etappe von Bonn nach Trier

Ein Tag im neutralen Materialwagen: 2. Etappe von Bonn nach Trier

Die erste Etappe der Deutschland Tour hat die Messlatte ganz schön hoch gelegt. Tolles Wetter, richtig viele Zuschauer, ein spannendes Rennen. Hält die zweite Etappe, was die erste verspricht?

Andrang beim Team Sky.
Tom Dumoulin gibt fleißig Autogramme.

Die zweite Etappe startet im Zielort des Vortags Bonn und führt nach Trier. Um im Rennen dabei zu sein, müssen die Profis sich einschreiben, jeden Tag vor jeder Etappe. Das sieht so aus: Auf einer Bühne im Startbereich befindet sich eine große Tafel, die alle Fahrernummern enthält. Jeder Fahrer unterschreibt dann bei seiner Nummer und ist damit auf der Startliste, zusätzlich wird er vom Sprecher auf der Bühne vorgestellt. Somit ist die Einschreibung für die Zuschauer eine tolle Gelegenheit, die Fahrer zu erleben und vielleicht sogar ein Autogramm oder ein Selfie mit dem Favoriten zu bekommen.

Bei der Einschreibung in Bonn sieht der Himmel erst einmal nicht nach Sommer aus. Zumindest bleibts aber trocken und obwohl es Freitag und damit ein (fast) normaler Werktag ist, sind bereits viele Fans zum Start nach Bonn gepilgert, um den Start zu verfolgen. Die deutschen Fahrer und die großen Namen werden bejubelt – so viel Enthusiasmus so früh am Morgen. Nicht schlecht, Bonn!

Team Bora-hansgrohe bei der Einschreibung.

 

Ich darf die heutige Etappe im neutralen Materialwagen von Vittoria verbringen. Falls ein Fahrer einen technischen Defekt hat und der Teamwagen gerade nicht greifbar ist, kommt der neutrale Materialwagen zum Einsatz. Genauso helfen die Vittoria-Leute bei der Verpflegung oder allem, was sonst der Teamwagen übernehmen würde.

Mein Standort für heute ist der Beifahrersitz. Neben mir hat Giovanni die Macht über das Lenkrad und den Funk, auf der Rückbank wartet Stefano auf seinen Einsatz zusammen mit drei Ersatzlaufrädern und einem gut bestückten Werkzeugkasten. Übrigens ist Stefano für alle Fälle gerüstet – alle Disc- und Felgenbremssysteme hat er im Sortiment, die von den Teams gefahren werden.

 

Anfangs fällt es mir etwas schwer, mit den beiden ins Gespräch zu kommen. Ich verstehe zwar etwas italienisch, sprechen funktioniert aber nur so mittelgut, abgesehen vom Fragen nach Briefmarken und dem Zählen bis 100. Auf Englisch können wir uns gut unterhalten, allerdings scheint vor allem Giovanni heute nicht so viel Lust zu haben, das Rennen zu erklären – er taut erst auf, als er merkt, dass ich nicht ganz ahnungslos in Sachen Radsport bin.

Giovanni ist der Chef der Materialservice-Truppe bei der Deutschland Tour, drei Vittoria-Autos sind im Feld unterwegs. Er arbeitet auch außerhalb der Deutschland Tour als Fahrer, er war selbst früher Radprofi und fuhr 13 Grand Tours mit. Zudem – und als er das erzählt, bekommt er leuchtende Augen – hat er sein eigenes Frauenteam, bei dem er Sportlicher Leiter ist.

Stefano arbeitet direkt bei Vittoria, er ist am Hauptsitz in Bergamo für den Service und die Reparatur von eingeschickten Felgen zuständig. Er hat aber sonst mit dem Rennradfahren nichts am Hut. „Einmal im Jahr fahre ich 30 Kilometer, dann weiß ich wieder, dass das nichts für mich ist“, seine Leidenschaft liegt eher beim Enduro.

Wir starten in Bonn ein paar Minuten vor dem Feld, hinter der großen Polizeikolonne. Der Weg durch Bonn ist gesäumt von Fans – unglaublich, was auf den Straßen los ist, noch vor Kilometer Null, bei dem der scharfe Start erfolgt. Das zieht sich durch bis Trier: In jedem Nest stehen die Leute an der Straße, beeindruckend!

Wir blicken in lauter erwartungsvolle und fröhliche Gesichter, viele Kinder dürfen sich vor der Schule platzieren und haben die tollsten Plakate gebastelt. Der Materialwagen ist eben auch ein echter Hingucker, viele zücken die Handys, um ein Foto zu machen, als wir vorbeikommen.

Giovanni hat ganz links im Fußraum noch ein zusätzliches Pedal – damit wird die charakteristische Hupe ausgelöst, die so oft bei Radrennen zu hören ist. Diese Hupe lässt er immer ertönen, wenn wir an größeren Gruppen vorbeifahren. Mindestens ein Lächeln, mal kommt richtiger Jubel zurück. Es ist manchmal so einfach, Menschen glücklich zu machen.

Über den Funk Radio Tour erfahren wir, dass die ersten Attacken aus dem Feld im Gange sind. Es dauert jedoch einige Kilometer, bis sich eine stabile Spitzengruppe gebildet hat. Die gewinnt dann aber schlagartig an Boden. Der Vorsprung wächst innerhalb kürzester Zeit auf fast vier Minuten und wir halten jetzt am Straßenrand. „Warten wir jetzt auf die Gruppe?“ – Giovanni nickt, sagt „Si“, und schaut konzentriert auf die Strecke. Die vier Spitzenreiter schießen um die Kurve und rasen an uns vorbei. Der Motor unseres Autos heult auf und wir bekommen schnell den Anschluss an die Gruppe.

 

Wir sind der erste neutrale Materialwagen hinter der Spitze, zwischen uns und dem Feld ist noch ein Vittoria-Wagen, als Back-Up. Dann fährt noch einer hinter dem Feld – die Crew ist jedoch meistens recht arbeitslos, da ohnehin meist zwei Autos je Team hinter dem Peloton unterwegs sind.

Zweimal fahren wir direkt hin zu den Fahrern, Giovanni bietet aus dem Fahrerfenster Flaschen und Riegel an, die Fahrer nehmen das gerne an. Hin und wieder wird es etwas wilder, wenn wir die Kurven in den Abfahrten mit quietschenden Reifen nehmen.  Ansonsten haben wir einen ruhigen Tag und können die Landschaft genießen. Das lohnt sich – wir fahren durch atemberaubende Flusstäler mit Weinbergen, inzwischen ist auch die Sonne rausgekommen.

Ich habe zwar den ganzen Vormittag nix getrunken, um genau das zu vermeiden, aber – ich muss mal. Anfangs denke ich mir noch: Ach, das geht schon. Nach etwas mehr als zwei Rennstunden bin ich aber langsam verzweifelt. Es sind noch drei Stunden bis ins Ziel. Wir sind direkt hinter der Gruppe, ich kann doch jetzt nicht… Aber es muss sein. „Äh, excuse me, äh, could we please soon stop somewhere in the woods?” Giovanni grinst fast unmerklich, nimmt sein Funkgerät, ordert den zweiten Materialwagen nach vorne und hält am Waldrand. Hashtag #dankbar ist hier sehr angebracht.

Schnell sind wir wieder bei den Spitzenreitern. Die Gruppe kämpft tapfer, aber die Bergwertungen fordern ihren Tribut. Im Feld wird angegriffen, der Abstand nach vorne wird zur Hälfte des Rennens immer kleiner. Die Fahrzeuge zwischen Peloton und Spitze werden rausgeordert, entweder, um sich hinter dem Feld oder ganz vorne einzuordnen.

Wir geben Gas und haben schnell einen ordentlichen Abstand zwischen uns und die Fahrer gebracht. Der Funk teilt mit, dass die Ausreißer jetzt einer nach dem anderen geschluckt werden. Jetzt ist die heiße Phase angebrochen, Attacke ist jetzt Dauerzustand, keiner kann sich mehr nennenswert absetzen, dafür fallen die ersten Fahrer hinten raus aus dem Feld.

Giovanni und Stefano genießen den Ausblick.

Das heißt für uns: Wir bleiben ab jetzt vor den Fahrern. Und diese Freiheit nutzen wir aus. Gleich zwei Mal halten wir an und genießen den Ausblick. Gespannt verfolgen wir den Tourfunk und bleiben so auf dem Laufenden.  Schneller als gedacht haben wir dann schon das Trierer Umland erreicht und nähern uns der ersten Zieldurchfahrt. Wir könnten zwar jetzt schon raus aus dem Rennen, aber Giovanni will sich die Schlussrunde nicht entgehen lassen.

Publikum am Petrisberg.
Nils Politt im Zielsprint – am Ende hats nicht ganz gereicht.

Am Petrisberg, der letzten Steigung der Etappe, ist kaum mehr Platz. Hier stehen die Leute an guten Stellen in Dreierreihen und warten auf das Feld. Ein toller Anblick. Giovanni gibt Gas, damit wir den Zielsprint noch direkt miterleben können. Wir nähern uns schon wieder dem Ziel, werden aus der Rennstrecke geleitet, springen aus dem Auto und sprinten zur Strecke. Genau rechtzeitig: 200 Meter vor dem Ziel fliegt Nils Politt als erster an uns vorbei, am Ende gewinnt Max Schachmann die Etappe und übernimmt dazu noch das Leadertrikot. Was für ein perfekter Abschluss! Ich verabschiede mich von Stefano und Giovanni und bedanke mich – eine schöne Art, das Rennen zu verfolgen.

Im Ziel vor der Trierer Arena gab es dann noch ein kleines Bloggertreffen: Endlich habe ich mal Boris vom Unterlenker-Blog kennengelernt, für den die zweite und dritte Etappe auf heimatlichem Boden stattfinden. Natürlich findet Ihr bei ihm genaue Infos über die Region! Schön, dass wir uns getroffen haben!

Damit ist bereits die Hälfte der Etappen der Deutschland Tour Geschichte. Hoffen wir, dass das Sommermärchen weitergeht!

 

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Abschied von Koblenz, kolumbianische Party in Bonn: Auftakt der Deutschland Tour 2018

Abschied von Koblenz, kolumbianische Party in Bonn: Auftakt der Deutschland Tour 2018

Die erste Etappe der Deutschland Tour – Start in Koblenz, Ziel in Bonn. Meine persönliche Abfahrt in Koblenz findet jedoch schon um 8 Uhr statt – leider kann ich so den Start nicht verfolgen, denn ich bin mit dem PR-Team auf einer Mission: Bis um 10 Uhr sollte das Pressezentrum in Bonn stehen, damit im Zielort der ersten Etappe alle Medienvertreter ordentlich von der Deutschland Tour berichten können. Das gelingt uns auch: Um 10 Uhr sind die Akkreditierungen vorbereitet, der Raum in der Deutschland-Tour-Corporate-Identity ausgestattet und, das allerwichtigste überhaupt: WLAN läuft. Die Location ist wunderbar am Rheinufer gelegen und dazu noch klimatisiert. Ein echter Pluspunkt bei etwa 1000 Grad im Schatten.

Zwischendrin sehe ich mir mal an, wie es im Zielbereich so aussieht, einige Stunden vor der Zielankunft. Gerade werden der Zielbogen und die Zeitmessung aufgebaut, am Streckenrand stehen Reporterkabinen und VIP-Tribünen. Fleißiges Treiben herrscht auch beim Aufbau der Fahrrad-Erlebniswelt für die Kids und der Ausstellung Expo Tour am Hofgarten.

Fahrrad-Erlebniswelt
Expo Tour

Um 14 Uhr beginnt die TV-Übertragung auf einigen dritten Programmen, selbstverständlich wird da auch im Pressezentrum der Beamer angeschmissen. Und ich stelle fest: Die Strecke ist nicht nur beim Befahren mit dem Auto sehr idyllisch, auch im TV ist die Region richtig fotogen. Viele Kurven, kleine Örtchen, malerische Täler – eine tolle Kulisse. Und am Streckenrand zahlreiche Zuschauer, ich bin begeistert.

Live-Übertragung im Pressezentrum

Die Kilometeranzeige links oben rattert immer weiter Richtung Kilometer 0 – bei etwa sieben noch zu fahrenden Kilometern wage ich mich raus in die Hitze. Und was ich sehe, erfreut mein Herz: Ganz Bonn scheint sich in den Zielbereich aufgemacht zu haben, kaum ein Durchkommen gibt es im Zielbereich. Mit etwas Mühe kann ich mir doch noch einen schönen Platz sichern, von dem aus ich den Zielsprint verfolgen kann.

Die Profis schießen auf die Fotografen im Ziel zu, verfehlen sie nur knapp und am Ende hat Alvaro Hodeg die Nase vorn im Foto Finish mit Pascal Ackermann. Einerseits schade, ein Sieg des deutschen Meisters bei der ersten Etappe der Deutschland Tour hätte wohl für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Andererseits freut sich der Kolumbianer Hodeg von ganzem Herzen, dem muss man das einfach gönnen.

Gerade einmal 21 Jahre alt ist der Sprinter vom Team Quick-Step, was ihn nicht davon abhält, sich einfach mal beinahe die komplette Trikotpalette der Deutschland Tour abzuholen, mit Ausnahme des Bergtrikots, das meinen ganz persönlichen Stylepreis bekommt. Das Führungstrikot kann sich aber auch sehen lassen, vor allem die Idee dahinter finde ich wunderbar: Auf rotem Grund sind viele viele Namen in gelber Schrift auf dem Trikot zu lesen. Nämlich die Namen derer, die bei der Deutschland Tour als Hinweisgeber geholfen haben, eine tolle Strecke zu kreieren. Vielleicht ist Dein Name also auch drauf?

 

Das Bergtrikot, mein Designfavorit!

Inzwischen gibt es im Pressezentrum etwas Aufregung, da in einem Bonner Polizeirevier ein Rennfahrer aufgeschlagen ist, der offenbar zuvor aus dem Rennen gestürzt war, den Anschluss verloren hat und nur russisch spricht. Nach einiger Rätselei und Telefoniererei steht fest: Es ist Artem Nych von Gazprom-Rusvelo, der hoffentlich schnell wieder zu seinem Team zurückgefunden hat.

Während wir im Pressezentrum auf die Pressekonferenz warten, überlegen wir, wie der Name des Etappensiegers wohl richtig ausgesprochen wird. Hodeg? Aber im Spanischen bleibt das “H” stumm, also Odeg?

 

Nein, der Kolumbianer erklärt: “Hodsch” heiße es richtigerweise. Und er möge Pascal Ackermann richtig gern, aber auf dem Rad, da höre die Freundschaft eben auf. Außerdem warteten in Kolumbien seiner Meinung nach noch viele tolle Radsporttalente – da sind wir ja mal gespannt, ob es in den nächsten Jahren noch mehr kolumbianische Siege gibt!

Als nächstes geht es weiter mit der zweiten Etappe von Bonn nach Trier, auf Instagram nehme ich Euch natürlich wieder mit!

Bist Du dabei?

 

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