Neue Übersetzung für den #MFG2018

Neue Übersetzung für den #MFG2018

Neue Übersetzung für den #MFG2018

#MFG2018 steht für Mainfranken-Graveller2018 und der findet über das Fronleichnams-Wochenende (am 31. Mai 2018) mit Start und Ziel in Würzburg statt. Mit seinen 600 Kilometern ist er ähnlich lang wie der Candy B. Graveller, fordert den Startern aber mit rund 10.000 Höhenmetern noch ein paar Zusatzkörner ab. Letzte Woche habe ich mich für die Teilnahme entschieden. Ein Tracking der Fahrer wird es auch wieder geben.
Mein Specialized Sequoia hat zwar schon eine im Vergleich zum Rennrad komfortable Bergübersetzung (vorn 48/32, hinten 11-36), aber wenn es mit Gepäck richtig steil wird, ist die mir persönlich immer noch zu lang – oder anders ausgedrückt: Ich bin zu schwach – Dem habe ich jetzt abgeholfen.

Etwas gewöhnungsbedürftiger Anblick. Zwei Schrauben am Ausfallende.

Der erste Versuch, die Zähne der Kettenblätter zu reduzieren, ist gescheitert. Ganz einfach deshalb, weil auf die FSA Kurbel (GossamerPro) kein kleineres Kettenblatt mehr passt (scheitert am Lochkreis-Durchmesser) und ich die neuwertige Kurbel nicht einfach dem Schrott zuführen möchte. Übrigens: Eine neue Kurbel zieht nicht selten den zusätzlichen Ersatz des Tretlagers nach sich und treibt die Kosten weiter in die Höhe. Nach etwas Recherchearbeit habe ich mich an den deutlich preiswerteren Ersatz der 11-fach Kassette gewagt. Mit der Shimano XT-Variante (CS-M 8000, 11-40 Abstufung) inklusive eines 1,85er Distanzringes auf dem Freilaufkörper bin ich nun etwas besser den steilen Anstiegen gerüstet. Um das Schaltwerk auch weiter verwenden zu können, baute ich zusätzlich noch den „Wolf Tooth RoadLink“ an. Meine Befürchtung, die Kette oder Züge auf Grund der Verlängerung ebenfalls noch zu erneuern, war völlig unbegründet. Der Roadlink konnte ohne jede weitere Änderung eingebaut werden. Nur das Schaltwerk benötigt auf Grund des Distanzringes eine leichte Korrektur des Weges. Zwei „Probetouren“ haben inzwischen die Funktion bestätigt. Das vielleicht etwas höhere Risiko für einen Schaltwerkabriss nehme ich in Kauf. Ein solches werde ich als Ersatz mitführen 🙂 – Die Erkenntnis ist beim Candy gereift – 

Damit sehe ich dem anstehenden Mainfranken-Graveller 2018 ein klein wenig entspannter entgegen 🙂

Die Habichtswald-XL Bikepacking-Runde

Die Habichtswald-XL Bikepacking-Runde

Die Habichtswald-XL Bikepacking-Runde

Was in 2014 mal als Fatbike-Trophy startete, fand in diesem Jahr als Bikepacking Tour Habichtswaldrunde XL seine Fortsetzung. Hinter der Idee steckt Bijan – ehrenamtlicher Naturparkführer im Habichtswald – die er auf der Bike-Expo Kassel erstmals öffentlich vorgestellt hat.

Am Start war ich zum Glück in guter Gesellschaft weiterer Fatbikes


130 abwechslungsreiche Kilometer mit etwa 3000 Höhenmetern liegen vor uns, zwei Übernachtungen im Naturpark sind dafür eingeplant. Am Startpunkt, dem Pedalwerk in Baunatal, finden sich am frühen Mittwoch-Nachmittag (vor Himmelfahrt) neben den sieben Einzelstartern mit Markus (Teilnehmer der #GST !) und Sohnemann Paul auch ein Vater-Sohn Team ein. Super, wenn auch nur eines, aber derartige Paare dürfen inzwischen eher zu den Exoten gezählt werden, bei denen sowohl der Vater als auch der Sohn eine zumindest ähnliche Fitness haben.  Wo ich grad bei den Mitfahrern bin, kann ich die auch gleich mal komplett kurz vorstellen. Als da wären: Allen voran Bijan, Ideen-Spender der Tour, leidenschaftlicher Fatbiker. Petrus, mit Niederländischen Wurzeln und Fatbiker, Neueinsteiger ins Bikepacking. Olaf, Mountainbiker und Läufer aus Lohfelden, ebenfalls neu im Bereich des Bikepackings. Dirk, ein alter Hase was das Übernachten im freien betrifft und häufiger Begleiter von mir, wenn es um overnighter geht. Martin, frisch gebackener Naturparkführer aus Breuna, mit Schwerpunkt Mountainbike. Außerdem leistet uns Wolle (Wolfgang) die erste Nacht Gesellschaft, der über einen direkten Weg vom Erlenloch zum Spot aufgefahren ist und den wir erst an der Hütte treffen. Andreas, die Westerwälder Frohnatur, ist beruflich bedingt leider etwas später am Pedalwerk und folgt uns mit guten drei Stunden Abstand, aber – mehr oder weniger – GPS gesteuert.

Unser erster Übernachtungs-Spot liegt auf gut 500 Meter über dem Meeresgrund und vom Start aus als Luftlinie gemessen, in gar nicht allzu weiter Ferne vom Pedalwerk. Jedoch sind mehrere Aussichtspunkte und etliche schöne Schleifen durch den Naturpark eingearbeitet, die etwas Arbeit und eine Menge Schweiß kosten. Davon kann Andreas am Ende des ersten Tages ein Liedchen singen: Den Abstecher zum Hirtzstein lässt er auf mein Anraten von wegen seines verzögerten Starts einfach aus. Dass er dann aber aus Eigeninitiative den Schlenker im GPS-Track zu unserem Biwak auf den Dörnberg auch als unnötige Abzweigung interpretiert, ist nicht meine Schuld. Kostet ihn am Ende natürlich einiges an zusätzlichen Körnchen. Aber nicht nur ihm, sondern auch dem Suchtrupp, der sich mit Licht bewaffnet auf seine Suche macht 🙂  Der erste Touren-Tag findet in geselliger Runde nach etwa 30 Kilometern und 800 Höhenmetern sein Happyend am Lagerfeuer vor der Dörnberghütte. Was für eine traumhafte Kulisse! 

Den Wecker erledigen die Vögel mit Anbruch der Dämmerung für uns. Maaann, können die laut sein 🙂 Olaf hört das Spektakel sogar durch seine Ohrenstöpsel (und das sind immerhin die „Tannenbäume“ der Bundeswehr). Dadurch können wir aber auch ein ausgiebiges Frühstück genießen, bestehend aus verschiedensten Sorten Kaffee, Riegeln und Resten vom Vortag. Sogar Nudeln, oder Grießbrei mit Apfelstückchen finden sich in der Runde. Wolle verabschiedet sich kurz vor unserer Abfahrt wieder, um persönlichen Verpflichtungen nach zu kommen. Der höchste Touren-Punkt des heutigen Himmelfahrttages ist der große Schreckenberg, auf dessen Gipfel ein Turm steht. Weil es so steil dort rauf geht, parken wir die Bikes ein paar Meter tiefer und legen den Rest des Weges einfach zu Fuß zurück. Als Biker eher ungewöhnlich, geht aber auch mal und der Ausblick ist die Müh allemal wert. Auf unserem weiteren Weg an den Südrand des Habichtswaldes verabschieden wir Dirk, der am Freitag leider arbeiten muss. Von wegen des Feiertages wird es unterwegs mit Verpflegung tatsächlich etwas schwierig. Zum Glück kennt Martin in Breuna jemanden, der vor seiner Werkstatt eine kleine „Zwischen-Verpflegung“ für Vatertags-Wanderer aufgebaut hat. Lustig ist das hier, sogar Einheimische kommen mit der Tupperschüssel und holen sich die Currywurst mit selbst gemachter Sauce 🙂 Für uns sollte eine Wurst und zwei Stückchen Kuchen bis zum Abend reichen, denn dann hat Bijan noch ein Ass im Ärmel. In der Mittagspause brät uns die Sonne noch ordentlich aufs Hirn, in den Nachmittagsstunden wandelt sich das Bild aber plötzlich. In Altenhasungen wird nicht nur die Regenkleidung übergeworfen, sondern auch eine ausgedehnte Regenpause unter dem überdachten Dorfbrunnen eingelegt. Grund zur Hektik haben wir nicht. Vom weiteren Streckenverlauf ist bei mir besonders die Abfahrt vom Ofenberg, mit ihren vielen Serpentinen, hängen geblieben. Außerdem noch weitere wunderschöne Trailabschnitte, die ich örtlich aber leider gar nicht mehr zuordnen kann. Um die wieder zu finden, hilft eben nur, die Runde nochmal zu fahren 🙂 In der Anfahrt nach Leckringhausen spielt Bijan sein Ass schließlich aus und kündigt unsere komplette Gruppe zum Abendessen im „Landhotel Mulot“ an. Wunderbar, der Hunger ist inzwischen wieder groß. Die Gastronomie der Familie Kuhaupt kann sich sehen lassen. Portionen, die von einem normalen Menschen kaum zu schaffen sind. Es sei denn, er ist ein Biker! Die Schlussetappe des zweiten Tages, hinauf in Richtung Weidelsburg, wird mit so einer „Wampe“ jedenfalls zur echten Herausforderung. Unser Biwak schlagen wir nach 60 Kilometern und 1200 Hm. im Steinbruch „Katzenloch“, am Fuße der Burg auf. Hier bleiben keine Wünsche offen: Feuerstelle, Schutzhütte, ebener Boden, alles prima! Vor dem Lagerfeuer macht Martin mit uns noch eine Burgbesichtigung. Auch wenn das nochmal Schwitzen bedeutet: Der Ausblick vom Turm ist sehr genial. Und die Burg selbst auch!

Für den Samstagmorgen ist Besuch im Katzenloch angekündigt. Schon um 6.30 Uhr steht ein Herr von der lokalen Presse zwischen unseren Zelten. Bijan ist vorgewarnt und wartet bereits angehübscht fürs Interview, während wir noch leicht verschlafen aus den Zelten oder Bikwaksäcken kriechen. Auch das Lagerfeuer wird noch mal entfacht, ob jetzt nur fürs Bild oder zum Wärmen, ist grad egal. Holz ist jedenfalls noch ausreichend vorhanden. Meine letzte Chai-Latte wandert in die Tasse. Ansonsten habe ich noch einen Cliff-Riegel als Frühstück. Das war’s. Irgendwie habe ich mich mit der Verpflegung etwas vertan. Den Habichtswald habe ich insgesamt als deutlich zivilisierter eingeschätzt. Dass wir uns hier tatsächlich trocken fahren können, hätte ich nicht gedacht. In den kleinen Ortschaften, wenn denn überhaupt mal welche kommen, gibt es keine Geschäfte, keine Bäckereien, keine Schlachtereien und eine Tanke schon mal gar nicht. Will man Menschen sehen, muss man sie aus ihrem Haus klingeln. Anscheinend leben hier nur Selbstversorger oder Überlebenskünstler, ich habe keine Ahnung. Leider verlässt uns an diesem Morgen auch Bijan, der ebenfalls beruflichen Pflichten nachkommen muss. Er überreicht die Tourenverantwortung an Martin, der jetzt quasi seine erste Tour als geprüfter Naturparkführer absolviert. Mit uns als Begleiter hat er’s aber einfach. Denn eigentlich sind wir ja „selfsupportet“, also als Selbstversorger, eigenverantwortlich unterwegs.
Den Abzweig zu einer geöffneten Bäckerei in Naumburg haben wir im Wald leider irgendwie verpasst. Schade, aber wir haben die Hoffnung, in der nächsten Ortschaft etwas ähnliches zu finden. Unser Anfangs zügiges Vorankommen wird am Netzer Berg durch einen heftigen Windbruch gestoppt. Kurze Ratlosigkeit bezüglich des weiteren Weges. Ins Unbekannte, hinunter Richtung Edersee, will keiner von uns. Zurück aber auch nicht und hoch ist auch doof. Da bleibt dann eben nur noch die Säge. Nach zehn Minuten haben wir einen Durch- und Übergang geschaffen. Weit kommen wir nicht, dann ist der Weg vor uns erneut durch umgestürzte Bäume versperrt. Sehr schnell sind wir uns einig, jetzt eine alternative Route zu wählen. Wir rollen hinab nach Altendorf, finden hier auch nichts essbares und werden von einer Ureinwohnerin bis Elbenberg geleitet, wo es einen Edeka geben soll. Hurra, nichts wie hin, bevor der schließt. Wir erreichen den Markt rechtzeitig, kaufen ordentlich ein und kochen auf der Mauer gegenüber erstmal einen Kaffee. Streuselkuchen, genauso, wie ihn Oma gebacken hat. Den gab’s ausgerechnet an der Fleischtheke zu kaufen… Kindheitserinnerungen werden wach: Opa steuert den Traktor, pflügt die Kartoffeln aus der Erde, die Familie liest dieselben vom Acker und irgendwann gibt’s dann Kaffee (Karo-Kaffee für mich) und den Streuselkuchen auf der Decke….das Kartoffelfuer brennt nebenan….. OK, genug der Anekdoten, zurück zu unserer Tour: Nach der Stärkung fahren wir weiter bis Riede und treffen wieder auf unseren ursprünglichen Track. Nur Olaf ist der Campingplatz „Weissenthalsmühle“, ebenfalls aus seiner Kindheit, bekannt. Wirklich ein sehr idyllisches Plätzchen, mitten im nirgendwo. Ab hier beginnt übrigens der -mühsame- Aufstieg in die Langenberge. Von mir gehasst, wegen ihrer Geradheit und heftigen Steigung. Aber es hilft ja alles nichts, irgendwie müssen wir hier drüber, um zu unserem Ausgangspunkt zurück zu kommen. Wenigstens kann ich unterwegs noch auf einen besonders schönen Overnighter-Spot aufmerksam machen, der allerdings noch mal eine kleine Kursänderung zur Folge hat. Aber die Aussicht ist es wert. Wenig später kreuzen wir den eigentliche Track und rollen nur noch talwärts bis Baunatal-Altenritte und in die Eisdiele hinter dem Pedalwerk. Durch unseren Besuch wird deren Eiskarte in Kürze um eine „Westerwälder Spezilialität“ erweitert: „Cola-flip“ . Unbedingt merken!
Noch nie gehört?
Ist sehr lecker und besteht aus einem Glas Coca-Cola, ergänzt um eine Kugel Eis der persönlichen Wahl (Zitrone fand ich sehr lecker) 🙂

Noch etwas ist mir in eindrucksvoll in Erinnerung geblieben: Obwohl die Gruppe bunt gemischt und sich zu großen Teilen anfangs fremd war, hatte ich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass es unterwegs irgendwie zu Spannungen kam. Es herrschte durchgängig ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl, auch wenn wir mal getrennt gefahren sind. Das habe ich als sehr angenehm empfunden (sehr ähnlich war es übrigens während des Candy B. Gravellers auch).
Und noch jemand ist in meinem Gedächtnis hängen geblieben: Paul. Mit seinen mal knappen 14 Jahren hat er sich souverän geschlagen und ist ab und an bis an seine körperlichen (und mentalen) Grenzen gegangen. Echt stark!

Vielen Dank Bijan für diese super schöne Runde um und durch den Naturpark Habichtswald!
Gerne wieder 🙂

Mit Freunden draussen

Mit Freunden draussen

Mit Freunden draussen

Das Frühjahr 2018 kann sich sehen lassen! So schön, dass man sich am liebsten nur noch draußen aufhalten will. Was liegt da näher, als ein overnighter mit Freunden? So geschehen am ersten Mai-Wochenende an bereits erprobtem Spot.

Einmal mehr empfahl sich der Chattengau, der in der Rangliste der Spots schon ziemlich weit oben rangiert. Außerdem gab es auch einen „Neuen“ in unserer Overnighter-Clique: Olaf. Kein Anfänger im Campen, aber sich dabei auf das Nötigste beschränken, oder anders gesagt, auf das, was man am Fahrrad alles unter bekommt, war dann mal was Neues. Gleichzeitig sollte die Aktion auch ein kleiner Materialtest für Bijans Habichtswald XL-Tour sein, bei der Olaf ebenfalls dabei ist. 

Das Zollstockrennen im Kaufunger Wald

Das Zollstockrennen im Kaufunger Wald

Das Zollstockrennen im Kaufunger Wald

Seit dem 20.April 2011 verziert ein überdimensionaler Zollstock eine Landmarke mitten im Kaufunger Wald. Die Idee dazu stammt von Helmut Mauer, geplant hat das Gebilde der Architekt (und Radfahrer) Alois Lorscheider-Brinkmann. Dass der Zollstock im Wald mit dem bekannten Gliedermasstab, bis auf den Namen, relativ wenig gemeinsam hat, stört keinen.

Start am Parkplatz Wolfsberg. Die Starter-Pose ist nur fürs Bild 🙂


Mit der Skulptur gibt es jetzt aber eine Zielmarke für ein Bergrennen, dass vor nunmehr sieben Jahren zu deren Einweihung aus der Taufe gehoben wurde. Bergrennen gab es hier vor langer Zeit schon mal, doch die wurden irgendwann wieder eingestellt. Über eine Distanz von knapp fünf Kilometer geht es gut 250 Meter mit durchschnittlich etwa 6% Steigung aufwärts. Nichts für den Langstreckenfahrer also, eher die Sprinterqualitäten sind hier gefragt. Der Untergrund besteht durchgängig aus griffigem Schotter, so dass man hier wirklich richtig Gas geben kann. Verschiedene Kategorien locken eine stattliche Zahl Teilnehmer an. Neben Mountainbikern, Cyclocrossern und e-Bike-Piloten dürfen sich sogar Läufer an die Startlinie am Parkplatz Wolfsberg, oberhalb vom „Rossgang“ Oberkaufungen, stellen.

Volle Pulle auf dem Weg nach oben

Nicht ganz einfach ist dabei die Zeitnahme, weil kein direkter Kontakt zwischen Start und Ziel besteht. Selbst das Einrichten einer Funkstrecke hat sich in dem dichten Wald als nicht zielführend herausgestellt. So werden alle Starter einfach nach einem festgelegten Zeitplan auf die Reise geschickt und bei Ankunft im Ziel gestoppt. Klingt theoretisch ganz einfach, dennoch läuft das in der Praxis nicht immer ganz reibungslos. Mittlerweile hat sich aber eine gewisse Routine eingestellt und dass hier nicht auf die hundertstel Sekunde die Zeit gemessen wird, stört nicht wirklich. An sich besitzt die Veranstaltung das Zeug, Kultstatus zu erlangen, denn es ist ein ums andere Mal erstaunlich, was das ehrenamtliche Helferteam mitten im Wald auf die Beine stellt. Außerdem ist dieses Event für viele Altersklassen geeignet. Bei mir hat’s terminlich leider nicht gepasst. Deshalb bin ich schon einen Tag früher auf die Strecke gegangen und habe mir mit dem Fatbike die Lunge aus dem Hals und die Schenkel dick gefahren. So um die 18 Minuten habe ich mir gestoppt, die Zeit um einen kleinen Fotopause bereinigt. Mein Ergebnis? Nicht erster, nicht letzter. Einziger 

Angekommen, hier ist nach knapp 5km das Ziel erreicht

Dank an Loisl für die Siegerlisten! Diese gibbets hier: link
Sollten sich im Laufe der nächsten Tage noch Berichte finden, gibt’s hier ein Update mit link.

Candy B.-Graveller 2018 – cbg#18 – Die Landung in Berlin

Candy B.-Graveller 2018 – cbg#18 – Die Landung in Berlin

Candy B.-Graveller 2018 – cbg#18 – Die Landung in Berlin

Die erste Nacht kurz vor den Toren von Fulda liegt hinter uns. Der weitere Flug wird von Regen geprägt und trübt die Sicht ganz erheblich. Aber für die nächsten Tage ist schon wieder Sonnenschein vorhergesagt. Wir fliegen weiter und sind zuversichtlich, unsere Carepakete noch auf der Velo (Berliner Fahrradmesse) abliefern zu können. 

Leichter Nieselregen am frühen Morgen

In der Hainichbaude ist’s seehr gemütlich, leckeres Johannisbeer-Weizen gibt es außerdem! Und eilig haben wir es jetzt auch nicht mehr, obwohl durch die nassen Klamotten allmählich die Kälte kriecht. Als wir aufbrechen und die Hüttentür öffnen, schlägt uns eine Kältewelle entgegen. Draußen können wir gar nicht so schnell zittern wie wir frieren. Nichts wie runter ins Dorf, warm duschen und alles nasse Zeug trocknen. Ein richtiges Fest 🙂 Morgens brechen wir wie neu geboren bei Dämmerung auf. Ein leckeres Frühstück holen wir uns in Bad Langensalza, der Supermarkt öffnet in der Sekunde unserer Ankunft. Der Tag wird super schön, der Wind weht leicht aus Südwest, also optimal für uns zum voran kommen. Die Kilometer spulen sich auch ganz gut ab, bis wir gewisse Feldwege erreichen, die offenbar mit einem besonders hohen Lehmanteil glänzen. Tückisch sind die, sehen zuerst aus, als wäre es fester Untergrund, doch sobald sich das Vorderrad darauf auch nur eine halbe Umdrehung weiter in Fahrtrichtung dreht, sind 5 Zentimeter Peke auf dem Reifen. Diese schiebt sich zwischen die Gabel und in kürzester Zeit ist das Rad oder noch besser, beide Räder blockiert. Voila, nichts geht mehr. Es kommen in so einem Fall die „Putzerstöckchen“ zum Einsatz, denn nur mit ihnen lässt sich einigermaßen Freigang für das Rad schaffen. Selbst beim Schieben hat der Lehm mit uns kein Erbarmen, denn es klebt nun zusätzlich noch unter den Schuhen, so dass man nach ein paar Schritten wie auf Stelzen läuft. Anfangs ist das noch lustig, aber wenn nach einer halben Stunde nur zwei Kilometer geschafft sind, weicht der Spaß allmählich dem aufziehenden Zorn. Der hilft natürlich auch nicht weiter, Geduld und emsiges Putzen mit dem Stöckchen ist das Einzige, was hilft. In Großvargula ist ein Gruppe Männer an einem Haus am arbeiten. Ich grüße freundlich und frage so nebenbei nach einem Wasserschlauch und werde umgehend bedient. Die Jungs sind anscheinend auch bei der Feuerwehr, so schnell sind 20 Meter Schlauch gekoppelt. Und weil einer der Herren das Dilemma des klebenden Lehms erkennt, holt er promt auch noch den Kärcher aus dem Keller! Wow, das ist echt super Service! Tatsächlich schafft die Bikewäsche natürlich nur bis zum nächsten Feldweg Erleichterung, aber der Blick für die Bodenverhältnisse ist nun geschärft. Wenn man rechtzeitig Lehm erkennt, besteht bedingt die Möglichkeit zum Ausweichen. Später erfahren wir, dass genau in diesen Passagen mehrere Candy-Piloten den Verlust ihres Schaltwerkes zu beklagen hatten…Das eben Erzählte soll bitte nicht als Kritik an der Strecke verstanden werden! Wenn es trocken ist, so wie letztes Jahr, sind die Wege hart wie Beton! Die Abschnitte waren aber nach dem Regen ein für mich prägendes Erlebnis, dass sich irgendwie in meine Festplatte eingebrannt hat. Es folgen superschöne Abschnitte durch kleine Canyons, deren Namen ich aber nicht kenne.

Nördlich von Eisleben passieren wir die Saale. Ein gutes Zeichen, denn der nächste Fluss wird die Elbe sein. Bevor wir diese aber erreichen, kehren wir in Köthen erstmal bei einem Italiener zum Abendessen ein. Das tut gut und gibt Kraft für den Fläming, den ich so gar nicht in guter Erinnerung habe. Pünktlich zum Sonnenuntergang stehen wir in Dessau am Elbufer. Schön ist es hier, irgendwo am Ufer ein Biwak aufschlagen hätte auch was. Aber ein paar Kilometer wollen noch gestrampelt werden. Der Radweg macht Spaß, kein Mensch außer uns ist hier noch unterwegs. Es wird Zeit, das Licht einzuschalten. Als wir direkt neben der A9 die Elbe überqueren ist es bereits stockdunkel. Jetzt folgt ein ängeres Stück durch dünn besiedeltes Gelände. Keine Gastwirtschaft, kein Supermarkt, keine Tanke, nichts. Leider haben wir in Dessau an der Tanke auch nichts mehr eingekauft und fahren nun mit dem Rest weiter, den wir noch dabei haben. Die 200 Kilometermarke haben wir geknackt, so allmählich käme ein Biwakplatz nicht ganz ungelegen. Aber wie das immer so ist, wenn man ein schönes Plätzchen sucht: Man findet nichts! Die Dörfchen sind unheimlich, menschenleer und stockdunkel! Nirgends Licht, kein Hund keine Katze, einfach nur Stille. Bald haben wir dichten Wald um uns herum. Ein Harvester hat hier gewütet, kein wirklicher Platz für ein Biwak. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir auf einer Anhöhe eine Kiefernschonung mit Lichtung. Kurzes Umschauen, dann ist klar: DAS ist ein würdiger Platz für die Nacht, schön weicher Untergrund, alles trocken, wunderbar. Mein Zelt, die Tarps von Hansi und Dirk stehen ruck zuck. Auch der Kocher wird nochmal fix angeworfen, ein Süppchen, ein Cappuccino und dann ab in den Schlafsack.

Die Nacht ist kurz, gegen sechs Uhr ist alles wieder verpackt und der Flug geht weiter. Vor Bad Belzig finden wir dann einige Shelter, die wir eigentlich in der Nacht auch noch erreicht hätten….egal. Aus dem Hotel Burg Eisenhardt, mitten im Ort werde ich auf meine Frage nach einem Frühstück ziemlich schnell abserviert und fast schon herausgeworfen. So etwas gäbe es bei ihnen nicht! Komisch, für wen war dann der Tisch im Hintergrund gedeckt? Auf diese Art behalte ich auch Bad Belzig für länger im Gedächtnis. Es wird also die im Ort befindliche Tankstelle wird zum Frühstücken auserkoren. Geht eh viel schneller, denn lange aufhalten wollen wir uns ja sowieso nicht. Auf dem Weg bis etwa Höhe Potsdam habe ich vom letzten Jahr viel, nein, sehr viel Sand in Erinnerung. Am Track habe ich in der Vorbereitung des Candy aber schon gesehen, dass hier auch einiges optimiert wurde. Das bestätigt sich in der Praxis tatsächlich, so dass wir deutlich schneller durch die Waldstücke und den Grunewald bis an die Stadtgrenze von Berlin kommen, als ich ursprünglich dachte. Ein Kompliment an den Streckenscout: Sehr gut gemacht! Am Bahnhof Grunewald fahren wir auf eine liebe Bekannte auf, Jolanta schiebt da gerade ihr Rad durch die Menschenmenge. Großes hallo und gemeinsames Weiterfahren. Bis zum Wannsee, so bereichtet sie, war sie noch in Begleitung. Ich meine es war Karl-Franz, der aber einen Abstecher zum Baden im See gemacht hat. Eine Coole Socke, der Candypilot #31! Die Stadt ist am Sonntag morgen ist voller Menschen, höchste Aufmerksamkeit ist erforderlich, den Track nicht zu verlieren, den Autos und rumlaufenden Kindern auszuweichen. Die Fahrt durch die Stadt ist echt super anstregend und wir sind froh, als das Flugfeld von Tempelhof plötzlich vor uns auftaucht. Wir drehen die Ehrenrunde und rollen dann auf der Velo in Candy-Lounge ein. Super, viele Fahrer sitzen hier, selbst Rene, der ja als erster Candyfahrer 2018 schon in den frühen Morgenstunden am Samstag hier eingerollt ist, hat es sich nicht nehmen lassen, auch am Sonntag noch einmal vorbei zu schauen, um die super Atmosphäre zu genießen. Wir liefern unser Carepaket am Stand der Arche ab und sind einfach nur glücklich: Mission erfüllt, touch down, over and out.

Ein dickes Dankeschön an Gunnar für die super Orga des Candy. Das Tracking mit einem neuen Serviceanbieter hat super funktioniert, das haben die vielen Rückmeldungen der Familie und von Freunden unterwegs bestätigt. Das Ziel mit der Velo zu verbinden und so dem Candy einen würdigen Abschluss zu verpassen, empfand ich ebenfalls als sehr gelungen! Das war schon ein großes Fest und eine geniale Stimmung in der Candy-Lounge. Ich hätte auch nicht gedacht, welches Aufsehen die bepackten Räder bei den Messebesuchern erregt haben. Viele nette Gespräche ergaben sich dadurch. Leider haben wir uns auf Grund der Zugverbindungen nach Kassel recht schnell verabschieden müssen. Nicht einmal ein Foto am Luftbrückendenkmal konnte ich aufnehmen, weil die Zeit plötzlich sehr knapp wurde. Um 18.10 Uhr sitzen wir im Regionalzug, bis Kassel müssen wir noch drei mal umsteigen…..am Ende hat das sogar sehr gut funktioniert und das Bahnpersonal hat sich sogar einmal für uns wegen Verspätung richtig eingesetzt und den Anschlusszug warten lassen! Klasse.

Zum Schluss noch ein paar Zahlen, Daten und Fakten:

Unsere Tourendaten:
Donnerstag: 10.00 -21.00 Uhr; 157km; 1830 Höhenmeter
Freitag: 06.30 – 22.00 Uhr; 149km; 2420 Höhenmeter
Samstag: 06:10 – 22:30 Uhr; 228km; 1750 Höhenmeter
Sonntag: 06:05 – 13:00 Uhr; 110km; 620 Höhenmeter
Das macht dann in Summe mit Pausen und Übernachtungen 51 Stunden.
Kein Defekt am Rad, keinen einzigen platten Reifen!

Zum Vergleich mal die Daten von Rene Fischer, dem schnellsten Candypiloten:
Donnerstag 10.00 – Freitag 03.55 Uhr; 340 Kilometer; geschätzt ca. 4800 Höhenmeter
Freitag 09.00 – Samstag 00.48 Uhr; 300 Kilometer; geschätzt ca. 2000 Höhenmeter
Das sind dann 38 Stunden und 48min! 
Ein unglaublich starke Leistung! Falls du das hier liest Rene: Herzlichen Glückwunsch zu diesem Ergebnis. Echt der Hammer! 
Rene hat auch einen klasse Tourenbericht geschrieben: hier der link