#VEnO18: Regeln für einen schönen Rennradurlaub

#VEnO18: Regeln für einen schönen Rennradurlaub

Am Donnerstag geht es los: Von Emden nach Osten

Da ich in diesem Sommer bei mehreren Freunden und Bloggerkollegen mitbekommen habe, wie deren Radurlaube etwas schief gelaufen sind, möchte ich im Folgenden noch mal mein persönliches „Regelwerk“ beschreiben.
Wenn man versucht, möglichst viel in dem kostbaren Urlaub unterzubringen, kann das schon mal eskalieren. Ist mir auch schon passiert. Vor allem im Radurlaub ist es sehr verlockend, halt mal eben noch ein paar Kilometer mehr zu schrubben. Ist ja so gut fürs Ego und die Selbstdarstellung, aber halt nicht immer für die Gesundheit und das Gelingen der kompletten Tour. Wenn man gleich am ersten Tag einen neuen Streckenrekord aufstellt, fällt einem das spätestens am dritten Tag auf die Füsse.
Für uns Normalsterbliche sollte der Urlaub aber zum Erholen da sein.

Wie Ihr vielleicht wisst, versuche ich bei meinen großen Touren „Frei Schnauze“ zu fahren. Das heißt, ich nehme mir kein Ziel vor sondern nur einen Startpunkt und in gewisser Weise ein Thema vor.
Oder wie mein Zen-Berater sagen würde: no goal!.
Derzeit ist mein Thema, einmal rund um Deutschland zu fahren und dabei alle Nachbarländer und die angrenzenden Meere zu besuchen. Für Luxemburg, Belgien, die Niederlande und die Nordsee hat das schon geklappt und morgen fahre ich von Emden grob in Richtung Dänemark und Ostsee. Und da muss ich mich schon zügeln, denn Dänemark ist eben für dieses Jahr kein Ziel und die komplette Umrundung wird wenn überhaupt die nächsten Jahre in Anspruch nehmen.
Meine wichtigsten Utensilien sind dabei ein Notizbuch und ein Würfel. Wenn ich mal nicht weiter weiß, zeichne oder schreibe ich die Alternativen auf und vergebe Nummern.

Und dann wird gewürfelt. Wobei auch hier gilt: no goals! Das sind keine Zwischenziele, nur Richtungen.

Da ich ohne Campingausrüstung fahre, brauche ich eine Unterkunft, sprich Dusche und Bett. Nur Bushaltestellenwartehäuschen reicht nicht, etwas Luxus darf schon sein. Damit ich nicht jeden Abend rumhadere, habe ich mir dafür eine Regel auferlegt, die sich sehr bewährt hat: „Nach 100 km oder ab 18:00 wird eine Unterkunft gesucht.“ Die Erfahrung zeigt, dass dann immer noch genug Kilometer und Zeit vergehen können, bis ich was gefunden habe (Rekord + 24 km). Diese Regel möchte ich Euch ans Herz legen. Die funktioniert im Prinzip auch für die Suche nach einem schönen Zeltplatz und wer unbedingt mag kann auch die 100 km durch 200 km ersetzen. Sie erspart einem viel Grübelei („Soll ich jetzt schon suchen, ach ich fahr noch ein Stück…“).

Um es noch mal zu sagen: no goals!
Das heißt auch, so verlockend es sein mag, keine mehrtägigen Touren zu machen um zu einer Veranstaltungen zu gelangen…
Ich rate davon ab. Egal ob Fahrradmesse oder Familienfeier, man macht sich nur Stress, rechtzeitig dort anzukommen. Nutzt lieber die Chance, diesen Ort quasi als Anregung und Startpunkt zu nehmen. Zur Not könnt Ihr von dort nach Hause fahren, von weit her mit dem Rad nach Hause zu kommen ist doch nett. Wenn die Zeit knapp wird, könnt ihr die letzten Kilometer mit dem Zug fahren, die Radwege kennt Ihr da ja eh schon. Besser ist natürlich, von der Veranstaltung „irgendwohin“ zu fahren (siehe oben).

Was ich dieses Jahr mal versuchen möchte: „Ruhetag fest einplanen/vornehmen“. Letztes Jahr wollte ich auch schon am 4. Tag einen Ruhetag einlegen, aber dann war das Wetter so schön und die Beine so gut und…
Da muss ich also noch dran arbeiten.

Auch für die Tagesgestaltung gilt: no goals!
Aber ich verrate euch trotzdem, über was ich mich an einem gelungenen Tourentag freue.
1. Ein Museumsbesuch wäre schön.
2. In einer Kirche komme ich gerne mal zur Ruhe.
3. Ein Mittagsschlaf sollte schon sein.
4. Bei schönem Wetter freue ich mich über einen Schwumm (mein neues Schweizerdeutsches Lieblingswort) in einem natürlichen Gewässer.

Wo wir grad bei Gewässer sind. Auf Flussradwegen überquere ich selbigen am liebsten mit einer Fähre. An Seen oder Meeren fahre ich auch gerne mal ein Stück mit einem Schiff.
Ist das geschummelt? Egal.
Da ich ja als weiteres Hobby auch für mich neue Bahnstrecken sammle, ist es für mich auch okay, ein Stück mit dem Zug zu fahren. Wenn ich denn auf dieser Bahnstrecke bisher noch nicht unterwegs war. Noch mehr Freude bereiten mir natürlich Bahnradwege, das kombiniert dann beides: Bahnstrecke und selbst getreppelt, wie wir hier in Baden sagen.

Meine seit Jahren optimierte Packliste erspare ich Euch. Einen Punkt davon möchte ich zum Abschluss dennoch erwähnen.
Es mag wie purer Luxus erscheinen, aber in meinem Rucksack findet eine Espresso-„to go“-Tasse Platz. Ein schnelles Käffchen (zur Not aus der Dorfbäckerei) ist doch was feines und da hab ich keine Lust auf Pappbecher.

Rucksäcke

Rucksäcke

…auf der #EurobikeShow.

Im Artikel Rucksack Deuter Cross City hatte ich ja schon mein Leid geklagt. Ich suchte einen Ersatz für meinen treuen Wegbegleiter. Zwischenzeitlich hatte ich mich tatsächlich für einen Trans Alpine 30 entschieden, der demnächst für „Von Emden nach Osten“ zum Einsatz kommen soll.

Trotzdem habe ich mich auch zu diesem Thema auf der Eurobike umgeschaut.

Deuter

Danke Deuter! Jetzt wo ich mir einen gekauft habe, bringt Ihr einen neuen, der mir mutmaßlich besser taugen würde. Die Helmbefestigung gefällt mir jedenfalls besser. Gut, über die Farben könnte man streiten. Bei Deuter gibt es dazu aber noch keine Neuheitenankündigung oder Fakten.

Vaude

…hat in der Größe und Ausrichtung neu den „Proof 28“. Der Name sagt ja schon alles. Mir fehlen da aber die Seitenfächer.

Ortlieb

Der „Ortlieb Atrack“ ist ebenfalls wassserdicht und es gibt ihn in 3 verschiedenen Größen. Der überlange Reißverschluss verläuft am Rücken. Dadurch kann er geöffnet werden wie eine Reisetasche. Wahrscheinlich soll das auch eine Art Diebstahlschutz darstellen, weil man nur an den Inhalt kommt, wenn er abgesetzt wurde. Die optionale Helmhalterung wirkt etwas fadenscheinig, platziert den Helm jedoch auf dem Rucksack. Das ist ja durchaus praktisch, weil man mit dem nach hinten abstehenden Helm bei den anderen Systemen ständig irgendwo dagegenrammelt, weil man Überlänge hat.

Aber egal, ich hab ja jetzt einen neuen. Ich werde berichten, wie er sich geschlagen hat. Apropos, ich muss vorher noch eine Probefahrt machen…

Radlschuhe

Radlschuhe

#EurobikeShow
Ja, ich geb es gerne zu: Meine Anforderungen sind schon speziell.
Ich suche neue Schuhe und da bin ich halt eigen. Auf dem Randonneur und dem Gravelbike fahre ich seit vielen Jahren entsprechend alte Mountainbikeschuhe von Mavic.
„Die sind ja noch gut.“ Und ich bin mit denen sehr zufrieden. Aber es wäre schon beruhigend, einen Ersatz zu haben, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Radlschuhe doch eher plötzlich verabschieden. Etwas schicker und moderner dürften meine Treter auch sein.
Und damit zu meinen Anforderungen:
1) Ich muss mit den Dingern einigermaßen laufen können. Also auch auf Kopfsteinpflaster zum Stadtbummeln. Rennradschuhe mit großen Platten scheiden als aus.
2) Siehe oben. Sie dürfen gerne etwas schicker sein.
3) Sie sollten nicht zu klobig sein – optisch aber auch tatsächlich. Ich habe Schuhgröße 46. Da wird es mit breiten Sohlen von Mountainbikeschuhen schon eng.
4) Ich möchte keine Drehverschlüsse haben. Mit denen hab ich schon schlechte Erfahrungen gemacht. Aber die Ratschen wie an meinen Mavics scheint es nicht mehr zu geben. Also warum nicht mit Schnürsenkeln?
5) Ich bin ein bisschen empfindlich an den Füssen. Deshalb bin auch sehr penibel beim Anprobieren und kaufe Schuhe nur im Fachhandel.

 

Folglich habe ich mich auf der Messe ein wenig umgeschaut. Die folgende Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und enthält keine Wertung der Marken und Modelle.

Vaude

TVL Sykkel

Scott

MTB RC Lace Shoe

Giro

Privateer Lace
Empire VR90
Republic R Knit

 

Demnächst werde ich also Läden abklappern und versuchen, das ein oder andere Modell anzuprobieren.
Eurobike 2018

Eurobike 2018

Ich hatte ja letztes Jahr auch schon von der #EurobikeShow berichtet.

https://stefanhock.wordpress.com/2017/09/19/eurobike-2017/

Da ging es mir nicht nur um Fakten sondern auch um Farben. Ich finde, Oakley hat es dieses Jahr mit dem Namen für die Farbe des Aro 5 auf den Punkt gebracht, wie Farben heutzutage zu sein haben:

„Retina Burn“

Wobei ich zugeben muss, dass mein Stevens Sentiero und mein Giro-Helm eine ähnliche Farbe haben. Für Fahrten auf dem Hollandrad suche ich deshalb etwas gemäßigteres. Wie wäre es mit dem Harrier Helmet von Brooks?

Apropos Brooks: Ich bin mit meinem Osprey Alltags-Rucksack nicht vollends zufrieden, insbesondere die Helmhalterung nervt. Ob das Helmfach des Brooks Sparkhill Backpack was taugt? Edel und durchdacht sieht er jedenfalls aus.

Apropos Brooks zum Zweiten: Am gemeinsamen Stand der Selle Royal Group gab es auch was von Brooks zu sehen und ich hatte schon Angst, das wäre alles. Aber es gab noch einen eigenen Stand von Brooks.

Gab es was wirklich revolutionäres, neues? Wäre mir nicht aufgefallen.
Obwohl, vielleicht ja doch! Schwalbe zeigte einen Reifen ohne Luft. Stattdessen besteht das Innenleben aus diesem Zeug, das aussieht wie Styropor, aus dem neuerdings die Sohlen von Sportschuhen gefertigt werden. So ganz überzeugt ist man aber auch bei Schwalbe wohl nicht, denn so richtig an die große Glocke gehängt hat man es gefühlt eher nicht.

Andere hingegen glauben immer noch an den guten alten Schlauch. Der Tubolito aus Kunststoff soll aber auch alles besser können als die ollen Gummiteile.

Wenn sich an einem Messestand was bewegt, dann schauen die Leute. Bei Taxc durfte sich so eine arme Sau auf einem Laufband für Rennräder abquälen. Ich werd nur den Verdacht nicht los, dass die meisten nur drauf gewartet haben, ob es ihn da runter haut.

Da ist mir die edlere Lösung von Fuoripista doch sympathischer.

Fahrradtaschen für Laptops

Fahrradtaschen für Laptops

#EurobikeShow

Wir hatten firmenintern die Diskussion, wie man denn am bequemsten (und vielleicht auch schick) seinen Laptop am Rad transportiert.
Damals habe ich folgende Hinweise gegeben, Laptops einigermassen sicher in dafür geeigneten Fahrradtaschen zu tranportieren:

Die Auswahl war relativ willkürlich, weil mir die beiden Hersteller am sympatischsten sind. Die Tasche von Vaude hat z.B. das Green Shape Label…
Es gibt natürlich noch viel mehr solcher Taschen auf dem Markt und auch bei den beiden genannten gibt es weitere Taschen und auch Rucksäcke, die geeignet wären.
Wer sich ausführlicher informieren möchte, dem sei ein Interview im ARD-Buffett mit meiner Blogger-Kollegin dem Radelmädchen ans Herz gelegt.
Radelmädchen beim ARD-Buffet

Bei der Eurobike habe ich mir die Ortlieb Commuter-Bag nochmal im Original angeschaut.

Darüberhinaus ist mir bei Brooks noch die New Street Briefcase aufgefallen.

Wie das genau mit dem Schultertragegurt funktioniert, der im Radbetrieb um die Tasche gewickelt ist, habe ich auch im Video nicht ganz verstanden. Die Tasche macht dennoch einen sehr durchdachten Eindruck.

Disclaimer:
Meine Absicht ist es nicht, hier Werbung zu machen. Ich sammle nur Hinweise für meine Leser und Kollegen. Von den Firmen bekomme ich nichts dafür. Getestet habe ich die Taschen auch nicht.
Ich selbst habe sowieso nichts davon, denn ich bin halt eher der Rucksacktyp, aber dazu später mehr…