Gipfelbuch Chiemgauer Alpen: Dürrnbachhorn mit Schneeschuhen

Gipfelbuch Chiemgauer Alpen: Dürrnbachhorn mit Schneeschuhen

Die erste sonnige Schneeschuhtour des Winters wie die zum Dürrnbachhorn, von der ich hier berichte, ist oft die Schönste. Besonders, wenn früh im Winter schon so viel “brauchbarer” Schnee liegt, dass man sich am Winter erfreut und nicht nur über Dunkelheit, Kälte und Auto freikratzen schimpfen muss. Am Gipfel des Dürrnbachhorns geht einem dann das Herz auf, wenn man alleine am Gipfelkreuz steht, auf der einen Seite zum Dreiseengebiet hinunter blickt, den Nordosten unter einer Wolkendecke nur vermutet (und bemitleidet), im Süden und Westen Berge und verschneite Almgebiete vor sich liegen hat, in denen die Skilifte schlafen und sich Hasen und Rehe noch austoben.

Blick vom Dürrnbachhorn zum Skigebiet Winklmoos-Alm/ Steinplatte, Richtung Kaisergebirge und Kitzbüheler Alpen
Blick vom Dürrnbachhorn in den Chiemgauer Alpen zum Skigebiet Winklmoos-Alm/ Steinplatte, Richtung Kitzbüheler Alpen und Alpenhauptkamm

Wir erwischten Mitte November also den perfekten Tag fürs Dürrnbachhorn und die erste Schneeschuhtour des Jahres – oder sollte ich sagen wählten? Wenn die Berge vor der Haustür stehen und die Arbeitszeiten einigermaßen flexibel sind, hat man schon den Luxus, sich die guten Tage für die Berge aussuchen zu können, und beim schlechten Wetter arbeiten zu gehen, Überstunden zu machen, die Wohnung zu putzen oder einfach mal auszuschlafen und im Bett zu frühstücken und Krimis zu lesen.

Äste im Wald nach Neuschnee in den Chiemgauer Alpen
Äste im Wald nach Neuschnee in den Chiemgauer Alpen

Aber wie gesagt – an diesem Donnerstag Mitte November ist es sonnig, die Landschaft tief verschneit, die Lawinengefahr niedrig. Vereinzelt treffen wir ein paar andere Schneeschuhwanderer und Skitourengeher, aber die meiste Zeit ist das Knirschen der Schneeschuhe das einzige Geräusch weit und breit.

Waldweg zwischen Seegatterl und Dürrnbachhorn im Winter
Waldweg zwischen Seegatterl und Dürrnbachhorn im Winter

Vom Parkplatz Seegatterl (auf 760 m, zwischen Reit im Winkl und Ruhpolding/ Bayern) ist der Wanderweg 112 durch den Graben am Dürrnbach entlang sogar noch relativ schneefrei, aber bitterkalt durch die hohen engen Talwände. Eiszapfen und Eiskugeln bilden wahre Kunstwerke am Wegesrand.

Eiskunst auf dem Weg zum Dürrnbachhorn
Eiskunst auf dem Weg zum Dürrnbachhorn

Als wir nach ca 45 min den Forstweg aka Aufstiegsloipe/ -route erreichen, finden die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg zu uns, fast 1 Stunde später an den Dürrnbachalmen auf 1.332m lassen wir den Wald vollkommen hinter uns, ziehen die Schneeschuhe an und können uns gar nicht satt sehen: tief blauer Himmel, leuchtend weißer Schnee, eine deutlich erkennbare Skispur führt Richtung Bergstation des Sessellifts.

Endlich Sonne, raus aus dem engen Tal am Dürrnbach
Endlich Sonne, raus aus dem engen Tal am Dürrnbach
Und endlich richtig Sonne an den Dürrnbachalmen!
Und endlich richtig Sonne an den Dürrnbachalmen!

Es ist steil, aber der Sonnenschein, der griffige Schnee und die immer besser werdende Aussicht lässt uns gut voran kommen.

Steiler Hand zwischen Dürrnbachalmen und Bergstation des Sommer-Sessellifts auf dem Weg zum Dürrnbachhorn
Steiler Hang zwischen Dürrnbachalmen und Bergstation des Sommer-Sessellifts auf dem Weg zum Dürrnbachhorn

Zwischen Bergstation und Gipfel ist die Spur zwar immer noch gut zu erkennen, aber es wird mühseliger. Die Spur schlängelt sich zwischen Latschen hindurch, ab und an ist ein hoher Schritt nötig – deutlich erkennbar die Stufen, die man vom Sommer gewöhnt ist, und die noch nicht richtig zugeschneit sind.

Latschenweg zum Dürrnbachhorn
Latschenweg zum Dürrnbachhorn
Sonne genießen in den Latschen auf dem Schneeschuh Weg zum Dürrnbachhorn in den Chiemgauer Alpen
Sonne genießen in den Latschen auf dem Schneeschuh Weg zum Dürrnbachhorn in den Chiemgauer Alpen
Foto: @bergundball

Gipfelkreuz erreicht (1.767m), alle Mühen vergessen, nur noch Gipfelglück nach 3 ¼ Stunden und 1.000 Höhenmetern. Es ist nicht einmal besonders windig, wir nehmen uns alle Zeit der Welt fürs Schauen, Essen, Tee trinken, Fotos machen.

Die letzten Meter zum Gipfel des Dürrnbachhorns in den Chiemgauer Bergen
Die letzten Meter zum Gipfel des Dürrnbachhorns in den Chiemgauer Bergen
Foto: @bergundball
Das Gipfelkreuz auf dem Dürrnbachhorn ist in Sicht!
Das Gipfelkreuz auf dem Dürrnbachhorn ist in Sicht!

Der Abstiegsweg ist zunächst wie der Aufstiegsweg, fast ebenso mühsam in den Latschen. Anstatt der Skispur nehmen wir den Weg, für den Schneeschuhe gemacht sind – direttissima. So macht Schneeschuh wandern richtig Freude!

Blick hinunter nach Westen - vom Dürrnbachhorn zu den Dürrnbachalmen, mit Kaiserblick
Blick hinunter nach Westen – vom Dürrnbachhorn zu den Dürrnbachalmen, mit Kaiserblick, Fellhorn und Hemmersuppenalm
Schneeschuh-Glück zwischen Dürrnbachhorn und Dürrnbachalmen
Schneeschuh-Glück zwischen Dürrnbachhorn und Dürrnbachalmen

Es wird früh dunkel im November, deswegen gehen wir zügig über den Wanderweg zurück zum Auto.

Rückweg zum Parkplatz in Seegatterl/ Reit im Winkl
Rückweg zum Parkplatz in Seegatterl/ Reit im Winkl

Fazit zur Tour: Eher nichts für Schneeschuh-Anfänger. Man muss die Schnee- und Lawinensituation einschätzen können und es schadet nicht, das Gelände aus dem Sommer zu kennen. Wegen der Aussicht würde ich persönlich die Tour nur bei sonnigem Wetter machen. Auf der beschriebenen Route gibt es keine Einkehrmöglichkeiten, außer am Parkplatz Seegatterl oder auf der Winklmoos-Alm.

Höhenangaben aus dem Rother Schneeschuhführer Chiemgauer Alpen*
Datum der Tour: 16. November 2017

Aussicht vom Dürrnbachhorn Richtung Berchtesgadener Alpen
Aussicht vom Dürrnbachhorn Richtung Berchtesgadener Alpen
Blick vom Dürrnbachhorn nach Norden - im Nebel hinten erkennt man Zinnkopf und Stoißer Alm, davor Rauschberg und Unternberg
Blick vom Dürrnbachhorn nach Norden – im Nebel hinten erkennt man Zinnkopf und Stoißer Alm, davor Rauschberg und Unternberg

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Steiler Hand mit Aufstiegsspur - mit Schneeschuhen zum Dürrnbachhorn
Steiler Hang mit Aufstiegsspur – mit Schneeschuhen zum Dürrnbachhorn

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Perfekter Tag in den Chiemgauer Alpen: mit Schneeschuhen aufs Dürrnbachhorn bei Reit im Winkl
Perfekter Tag in den Chiemgauer Alpen: mit Schneeschuhen aufs Dürrnbachhorn bei Reit im Winkl

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Malaysia – eine Foto Love Story

Malaysia – eine Foto Love Story

I haven’t been everywhere but it’s on my list! Irgendein schlauer Mensch hat das mal gesagt, jetzt steht es auf T-Shirts, Wandtattoos, Tassen und Poesiealben, und ich kann den Satz so unterschreiben. Und dick unterstreichen. Ich will überall hin!

Malaysia stand im Jahr 2017 nicht weit oben auf der Liste, aber es bot sich als kurzfristiger Ersatz für Bali an, wo der Vulkan Gunung Agung kurz vor dem Ausbrechen stand, und die Fluggesellschaft ließ mich unkompliziert nach Kuala Lumpur umbuchen.

Die Reiseplanung bestand deshalb aus einer Hotelbuchung für Kuala Lumpur, der Hauptstadt von Malaysia, der Buchung eines Inlandsfluges in den Norden auf die Insel Penang und dem Kauf des Lonely Planet Reiseführers am Tag vor dem Abflug.

Flagge von Malaysia
Flagge von Malaysia

So spontan unterwegs sieht man vermutlich weniger als bei einer durchgetakteten Studienreise mit einem kompetenten Reiseveranstalter. Vielleicht verpasst man Highlights. Aber eine interessante Geschichte hat jedes Land, spannende Dinge, von denen man noch nie gehört hat. Ein Tapetenwechsel, Abwechslung zum Alltag allemal. Und so eine Tour bietet die beste Entschuldigung, stundenlang in Cafés zu sitzen – man muss ja den Reiseführer lesen und weitere Stationen planen!

Bergschuhe waren nicht im Gepäck bei dieser Reise durch Malaysia, aber ich habe dennoch genug erwandert um demnächst einen separaten Artikel zu kleinen Wanderungen in Malaysia zu schreiben. Doch zunächst hier, traditionell, die Foto Love Story zu Malaysia. Die Highlights einer ungeplanten Rundreise:

Streetart in Penang | Malaysia
Streetart in Penang | Malaysia

Die aufregende Geschichte Malaysias

Welch positive Überraschung von der Geschichte Malaysias zu erfahren! Klar, als an Geschichte interessierter Mensch habe ich viel von Entdeckern gelesen, vom Handel mit fernen Ländern, Venedig, Marco Polo, Holland und Südostasien, von Gewürzen und Kostbarkeiten… Aber erst durch diese Reise erfuhr ich, welch wichtige Rolle Malaysia gespielt hat. Dass dort die Portugiesen waren und Chinesen, Inder, Araber und Holländer. Manche blieben und vermischten sich mit den Malaien und Menschen anderer Kulturen. Alle haben ihre Spuren hinterlassen, man sieht sehr viele chinesische Häuser, eine skurrile Windmühle in Melakka, Moscheen, Hindu Tempel, chinesische Tempel, buddhistische Tempel, ein wunderbares (offensichtlich einigermaßen funktionierendes) Nebeneinander. Verschleierte Frauen laufen neben solchen in luftigen Blüschen, zu essen gibt es entsprechend “alles”. Neben restaurierten historischen Häusern und Straßenzügen: das moderne Malaysia, mit Street Art, Hochhäusern, Welthandel, Shopping Malls, eisgekühlten Bussen mit rasendschnellem Wlan.

Buntes Tempel-Nebeneinaner in Malaysia
Buntes Tempel-Nebeneinander in Malaysia
Streetart in Penang | Malaysia
Streetart in Penang | Malaysia

Streetfood in Malaysia

Es gibt in Malaysia nicht so viel Street-Obst wie in Thailand, was ich damals (siehe hier) so geliebt habe. Aber viele andere leckere Dinge. Durchaus manchmal lecker ohne genau zu wissen, was man gerade isst, weil die Garküchenköche nicht genug Englisch können um es zu erklären. Draufzeigen, lächeln, fragend anschauen, irgendwas in irgendeiner Sprache sagen, noch mehr lächeln – das funktioniert, und geschmeckt hat es immer. Einmal wurde ich vom Kellner lauthals ausgelacht, weil ich vom Buffett wohl eine seltsame Kombination ausgewählt hatte. Unvergesslich: der Jonker Walk Nachtmarkt in Melakka. Die Kokosnussverkäufer sind eine Show, die Fischbällchen etwas einseitig, die Auswahl überwältigend. Die Menschenmassen am Wochenende auch, aber wer Melakka in der Woche besucht, weil es dann nicht so voll ist, verpasst ein großartiges Spektakel!

Streetfood in Malaysia
Streetfood in Malaysia

Cafés in Malaysia

Die Sache mit den individuellen Cafés ist irgendwie schwierig. Gemütlich, originell, guter Kaffee in hübschen Tassen, WLAN – aber sie könnten überall auf der Welt sein. In Sidney, in Liverpool, in München, in Prag, in Melakka/ Malaysia. Ja, aber na und? Man muss auf Reisen ja nicht alles anders machen als daheim, wer gerne in Cafés sitzt, wird in Malaysia viele viele Möglichkeiten dazu finden. In vielen Cafés gibt es an der Einrichtung so viel zu bestaunen, in anderen kommt man konzentriert zum Schreiben und Lesen, in vielen fühlt man sich sofort so zuhause, dass man Stammgast werden möchte.

Und wenn man zuverlässiges WLAN braucht und Klimaanlage statt stickige Oktoberhitze, dann ist fast immer ein bequemer Starbucks Sessel in der Nähe.

Café in Penang, Malaysia
Café in Penang, Malaysia. Oder irgendwo sonst auf der Welt…

Die Teeplantage in den Cameron Highlands in Malaysia

Es gibt ein Hochland in Malaysia etwa auf halber Strecke zwischen Kuala Lumpur und der Grenze zu Thailand, die Cameron Highlands. Von Meereshöhe (im Oktober stickig, hohe Luftfeuchtigkeit, heiß) fährt man auf 1.300 m Höhe, kann beim Aussteigen aus dem Bus plötzlich herrlich frische Luft atmen und sieht überall Gewächshäuser, mit Erdbeeren uvm. Das Highlight für mich waren die wunderschönen Teeplantagen des Boh Sungei Palas Tea Estate.

Teeplantage bei Tanah Rata | Cameron Highlands, Malaysia
Teeplantage bei Tanah Rata | Cameron Highlands, Malaysia

Sanfte Hügel, endlos lange Felder mit Teepflanzen in hellgrün und dunkelgrün, dazwischen ein paar Bäume und Arbeiter mit großen Strohhüten.Wobei dies keine Idylle ist, sondern harte Arbeit für Arbeiter vor allem aus Nepal und Bangladesh, weil diese in ihrer Heimat noch weniger Geld verdienen würden. Als reicher Besucher aus der Ferne streift man ein wenig durch die Pflanzen, lässt sich vom Guide im Stil des Jahres 2017 fotografieren, trinkt und kauft Tee, der einen daheim Schluck für Schluck an eine schöne Reise erinnern soll. Die Teearbeiter haben keine Urlaubstage in ihrem Arbeitsvertrag stehen.

Gipfelglück in den Tee Feldern der Cameron Highlands
Gipfelglück in den Tee Feldern der Cameron Highlands in Malaysia

Und zugegeben, der Rest von Tanah Rata ist recht langweilig. Touristenzeugs und Gewächshäuser.

Übernachten in Malaysia

Oktober ist eher Nebensaison in Malaysia, mit häufigem Regen – was es einfach macht, Unterkünfte zu finden. Obwohl alles spontan gebucht, war ich mit allen Unterkünften äußerst zufrieden, so unterschiedlich sie auch waren. Kuala Lumpur: Hochhaus über dem Bahnhof, mit komplett verglaster Wand des Zimmers im 19. Stock und Pool & Bar auf dem Dach im 23. Stock.

Hotel Pool im 23. Stock, zwischen den Hochhäusern von Kuala Lumpur | Malaysia
Hotel Pool im 23. Stock, zwischen den Hochhäusern von Kuala Lumpur | Malaysia

Tanah Rata/ Cameron Highlands: ein Hostel, wo jeder in einer Art Regalfach liegt. Dicht an dicht, aber schallisoliert, mit Vorhang, Fenster, Licht, Steckdose und Ventilator.

Melakka und Penang: Gästehäuser mit dunkelbraunen geschnitzten Holztreppen/ Türen/ Deko, bequemen Sesseln, gemütlichen Lobbys und sehr persönlicher Gastfreundschaft in Top Lage, in ruhigen Seitenstraßen der Altstädte.

Alles andere als 08/15.

Tanah Rata und Penang, Regal-Hostel und Gästehaus | Malaysia
Tanah Rata und Penang, Regal-Hostel und Gästehaus | Malaysia

Die Natur in Malaysia

Man braucht Zeit, um Malaysias gigantische Natur zu erleben, Zeit, die man bei einer kurzen Rundreise nicht hat, bzw. anders verbringt. Regenwälder und Strände, Berge und Korallenriffe – alles verpasst auf dieser Reise. Aber alles gestreift, kann ich sagen, von den hellgrünen Hügeln der Cameron Highlands zu den Stränden im Penang National Park, vom kleinen Regenwald in Kuala Lumpur bis zum Habitat Rundgang am Penang Hill. Affen und Orchideen, Teeplantagen und Leguane – von den kleinen feinen Wanderungen und Naturerlebnissen folgt ein eigener Artikel.

Aussicht auf Dschungel und Meer vom Penang Hill aus | Malaysia
Aussicht auf Dschungel und Meer vom Penang Hill aus | Malaysia

Dies und das – Malaysia Reisetipps

Malaysia ist einfach zu bereisen, es ist einfach von A nach B zu kommen, es gibt überall die Zivilisation, die man benötigt, Bett, Essen, Wasser, Wlan, auch ohne Vorbereitung und Planung kann man sich einfach treiben lassen. Malaysia wird viel von anderen Asiaten bereist, es ist nirgends leer (sprich an den einfachen beliebten Reisezielen – wir reden nicht vom Dschungel). Die Asiaten fotografieren und filmen wahnsinnig viel, vor allem Selfies, es ist unglaublich. Natürlich möchte ich wieder hin, nach Borneo vor allem, in die Berge und Nationalparks, an die Strände von Langkawi, nach Singapur. Demnächst. I haven’t been everywhere, but it’s on the list!

Petronus Towers in Kuala Lumpur @ Malaysia
Petronus Towers in Kuala Lumpur @ Malaysia

Datum der Reise: 1. Oktober Hälfte 2017

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Mehr Foto Love Stories: Kanada | Nepal | Marokko | Thailand | Cornwall

Mehr Südostasien: Thailand

 

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Rofanspitze und Erfurter Hütte: mit Schneeschuhen auf Hüttentour im Rofangebirge

Rofanspitze und Erfurter Hütte: mit Schneeschuhen auf Hüttentour im Rofangebirge

Die Erfurter Hütte im Rofangebirge (500 Hm unterhalb der Rofanspitze) ist eine der wenigen Hütten in den Alpen (oder sagen wir: in den Münchner Hausbergen), die auch im Winter geöffnet haben. Einerseits ist sie einfach mit der Gondel erreichbar, um hoch über dem im Dauerschatten liegenden Achensee in der Sonne einen Kaffee zu trinken, andererseits befindet sich hinter der Hütte mit dem Rofangebirge ein hochalpines Tourengebiet, das anspruchsvolles Gipfelglück bereit hält.

Mitte Januar erwischte ich das perfekte Hütten-Schneeschuh-Wochenende im Rofan: herrliches Wetter, beste Schneebedingungen, Gipfelglück auf der Rofanspitze, ein Logenplatz zum Sonnenuntergang über den Karwendelspitzen und viele gemütliche Stunden auf der Erfurter Hütte. Eine Auszeit vom hektischen Alltag, abgehoben über den Kleinigkeiten des Lebens, die einfach wahnsinnig viel Energie für die Tage danach gibt.

Die Dalfazwände im Rofangebirge
Die Dalfazwände im Rofangebirge

Eine Hüttentour im Winter zu planen ist gar nicht so einfach, weil viele Hütten nur im Sommer geöffnet haben. Weil im Winter die Wasserleitungen zufrieren, die Hütten nicht gut geheizt werden können, die Versorgung zu schwierig ist. Du musst anders packen als im Sommer, du musst bedenken, dass es früh dunkel und spät hell wird, die Lawinengefahr vor und während deiner Tour beurteilen, deine Fähigkeiten und Tagesform noch besser einschätzen als im Sommer, da “da draußen” eine nicht ungefährliche Welt auf dich wartet.

Blick zum Rosskopf, auf den Weg mit den Schneeschuhen zur Rofanspitze
Blick zum Rosskopf, auf dem Weg mit den Schneeschuhen zur Rofanspitze

Denn so idyllisch die Zeit auf der Erfurter Hütte klingen mag, so herrlich die Tourenbilder ausschauen: ich kann eine Schneeschuhtour zur Rofanspitze nur bei Top-Bedingungen empfehlen. Niedrige Lawinengefahr, griffiger Schnee, stabiles Wetter, Erfahrung auf Schneeschuhen. Wenn alles passt – wie bei unserer Tour – , dann verlässt man das Rofangebirge mit glücklichem Herzen und einem Gefühl tiefer Dankbarkeit.

Wolken über dem Achensee und dem Inntal, vom Rofan aus gesehen
Wolken über dem Inntal, vom Rofan aus gesehen

Inhalt:

 

 

Rofanspitze mit Schneeschuhen

Zu Schneeschuhtouren auf die Rofanspitze haben wir vor der Tour ausgiebig Beschreibungen gelesen und den Hüttenwirt befragt. Doch als wir am Sonntag gegen halb 9 bei minus 4 Grad im Schatten vor der Hütte die Schneeschuhe anziehen, ist unser Ziel erst einmal die Grubascharte, bzw. die Gruba genannte Hochfläche unterhalb des Rosskopfs. Dort wollen wir uns den Schnee und die Spurenlage anschauen und entscheiden, ob wir zur Rofanspitze oder Seekarlspitze weitergehen oder umkehren müssen.

Zunächst drehen wir uns ein paar mal ungläubig um uns selbst: die Spitzen der Dalfazwände werden von den ersten Sonnenstrahlen vergoldet, über dem Achensee liegt ein wattige Wolkenschicht, der Schnee knirscht unter unseren Schneeschuhen, die Skilifte beginnen zu summen, Menschen sind fast keine zu sehen. Welch ein Privileg an diesem herrlichen Morgen hier stehen zu dürfen.

Die ersten Sonnenstrahlen im Rofangebirge, am Gschöllkopf (2.039m)
Die ersten Sonnenstrahlen im Rofangebirge, am Gschöllkopf (2.039m)

An der Mauritzalm vorbei führt ein gewalzter Winterwanderweg nach Osten, die Spur der Schneeschuhwanderer und Skitourengeher verlässt den breiten Weg am ersten Schild des Lawinenlehrpfades. Ein dunkler Fleck hoch oben auf dem Grat der Felswand links von uns entpuppt sich schnell als eine Gams, und die flitzt plötzlich den Grat entlang zu ihren 8 oder 9 Freunden. Welch ein Start in den Tag!

Station am Lawinenlehrpfad im Rofangebirge
Station am Lawinenlehrpfad im Rofangebirge
Dunkel und kalt - ein Wintermorgen im Rofangebirge
Dunkel und kalt – ein Wintermorgen im Rofangebirge

Der Skispur ist einfach zu folgen, zwischen Latschen hindurch, in ständigem Auf und Ab geht es Richtung Osten, mal in der Sonne, mal im Schatten. Im Schatten fühlt es sich stets 10 Grad kälter an… Mit einem steileren Aufstieg dreht sich der Weg Richtung Nord, über eine weite offene Fläche namens Gruba geht es relativ eben auf den Roßkopf zu, dann rechts zur Grubascharte (2.102m). Inzwischen ist es sonnig geworden, der Schnee ist griffig, hier und da sind andere Schneeschuhwanderer und Skitourengeher unterwegs – gerade so viele, dass man mit allen gerne ein paar Worte redet, ohne jegliches Gefühl von “zu voll”.

Endlich: die Grubascharte. Wichtiges Zwischenziel auf dem Weg zur Rofanspitze
Endlich: die Grubascharte. Wichtiges Zwischenziel auf dem Weg zur Rofanspitze

Von der Grubascharte aus sehen wir den Gipfel der Rofanspitze in greifbarer Nähe, sehen den anspruchsvollen Wegabschnitt zum Gipfel zum ersten Mal, und wir sehen, dass die Spur fest und breit genug ist und wir dem Gipfel wohl gewachsen sein werden.

Der erste Blick auf den Gipfel der Rofanspitze und die heikle Hang-Querung
Der erste Blick auf den Gipfel der Rofanspitze und die heikle Hang-Querung von der Grubascharte aus

“Breit” ist im weiteren Verlauf relativ. In der Spur queren wir den Hang, es ist sehr ausgesetzt, wer hier stürzt, wird zu einer langen eisigen Rutschpartie starten. Jeder Schritt erfordert Konzentration, aber mit jedem Schritt merken wir auch, wie stabil der Weg ist, wie gut wir voran kommen. Dieser Weg ist heikel, hier möchte man nur in Ruhe bei allerbesten Schnee- und Lawinenbedingungen unterwegs sein.

Spur in der Hangquerung zur Rofanspitze
Spur in der Hangquerung zur Rofanspitze

Der Weg macht 3 oder 4 enge Kehren, wird steiler, ganz am Ende sehr steil – und nach rund zwei Stunden ziehen wir kurz unterhalb des Gipfels der Rofanspitze die Schneeschuhe aus, um die letzten paar Meter über die Felsen zum Gipfelkreuz auf 2.259m zu kraxeln.

Die letzten Meter zum Gipfelkreuz der Rofanspitze
Die letzten Meter zum Gipfelkreuz der Rofanspitze

Und ich möchte am liebsten sofort wieder runter.

Der Wind pfeift uns wild und ungemütlich um die Ohren, ich denke eigentlich nur an der Abstieg und freue mich auf die Grubascharte, wenn der heikle Teil überstanden sein wird – selten habe ich mich an einem Gipfel so unwohl gefühlt. Ich esse nichts, trinke nichts, ziehe mich nicht um, hole nicht einmal die Kamera aus dem Rucksack.

Gipfelkreuz der Rofanspitze
Gipfelkreuz der Rofanspitze
Aussicht von der Rofanspitze nach Süden
Aussicht von der Rofanspitze nach Süden

Nur ein paar Handyfotos. Nur schnell in alle Richtungen schauen und halb registrieren, dass im Norden ganz viel Nebel über den Tälern hängt, im Osten und Süden die hohe Gipfelpracht der Zillertaler und Kitzbüheler ausgebreitet vor uns liegt, direkt neben uns die Karwendel Gipfel herüber winken. Der Guffert ist deutlich zu erkennen, auch das Kaisergebirge – und dennoch bin ich froh, als wir nach ein paar Minuten wieder aufbrechen, die paar Meter abklettern, die Schneeschuhe wieder anziehen, die ersten steilen harten Meter bis zur weicheren Spur gemeistert haben.

Konzentrierter Abstieg von der Rofanspitze
Konzentrierter Abstieg von der Rofanspitze
Foto: @bergundball

Vor uns in der Spur entdecken wir eine “Ameisenstraße”- es geht gegen Mittag und unzählige Schneeschuhwanderer und Skitourengeher kommen uns nun in der engen Spur entgegen. Immer wieder müssen wir als Bergab-Gehende ausweichen, meist ist der Schnee rechts von uns fest genug, um einen Moment zu warten. Wieder bin ich unendlich dankbar für die perfekten Bedingungen, den wolkenlosen Himmel, die Zeit, die wir noch bis zur Dunkelheit haben.

In der Grubascharte herrscht dann eine große Erleichterung. Alles ist gut gegangen, wir sind erfahren genug, solch anspruchsvolle Passagen zu meistern, wir haben an einem perfekten Morgen auf einem traumhaft schönen Gipfel gestanden!

Blick zurück von der Grubascharte zum Gipfel der Rofanspitze
Blick zurück von der Grubascharte zum Gipfel der Rofanspitze
Tief verschneit ist das Hochplateau der Gruba, ein Traum von einer Schneeschuhtour bei diesen Bedingungen.
Tief verschneit ist das Hochplateau der Gruba, ein Traum von einer Schneeschuhtour bei diesen Bedingungen.

Es ist nun wirklich viel los. Die “Ameisenstraße” hinter uns, aber auch an der benachbarten Seekarlspitze, vor uns in der Gruba. Die Bedingungen werden durch die vielen Bergsteiger und die warme Sonne sicher nicht besser, wir sind froh, früh gestartet zu sein. Und gehen nun gemütlich zurück Richtung Erfurter Hütte, wo wir etwa 4 Stunden nach dem Aufbruch wieder ankommen. Grinsend setzen wir uns zwischen die Skifahrer und Gondeltouristen auf die Terrasse, bestellen Skiwasser und Kaspressknödl, halten das Gesicht in die Sonne. Blicken zu den sonnigen Karwendelgipfeln, und ab und an kurz hinunter zum abschreckend schattendunklen Achensee.

Die sonnige Terrasse der Erfurter Hütte mit den Dalfazer Wänden im Hintergrund
Die sonnige Terrasse der Erfurter Hütte mit den Dalfazer Wänden im Hintergrund

 

 

Im Winter auf der Erfurter Hütte

Die Erfurter Hütte vereint vieles von dem, was mich bei Berghütten so begeistert. Sie liegt auf 1.834 m und gehört zur DAV Sektion Ettlingen. Am Abend treffen sich die letzten Tagesgäste und die Übernachtungsgäste auf der Terrasse und beobachten, wie die Sonne hinter den gezackten Karwendelgipfeln untergeht. Dann machen es sich die Übernachtungsgäste in der heimeligen Stube gemütlich, der man anmerkt, dass die Hütte 1924 gebaut wurde. Bäder, Lager und Zimmer sind dagegen modern, mit viel hellem Holz – im Winter zwar nicht geheizt, aber durch den Kamin in der Stube, die Körperwärme der Gäste und die warmen Decken muss niemand frieren.

Basislager für die Tour zur Rofanspitze: die Erfurter Hütte
Basislager für die Tour zur Rofanspitze: die Erfurter Hütte

Beim Abendessen (köstlich: Tagliatelle mit Hirschsugo, Sahne, Preiselbeeren!) setzt man dieses gewisse Grinsen auf – die Tagesgäste, die tagsüber durch Gondel und Skigebiet zahlreich sind, sind zurück im Tal, man selber darf bleiben und in aller Stille den Sternenhimmel über Rofan und Karwendel betrachten. Die gleiche Stille am Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen schon die obersten Bergspitzen erreichen, über dem Achensee eine dichte Wolkendecke liegt, man sich selber am Frühstücksbuffet bedient (super: Kaffee ist im Buffetpreis mit drin und es gibt frischen Obstsalat!) und es eigentlich gar nicht erwarten kann, raus zu gehen und Richtung Gipfel zu starten. Pächterfamilie und Team sind extrem freundlich und entspannt, so dass man sich auf der Hütte richtig wohl fühlt. Absolut empfehlenswert hier zu übernachten, weil es auch jeden Zeitdruck aus einer Tour zur Rofanspitze nimmt. Ach ja, last but not least: Marillenkuchen & Cappucino am Nachmittag!

Schmankerl auf der Erfurter Hütte im Rofangebirge
Schmankerl auf der Erfurter Hütte: Abendessen (l.o.), Frühstück (l.u.), Nachmittagskaffee (r)

 

 

Aufstieg und Abstieg: zwischen Maurach am Achensee und Erfurter Hütte

Die Tour startet am Parkplatz der Rofan Seilbahn in Maurach am Achensee auf 980 m. Eigentlich direkt am Ende der Talabfahrt des Skigebietes – doch Mitte Januar 2018 liegt so wenig Schnee, dass die Talabfahrt gesperrt und der Wanderweg gut zu gehen ist! Nach den ersten paar Metern neben der Piste folgt man deshalb dem Pfad geradeaus (gelbe Schilder zur Erfurter Hütte), statt rechts weiter an der Piste entlang zu gehen, quert einen Bach und wandert mal mit etwas Schnee, mal ganz auf Waldboden, mal über eisige Stufen den Wald hinauf, bis man oberhalb der Buchauer Alm auf die Skipiste trifft.

Hier ist es ratsam, die Schneeschuhe anzuziehen und am Rand der (roten) Piste bis zur Erfurter Hütte aufzusteigen. Dabei ist der linke Pistenrand sonniger, evtl. etwas länger als der rechte, aber elendig steil und zermürbend – kommen einem doch ständig lässig gleitende Skifahrer entgegen.

Frühlingshaft: der Steig von Maurach zur Erfurter Hütte
Frühlingshaft: der Steig von Maurach zur Erfurter Hütte

Knapp 2 ½ Stunden benötigen wir für die 850 Höhenmeter bis zur Erfurter Hütte auf 1.834 m – mit einigen Fotopausen an Eiszapfen und Blicken zum Achensee hinunter.

Eiszapfen am Wegesrand, zwischen Winter und Frühling
Eiszapfen am Wegesrand, zwischen Winter und Frühling

Im Abstieg gehen wir komplett an der Skipiste entlang, die eisigen Stellen am Steig sind uns bergab doch etwas heikel. Die Serpentinen ziehen sich nach einer Weile und nerven, aber der Weg ist die meiste Zeit sonnig, die eisigen Stellen mit Schneeschuhen entspannt zu gehen. Und im Schnee ist dieser Weg immer noch angenehmer als im Sommer – bei der Tour aufs Ebner Joch Jahre vorher ist mir der Abschnitt auf dem Forstweg als sehr zäh in Erinnerung geblieben.

Wanderung entlang der Skipiste im Rofangebirge - nicht schön, aber manchmall geht es nicht anders.
Wanderung entlang der Skipiste im Rofangebirge – nicht schön, aber manchmall geht es nicht anders.

Fazit zur Tour Rofanspitze & Erfurter Hütte

Die Erfurter Hütte ist ein idealer Übernachtungsort für eine Hüttentour im Winter. Wenn du Erfahrung im Schneeschuhwandern hast, das Wetter stabil und die Lawinengefahr sehr niedrig ist, dann sei dir die Tour zur Rofanspitze sehr ans Herz gelegt. Sie ist übrigens auch im Rother Schneeschuhführer Münchner Berge beschrieben, schwarz markiert, allerdings mit Aufstiegshilfe durch die Seilbahn bis zur Erfurter Hütte.

Gipfelglück an der Rofanspitze Foto: @bergundball
Gipfelglück an der Rofanspitze
Foto: @bergundball

Abschließend noch eine Anekdote. Und ein Video.

Im Abstieg von der Rofanspitze begegneten wir einem Schneeschuhwanderer, schwer bepackt mit Stativ und einigem mehr. Die Hütten-Terrasse vor Augen grüßten wir nur kurz und gingen weiter. Einige Tage später spielte mir Facebook Fotos und ein Video von der Rofanspitze in meine Timeline – von eben jenem Wanderer, wie sich herausstellte. Das Video von Florian Ziereis könnte ihr hier ansehen (und ich muss sagen, ich bin so froh, dass wir auf der Erfurter Hütte übernachtet haben!):

Datum der Tour: 13. und 14. Januar 2018

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Die Tour ist beschrieben im Rother Schneeschuhführer Münchner Berge

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Tour zum Ebner Joch

Rofanspitze bei Soschy on Tour und bei Kultur Natur

Perfekter Wintertag, perfekte Bedingungen für die Rofanspitze mit Schneeschuhen
Perfekter Wintertag, perfekte Bedingungen für die Rofanspitze mit Schneeschuhen
Blick zur Erfurter Hütte und zum Karwendel
Blick zur Erfurter Hütte und zum Karwendel

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Pistenglück auf italienisch: Rote Pisten im Skigebiet von Torgnon im Aostatal

Pistenglück auf italienisch: Rote Pisten im Skigebiet von Torgnon im Aostatal

Das zweite große Ziel beim Skifahren Lernen bei Erwachsenen heißt: rote Pisten fahren, entspannt, flüssig, panikfrei. In Italien, im Skigebiet von Torgnon im Aostatal, habe ich einen ganzen Tag auf roten Pisten zugebracht, was neues Selbstbewusstsein gebracht hat und eine große Portion Pistenglück!
Werbe-Hinweis: Die Tourismuszentrale der Regione autonoma Valle d’Aosta hat mich zu dieser Reise eingeladen.

Pistenglück beim Blick aus dem Sessellift in Torgnon
Pistenglück beim Blick aus dem Sessellift in Torgnon
Skifahren mit Blick auf xxx
Kann es besser sein? Skifahren mit Blick auf den Becca d’Aver, 2.469m

Die Einteilung von Skipisten in blau rot schwarz, einfach mittel schwer, ist vermutlich auch mit ein wenig Willkür verbunden. Jedes Skigebiet will für jeden etwas im Angebot haben, so dass es schwere blaue Pisten genauso gibt wie leichte rote. Meine Lieblingspiste in Torgnon zählt sicher in die Kategorie leicht rot, aber definitiv ist es eine Piste, die ich sagen wir mal vor zwei Jahren noch nicht gefahren wäre, und auch nicht so entspannt und mit Grinsen im Gesicht.

Torgnon (auf 1.515 m gelegen) erreicht man vom Aostatal aus, in ca 1h 20 min von Pont Saint Martin aus (ca 50 km), was wiederum rund 140 km von Mailand entfernt ist. Zur besseren geografischen Einordnung: wir befinden uns auf der Rückseite des Matterhorns, also in der Nähe der Schweizer Grenze. Pont Saint Martin liegt direkt am Eingang des Aostatals, das eine sehr interessante Geschichte aufweist; was ich dort noch – außer dem Skifahren in Torgnon – empfehlen kann, folgt in einem späteren Artikel.

Abends in Torgnon/ Aostatal.
Abends in Torgnon/ Aostatal. Die klare Luft macht Vorfreude auf den nächsten Tag.

Wie ich später erfuhr, ist Torgnon ein sehr windanfälliges Skigebiet. Die beiden Sessellifte, die ich hauptsächlich gefahren bin, sind bei Wind vermutlich kein Spaß. Hauben, Sitzheizung und überdachte Talstationen, die man von anderen (moderneren) Skigebieten gewöhnt ist, gibt es hier nicht. Großartigerweise habe ich einen perfekten Tag zum Skifahren in Torgnon erwischt.

Auch hier gab es Mitte Dezember so viel Schnee wie schon lange nicht mehr. Es war das zweite Ski-Wochenende der Saison trotzdem war es unglaublich leer, die Sonne strahlte, der Schnee glitzerte, es gab keine vereisten Stellen sondern bestens präparierte Pisten. Dass keine Urlauber aus Mailand oder Turin so kurz vor Weihnachten da waren, kann man noch verstehen, aber warum die Einheimischen diesen idealen Tag nicht zum Skifahren nutzten, dass konnte mir niemand erklären. Die Bergbegeisterung scheint in Italien anders verteilt als in meinem Basislager im Chiemgau…

Old-fashioned Sessellift im Skigebiet Torgnon im Aostatal
Old-fashioned Sessellift im Skigebiet Torgnon im Aostatal

Von der Bergstation des Seggiovia quadriposto Collet Sessellifts sieht man eigentlich zum Matterhorn hinüber – dort waren aber so viel Wolken, dass man es nur erahnen konnte. Schade, aber lieber so, als dass ich aus den Wolken auf ein sonnenbeschienenes Matterhorn hätte blicken müssen. Immerhin war uns am Abend vorher am Straßenrand ein sensationeller Blick aufs Matterhorn geglückt, auch weil der Busfahrer an der richtigen Stelle einen Parkplatz fand…

Logenplatz: Matterhorn Blick von Italien aus
Logenplatz: Matterhorn Blick von Italien aus

Es gibt im Skigebiet Torgnon zwei blaue Pisten, die man über den Sessellift Seggiovia quadriposto Chantorné erreicht. Leichte blaue Pisten. Die Skilehrerin, die unsere Gruppe begleitete, nutze die blauen Pisten für einige Technik Übungen und entschied dann bald, dass wir (auch der Kollege, der jahrelang nicht skifahren war und relativ unsicher fuhr) doch mal in den Seggiovia quadriposto Collet Sessellift steigen sollten, um von 2.246 m aus die rote Piste herunterfahren sollten. Natürlich war ich mäßig begeistert, aber glücklicherweise machte ich mit. Nach einige Momenten der Panik an einer besonders steilen Stelle – die Skilehrerin wollte mir wertvolle Tipps zur Schulterhaltung geben, während ich all meinen Mut brauchte, um überhaupt eine Kurve fahren zu können – verließ ich die Gruppe und fuhr fortan allein meine Schwünge.

Was wohl die richtige Vorgehensweise für mich ist, auch wenn die Eleganz meines Fahrstils zu Wünschen übrig lässt und ich wohl keine Schönheitspreise im Skifahren gewinnen werde.

Leere Pisten mit Aussicht! Pistenglück im Aostatal
Leere Pisten mit Aussicht! Pistenglück im Aostatal

Aber es beruhigt meinen Kopf, wenn ich in meinem Tempo fahren kann, ohne dass an jeder Ecke jemand auf mich warten muss. Wenn ich steile für mich unangenehme Stellen erst mal irgendwie rutschend überwinde. Wenn ich eine Piste immer wieder fahre, bei jedem Mal die für mich schweren Pistenabschnitte besser meistere, schneller fahre und flüssiger, dann ist so ein Tag im Moment viel mehr Wert als jeder Tipp vom Skilehrer. Und was auch wichtig ist: mit strahlendem Gesicht auf die Skifreunde oder wie in Torgnon die Kollegen zufahren können, stolz sein, und gemeinsam zum Essen und Trinken niedersetzen. Denn die Einkehr in der Hütte ist mit mehreren dann doch viel schöner als allein.

Perfekter Tag im Skigebiet Torgnon Italien
Perfekter Tag im Skigebiet Torgnon
Gegen die Sonne in Torgnon
Wer gegen die Sonne Ski fährt, braucht eine Sonnenbrille und mehr Zeit für gute Fotos..

Mittagessen im Skigebiet Torgnon: Alpe Gordzà

An der Bergstation des Sessellifts B (Seggiovia quadriposto Chantorné) steht die gemütliche Almhütte der Alpe Gordzà, wo man fantastisches Mittagessen à la Aostatal bekommt: Speck, Brot, Käse, Zwiebelkonfitüre zur Vorspeise, Polenta mit Pilzen zum Hauptgang und einen Karamellpudding zum Nachtisch. Mehr Infos

Mittagessen auf der Alpe Gordzà im Aostatal
Speck, Käse, Brot und Bier: Mittagessen auf der Alpe Gordzà im Aostatal

Infos zum Skigebiet Torgnon

Im Skigebiet gibt es die Gondel aus dem Tal zu einem kleinen Plateau sowie drei Sessellifte. 2 blaue Pisten, 7 rote und 3 schwarze mit insgesamt 25 Pistenkilometern. Auf dem Pistenplan sind jede Menge Loipen und Schneeschuhwege zu sehen sowie ein Funpark, ich bin allerdings nur Ski gefahren und fast nur auf der Piste 4 namens Collet.  Skipass für 1 Tag 30 Euro, Ermäßigungen gibt es an Werktagen und für halbe Tage. Mehr Infos

Skiverleih: Noleggio Sci Torgnon befindet sich ein paar Minuten von der Talstation der Gondel entfernt. Leihgebühr für Ski, Schuhe, Stöcke für 1 Tag: 22 Euro. Mehr Infos

Blick vom Skiverleih Richtung Skigebiet Torgnon
Blick vom Skiverleih Richtung Skigebiet Torgnon

Monte Cervino ist der italienische Name des Matterhorns, Cervinia  bzw Cervino Ski Paradise ein Verbund von Skigebieten vom Aostatal über das Matterhorn bis Zermatt. Ein Tag reicht vermutlich für Torgnon, bei einem längeren Skiurlaub lohnt es sich auch die anderen nahen Skigebiete auszuprobieren. Mehr Infos

Übernachten in Torgnon im Aostatal: Hotel Zerbion

Das kleine 3-Sterne-Hotel befindet sich mitten im Ort, auf ca 1.500 m gelegen. Zu Fuß sind es nur 10 Minuten zur Talstation der Gondel, die Zimmer des familiengeführten Hotels sind einfach aber schön eingerichtet. Es gibt einen kleinen Spabereich und sehr gutes Essen im Restaurant. Besonders gemütlich ist die Lobby im Hotel Zerbion mit Kaminfeuer, Sesseln und Katze, wo man entspannt die Zeit zwischen Skifahren und Abendessen verbringen kann, mit einem Krimi und einem Cappucino oder Glas Rotwein. Mehr Infos

Gemütliches Lobby im Hotel Zerbion in Torgnon/ Italien
Gemütliche Lobby im Hotel Zerbion in Torgnon/ Italien

Ein Ski-Krimi aus dem Aostatal: Der Gefrierpunkt des Blutes

Im Nachbartal, etwa 65 Auto-Kilometer von Torgnon entfernt, gibt es das Skigebiet Champoluc. Dort spielt der Krimi Der Gefrierpunkt des Blutes von Antonio Manzini. Der Ermittler der Polizei von Aosta, Rocco Schiavone, muss den Mord an einem Mann aufklären, der auf der Skipiste vom Fahrer einer Pistenraupe gefunden wird. Die Geschichte ist gut, nur leider ist der Kommissar extrem unsympathisch. Dennoch ein empfehlenswerter Krimi, wenn man zu Besuch im Aostatal ist.
Hier kannst du Der Gefrierpunkt des Blutes bei Amazon bestellen*.

Ein Krimi aus dem Aostatal: Gefrierpunkt des Blutes
Ein Krimi aus dem Aostatal: Gefrierpunkt des Blutes

Fazit

Beim Skitag in Torgnon hat für mich alles perfekt gepasst. Man musste kaum an einem Lift warten, die Sonne schien, der Blick auf Becca d’Aver, Mont Meabé, Cima Bianca und Punta Tsan waren großartig. Die Pisten genau richtig, wenn man das Projekt rote Pisten angehen will. Gute Skifahrer haben einen Tag ihren Spaß, für Anfänger sind die blauen Pisten super. Die Orientierung in dem kleinen Skigebiet ist einfach, so dass sich der Besuch auch für nur einen Tag lohnt. Persönlich glaube ich, dass ich an dem Tag einen großen Schritt in Richtung Pistenglück auf roten Pisten gemacht habe – jetzt muss es weitergehen auf schwereren roten Pisten.

Bergstation Sessellift mit Bergblick in Torgnon
Bergstation Sessellift mit Bergblick

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Schmankerl: der Blick aus der Gondel zwischen Ort und Skigebiet in Torgnon/ Italien

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Neue Skisaison, neue Runde im #ProjektPistenglück

Neue Skisaison, neue Runde im #ProjektPistenglück

Es ist ein Wahnsinn, welche Entwicklung das Projekt Pistenglück in den letzten vier Jahren genommen hat! War es vor einigen Jahren noch „die weiße Pest“, die da vom Himmel kam, habe ich in diesem November und Dezember alle Skitourengeher beneidet, die ohne Pisten und Lifte in den Schnee konnten. Und gleich am ersten Tag, als „mein“ Skigebiet Winklmoos-Alm/ Steinplatte in die Saison startete, stand ich auf den Ski. Eigenen Ski.

Doch langsam, eins nach dem anderen.

Die vergangenen Winter ging es ja Stück um Stück vorwärts mit meinen Skifahr-Künsten, wenn auch die Angst bis heute nicht verschwunden ist, besonders an steilen, engen Stellen. Weiter unten findest du alle Ski-Artikel im Projekt Pistenglück verlinkt. Doch mit dem letzten Winter gab es eine entscheidende Änderung: mit meinem Umzug (siehe auch hier) hatte ich plötzlich ein Skigebiet vor der Haustür, eins, das bestens für Anfänger geeignet ist, wie ich bereits im März 2015 berichten konnte.

Wenn man (fast) jederzeit zum Skifahren gehen kann, auch mal kurz, vor der Arbeit, auf immer den gleichen Pisten, dann macht man Fortschritte. Man fährt die einfachen Pisten locker und leicht, weil man sie kennt, und weiß, dass man sie schon so oft gemeistert hat. Hat keine Bedenken beim Lift fahren, weil man weiß, wie der Einstieg ist und der Ausstieg, und dass man schon so oft problemlos mit diesen Skiliften gefahren ist. Die kniffligen Stellen kann man immer wieder üben und besser werden, oder man lässt sie halt, an schlechten Tagen, einfach weg.

Eigene Ski-Ausrüstung

Wenn man anfängt mit dem Skifahren lernen, dann ist es vollkommen ok, sich Ski und Skischuhe jedes Mal auszuleihen. Bevor man investiert, muss man rausfinden, ob man überhaupt regelmäßig fahren wird, und genau dafür gibts ja die Ski Verleiher überall, die immer alles gewachst und bereit haben, ohne dass man sich um etwas kümmern muss.

Aber mit der Zeit merkt man, dass das Ski ausleihen ganz schön Zeit braucht. Dass die Freunde lange warten müssen und hibbelig werden. Dass man immer wieder Geld bezahlt. Und so kaufte ich im letzten Winter Skischuhe. Erst einmal viel Geld, aber perfekt an meine Füße angepasst, und das Ski ausleihen ging prompt doppelt so schnell. Und diesen Herbst gab es einen „Ausverkauf“ beim Skiverleih in meinem Wohnort. Die wollen natürlich nur die neuesten und besten Ski verleihen, also muss alles raus, was älter als zwei Jahre ist. Beste Ski zum Schnäppchen Preis, mit Bindung, für mich eingestellt, zwar gebraucht und verkratzt, aber was macht das schon?

 

 

Der Winter 2017/18 fängt an

Während der Landtag schreckliches für das Riedberger Horn beschloss und die Aufweichung des Alpenplans, während an der Arbeit diskutiert wurde, was wir machen, wenn es bis Weihnachten wieder nicht schneit, während der Klimawandel stetig im Hinterkopf mitspielte bei aller Wintervorfreude, während man etwas skeptisch zum Himmel blickte, schneite es und schneite es und schneite es. Im Chiemgau und an vielen anderen Stellen. Es schneit auf 2000m, es schneite auf der Steinplatte (1.869 m), es schneite auf der Winklmoos-Alm (1.152 m), es schneite im Tal.

Die Skitourengeher gingen los und jauchzten vor Freude über die Pulverschneeabfahrten. Die am Unternberg konnte ich sogar durch mein Wohnzimmerfenster beobachten! Für die Langläufer wurden immer mehr Loipen gespurt. Ich holte die Schneeschuhe aus dem Keller und hatte eine Traumtour zum Dürrnbachhorn. Nur „richtig“ skifahren ging halt noch nicht, und weit weg fahren zu einem Gletscher, dafür fehlten Zeit und auch Lust.

Blick vom Dürrnbachhorn zur Winklmoos-Alm im November
Blick vom Dürrnbachhorn zur Winklmoos-Alm im November

Privat-Test-Fahrt mit der Gondel zur Winklmoos-Alm

In meinem Job stand ein paar Tage vor dem geplanten Saisonstart im Skigebiet ein besonderer Termin im Kalender: eine Test-Fahrt mit der Gondel, um zu fotografieren und zu filmen, in Ruhe, ohne laufenden Betrieb, um potenziellen Gästen Lust auf Ski-Urlaub in Reit im Winkl zu machen. Wir erwischten einen traumhaften Wintertag, unsere Privat-Gondel fuhr im trüben Tal los, durchbrach auf halber Höhe den Nebel und fuhr durch eine sonnige perfekte Berglandschaft weiter. Wir stiegen oben kurz aus, schauten auf eine unglaubliche Schneelandschaft, fast kitschig, die Pisten so verlockend, wie es weder Skifahrer noch Tourismus-Verantwortliche zu hoffen gewagt hatten.

Gondel Test Winklmoos-Alm
Gondel Test Winklmoos-Alm

Der 8. Dezember 2017

Irgendwie noch immer skeptisch fuhr ich tatsächlich am Freitag, 8. Dezember Richtung Arbeit, doch bevor ich Reit im Winkl erreichte, bog ich links nach Seegatterl ab, das Skigebiet würde tatsächlich schon am 8. Dezember öffnen. Obwohl es nicht eine einzige Schneekanone gibt auf der Winklmoos-Alm. Hallo Klimawandel?

Aber große skurille Überraschung am Parkplatz: Skigebiet offen, aber ohne Gondel. Elektronik Problem. Trotz glorreicher Testfahrt nur zwei Tage vorher…Verrückte Welt.

Kurzerhand wurde die Straße zur Winklmoos-Alm freigegeben, zwischen Parkplatz und Rossalm Talstation ging es quer rüber, irgendwie wild, aber: der Rossalm Lift fuhr, auch ein paar Skifahrer und Snowboarder waren bereits unterwegs. Es war Freitag, es war nicht sonnig sondern ziemlich bewölkt und so präsentierte sich die Winklmoos-Alm als Vorzeige-Skigebiet für alle, dies es nicht so gut können, das Skifahren. Breite leere nicht-steile Pisten. So genial um weite Bögen zu fahren, ohne von Rasern überrollt zu werden, ohne anderen ausweichen zu müssen, so viel Platz! Und das mit ordentlichem Schnee, manchmal etwas holprig, aber dennoch gut präpariert.

Und nach der ersten Abfahrt auf der Rossalm war auch klar: die neuen Ski sind perfekt, genau die richtige Länge, mit der ich klar komme, mit der das Skifahren einfach nur Spaß macht.

Die Abfahrt vom Scheibelberg fahre ich noch immer mit Respekt, denn sie ist rot und steil. Aber so leer wie am Freitag, toll präpariert, mit den neuen Ski – kein Problem.

Dann rüber zur Steinplatte. Nicht mehr ganz so leer, aber noch immer kein Anstehen am Lift, strahlende Gesichter auch ohne strahlende Sonne, und trotz Feiertag in Österreich alles andere als überlaufen.

Alle heiklen Stellen ließ ich aus, ich fuhr einfach die Pisten, die ich inzwischen – siehe oben – gut kenne, die ich kann, die Spaß machen. Ohne Angst.

Und zwei Stunden später war ich wieder am Auto und fuhr grinsend weiter zur Arbeit. Welch Start in die Skisaison, welch neue Etappe im Projekt Pistenglück.

Skifahren auf der Steinplatte am 8. Dezember - Kapellenlift
Skifahren auf der Steinplatte am 8. Dezember – Kapellenlift

#gipfelglückdahoam

Wie anders es ist, wenn man ein Skigebiet auch im Sommer kennt. Weil das Gebiet auch im Sommer toll ist und nicht nur… Welch ein Luxus, viele der Gipfel rundum bestimmen zu können, zu wissen, wann man wo war. Und wo man im Sommer rübergeschaut hat zur Steinplatte und an den Ski-Winter gedacht hat.

 Die Steinplatte im Sommer, wenn man vom Wieslochsteig herüber kommt
Die Steinplatte im Sommer, wenn man vom Wieslochsteig herüber kommt

Anmerkung: Wie schon öfter gesagt arbeite ich für die Tourist Information in Reit im Winkl. Dieser Artikel ist aber meine private Meinung und mein Arbeitgeber hat damit nichts zu tun. Eher umgekehrt. Das Skigebiet war durchaus ein Grund, mich für diesen Arbeitgeber zu entscheiden.

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Bei den Kolleginnen vom Berghasen Blog gibt’s einen lesenswerten Artikel: 7 Gründe warum wir Skifahren lieben

Mehr über das Projekt Pistenglück:

Tipps und Warnungen: Skifahren lernen für Erwachsene?

Skitag 2/ 2017: Skigebiet Kasberg Grünau im Almtal in Oberösterreich/ Österreich

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Skitag 5/ 2015: Gschwandtkopf in Seefeld in Tirol/ Österreich

Skitag 4/2015: Rosshütte in Seefeld in Tirol/ Österreich

Skitag 3/ 2015: Winklmoosalm in Bayern und Steinplatte in Tirol

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Skitage 1 und 2/ 2015: Sölden und Hochgurgl im Ötztal/ Österreich

Skitag 6/2014 auf der Ehrwalder Alm in Tirol/ Österreich

Buchtipp: Skifahren einfach

Skitag 5/2014 im Skigebiet Gitschberg-Jochtal im Eisacktal/ Südtirol

Skitag 4/2014 auf der Plose im Eisacktal/ Südtirol

Skitag 3/2014 in Kössen im Kaiserwinkl/ Tirol

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Skitag 1/2014 im Pitztal/ Tirol

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