Wir wählen in Hessen – Fragen an die Kandiaten

Es ist mal wieder Wahl und die Kandidaten buhlen um unsere Stimmen. Alle Kandidaten haben ja versichert, wieder zu landespolitischen Sachthemen zurück zu finden. Ein Sachthema in Hessen ist die zunehmende Immobilität und dazu habe ich die Kandidaten gefragt:

„Hallo Herr/ Frau Mustermann,

ich bin noch etwas unentschlossen in meiner Wahl. Es gibt ein Thema, was mir sehr am Herzen liegt.

Der durchschnittliche Weg zur Arbeit betrug 2017 in Deutschland etwa 17 Kilometer.

Und die Pendlerströme verlaufen dabei nicht immer vom Umland in die Stadt. Der Hochtaunuskreis zum Beispiel verzeichnet 47.000 Pendler, die in andere Kreise fahren. Mehr Pendler aber fahren in den Hochtaunuskreis hinein, nämlich 54.000. Andere Beispiele:

Frankfurt: 97.000 Auspendler, 362.000 Einpendler

Wiesbaden: 48.000 Auspendler, 75.000 Einpendler

Trotzdem ist es gerade in Hessen so, dass die Verkehrspolitik in jeder Hinsicht, ob ÖPNV oder Radwegeplanung, darauf ausgerichtet ist, die Pendlerströme von außen nach Frankfurt zu führen:

  • bis auf eine handvoll Schnellbuslinien ist der ÖPNV sternförmig nach Frankfurt ausgerichtet.
  • die Linien der Verkehrsbetriebe sind selten aufeinander abgestimmt
  • es gibt kein nennenswertes Radwegenetz, da die Kreise und Kommunen nicht zusammenarbeiten.
  • der einzige Schnellradweg führt von DA nach FFM, ohne Anschlüsse an weitere Routen in andere Kreise. Und wer soll auf diesen 30km fahren? Ein Pendler mit einem 25er eBike braucht mindestens 1,5 Stunden von Stadtgrenze zu Stadtgrenze.

Kurz gesagt: gerade in der Verkehrspolitik herscht eine ausgeprägte Kleinstaaterei, die vernünftige, schnelle und preisgünstige Alternativen zum Auto verhindert. Und deshalb verstopfen unsere Städte und Gemeinden derart mit Autos, dass das Wort „Mobilität“ wie Satire wirkt.

Ein paar Ideen:

  • Förderung der e-Mobilität: Limburg macht es richtig gut. Gefördert werden elektrische Kleinfahrzeuge, Lastenfahrräder und schnelle Pedelecs.
  • Schnelle Pedelecs ausserorts auf Radwege oder abgetrennte Spuren und Erlaubnis, sie im ÖPNV mitzunehmen. Schnelle Pedelecs werden laut StVZO als Leichtkrafträder = Motorrad eingestuft und unterliegen leider deren Regeln, obwohl sie nur mit starker! Muskelunterstützung 45km/h schnell sind. Sie unterscheiden sich technisch kaum von normalen Elektrofahrrädern. Mit schnellen Pedelecs lassen sich auch tägliche Arbeitswege bis zu 30km in angemessener Zeit bewältigen, es ist gesund und umweltschonend. So bin ich von Königstein nach Wiesbaden ca. 50 Minuten unterwegs, nur 15 Minuten langsamer als mit dem Diesel.
  • RMV- Tarife: die Schnellbusse sind super, man könnte auch hier das Auto wieder stehen lassen. Aber leider viel zu teuer: 8,50 Euro einfache Fahrt für 28 km rechnet sich definitiv nicht gegen das Auto. Die Querverbindungen sind im derzeitigen Tarifsystem einfach zu teuer im Vergleich zu den Sternverbindungen.

Können Sie diesen Ideen etwas abgewinnen? Können Sie sich persönlich dafür einsetzen?

Für mehr Informationen können Sie meinen Blog www.speedpedelecbiker.blog lesen oder  zu mir kommen und verschiedene Fahrzeuge testen www.seefeeldrive.de .

Ich freue mich sehr auf eine Antwort

Martin Ziegler

 

Speedpedelecbiker goes analog – vom Bloggen in die reale Welt

Speedpedelecbiker goes analog – vom Bloggen in die reale Welt

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Angeregt von der wunderbaren Atmosphäre auf der Cyclingworld in Düsseldorf habe ich eine Geschäftsidee umgesetzt: und mache hier Werbung in eigener Sache:

am 12. und 13. Oktober 2018 eröffnen wir in Wiesbaden einen Marktplatz für außergewöhnliche Fahrräder, Lastenräder, Kleidung und Sonstiges, was zum Lifestyle rund ums Fahrrad gehört.

Der Name ist:

see feel drive – ein analoger Marktplatz in einer digitalen Welt

Das Motto ist:

analog (er-) fahren – digital ordern

Viele interessante Fahrzeuge, ausgefallene Kleidung und schöne Dinge für den Lifestyle rund ums Fahrrad finden sich ausschließlich in den Weiten des Internets. Sprich: der digitalen Welt.

Wir holen jetzt diese wunderbaren Dinge in die reale Welt, d.h unseren analogen Marktplatz.

Alles kann hier ausgiebig betrachtet, befühlt und (er-) fahren werden.

Einfach und bequem können die Fahrzeuge, die Kleidung und vieles andere online geordert und an einen Ort Ihrer Wahl geliefert werden. Oder Sie holen sie bei uns ab.

Ich nutze die Gelegenheit und stelle Euch die Teilnehmer an der Eröffnung mit kurzen und eigenen Worten vor:

MTB CYCLETECH: das brandneue High-Tech Speedpedelec Code aus der Schweiz mit starkem Hinterradnabenmotor von NeoDrives, wartungsfreiem Zahnriemen und ebenfalls wartungsfreiem Pinion -Getriebe.

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KARGON: ein zweirädriges, äusserst stabiles Lastenbike für Kinder, Familie und Handwerk mit einem leichten Einrohrrahmen, Elektromotor von Continental und Seilzuglenkung.

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Qirubike: wunderschöne, leichte und robuste Renn- und Tourenräder aus formverleimten Edelholzfurnieren. Handgefertigt auf die Maße des Besitzers.

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RAYVOLT CRUZER: ein Fahrzeug, dessen Name nach Revolution und Hightech klingt. Die wohl lässigste Art der e-Mobilität mit 48-Volt Antriebssystem und optional erhältlichem Solar- Ladepanel.

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CONVERT: das 3 in 1 – Bike. Die Antwort auf knappen Wohnraum bei hohen Mieten. Ein Rad, was sich in Sekunden vom Rennrad in ein Trekkingrad und/ oder ein Mountainbike verwandeln lässt.

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BAYK BRAND: der Eyecatcher für Individualisten. Aus einer Vielfalt an RAL-Farben und Zubehör entsteht ein einzigartiges, ganz individuelles Pedelec. Und die Technik kann sich sehen lassen: Hinterradnabenmotor von GoSwiss mit 8-Gang Schaltung und 500Wh Akku.

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WALLERÄNG: Pedelec aus Schweden mit klarem, skandinavischen Design und modular aufgebautem Gepäcktransportsystem. Ausgestattet mit Shimano Steps Antriebssystemen.

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STAJVELO: der elektrische Chic aus Monaco. Ein elegant und filigran wirkendes Bike wie aus einem Guss. Was es ja auch ist, denn es wird aus einem High Tech Composit gefertigt. Ausgestattet mit dem Elektromotor von Continental mit integriertem, stufenlosem Getriebe und wartungsfreiem Zahnriemen.

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LIBELLE: das wohl leichteste Lasten- und Familenrad, welches derzeit erhältlich ist. Mit großer und sicherer Transport“kabine“ für zwei Kinder. Vollständig aus Carbon gefertigt und auf Wunsch teilbar. Die „Kabine“ lässt sich dann auch als Stroller verwenden. Für Wiesbaden empfehlen wir den optionalen Motor von Pendix dazu.

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4WIELER: 4 Räder sind am Sichersten gegen Umfallen und mit elektrischer Unterstützung ist ein vierrädriges Fahrzeug eine wunderbare Basis für jede Art Transport. Ob alleine auf großer Fahrt, als Paralleltandem für den grenzenlosen Spass zu zweit oder um mit und ohne Anhänger große Lasten zu transportieren.

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AMITY JACKETS: diese bringen Sie trocken, warm und sicher durch den Winter. Gefertigt aus EtaProof Baumwolle und großzügig ausgestattet mit Reflektoren, die bei Nichtbenutzung des Fahrrades auch verdeckt werden können, sind diese Jacken der ideale Begleiter auf fürs tägliche Business. Aber nicht nur, da sie ziemlich lässig geschnitten sind.

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LEVOSS: Bikeracks = Fahrradständer, die weit mehr sind als das. Leif-Erik Voss ist Holzbildhauer und seine Radmöbel schmücken jedes Wohnzimmer. Dazu würde dann eines der oben genannten Räder passen.

 

 

Code „schön und schnell“

Code „schön und schnell“

Hier schlägt das Herz des Speedpedelecbikers höher: für 2019 wird die Firma MTB CYCLETECH  aus der Schweiz das Code auf den Markt bringen. Und zwar ausschließlich als S-Pedelec.

Die Schweizer wissen, wie es geht. Schließlich hat das S-Pedelec dort einen großen Marktanteil und ist als Pendlerfahrzeug und Autoersatz bestens etabliert. Das liegt vor Allem daran, dass die Regeln für S-Pedelecs sehr pragmatisch ausgelegt sind, d.h, ein Speedpedelec gilt dort als schnelles Fahrrad und nicht wie in der EU als langsames Motorrad.

Doch auch in good old Germany erkennt man langsam, dass mit einem Speedpedelec der morgendliche Stau Geschichte ist. Besonders mit dem Code, da dieses von einem starken Heckmotor von Neodrives angetrieben wird. Wartungsarm und langlebig ist der Antrieb mit einem Gates- Zahnriemen, geschaltet wird mit einem Getriebe von Pinion. So ist man auf dem Code völlig lautlos unterwegs.

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Ich freue mich ganz besonders darauf, das Code bei unserer Eröffnung am 12.und 13. Oktober das erste Mal zu fahren. Bisher hatte ich nur den Rahmen in der Hand und konnte die Fertigung in der Schweiz besichtigen. Der Rahmen macht einen äusserst hochwertigen und eleganten Eindruck und verspricht höchste Stabilität. Und vom Pulverbeschichten verstehen sie was in Bassersdorf. Qualität und Farben sind einfach nur wunderschön.

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Das Code wird ab Ende 2018 Dauergast bei see feel drive in Wiesbaden sein.

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Eurobike 2018 – „Habbe will!“

Eurobike 2018 – „Habbe will!“

Wirklich super bei der diesjährigen Ausgabe der Eurobike: das Wetter. Der WoMo-Stellplatz auf dem Sportplatz Meckenbeuren war sehr schön, das dort gebotene Frühstück und das Abendessen außerordentlich lecker. Dann ab aufs Rad und gut gelaunt die Kollegen im Autostau bei der Anfahrt zur Messe stehen lassen. Speedpedelecbikerherz – was willst Du mehr?

Nun, da gibt es schon ein paar Dinge:

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Zum Beispiel das Stajvelo aus Monaco. Wirkt wie aus einem Guß, was es im Prinzip auch ist. Hergestellt aus High-Tech-Composite mit mehr als 1000 Tonnen Druck.

 

Die Details sind einfach nur schön, für dieses Bike würde ich meine Garage mit Terracottafliesen auslegen und ein Podest aufbauen.

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Transportieren würde ich die Fliesen mit dem Bike von Kargon aus Weiterstadt.  Besonderheiten sind der leichte Rahmen von nur 7kg sowie die innovative Lenkung.

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Ebenfalls mit Continentalmotor bestückt.

Wo wir schon bei Fliesen bzw. Steinen sind: das Grundmaterial dieses Bikes ist Basalt. Schön anzuschauen an der Garagenwand und auf der Straße. Hersteller ist die dänische Firma Coh&Co aus Kopenhagen.

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Wolfram Escher lässt grüßen.

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Eure Partner wollen nicht selbst strampeln? Moreno von der Firma More Cycles aus Italien hat eine sehr stylische Lösung, auch als S-Pedelec erhältlich. Spätestens jetzt muss das Motorrad raus aus der Garage.

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Mindestens ebenso aufsehenerregend sind die Swiss Custom E-bike´s von Cohen Ohad aus Neuchatel.  Nie wieder Harley fahren. Auch in der Speedversion erhältlich.

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Es wird ein zweites Podest geben. Darauf stehen die Holz- Bikes von TBK aus Spanien.

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Ich bin fasziniert aus der Kombination von altehrwürdigem Holz mit hochmodernsten Anbauteilen aus Carbon und Alu. Absolut Racetauglich.

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Das nächste „Habbe will!“ ist ein Titanbike aus Singapur. Komplett aus Titan, auch Gepäckträger und Korb. The Urban Bike ist der Hersteller. Dieses Bike passt auch gut in die gute Stube und vors Eiscafé.

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Und um das Eis wieder abzutrainieren, gibt es das handgefertigte Rennrad von Doriano de Rosa aus Italien. Bixxis heisst seine Firma.

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Wie war das noch mit Stahlrahmen? Völlig out? Nicht ganz. Kunstwerke aus Stahl kommen natürlich aus Italien. Hier von der Firma Tommasini. Es gibt sie noch, echte Muffen.

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Dieses Bike besticht durch seine ungewöhnliche Front. Soll sehr robust sein, besonders in der Stadt. Nehme ich dann als Alltagsbike für kurze Strecken.

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Zurück zur Moderne: die Firma Arevo aus Kalifornien ist spezialisiert auf industriellen 3D-Druck und kann interessierten Herstellern komplette Konzepte zur Verfügung stellen. Eines der Ergebnisse ist ein Bikerahmen, gedruckt aus Karbonfasern. Da drucke ich mir doch gleich mal eins aus:

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Was nehmen für die umweltfreundliche Fernreise und in fremden Städten? Am besten das Bike der belgischen Firma Ahooga. Die Jungs waren mal große BMX Fans, das merkt man beim Fahren. So sportlich und wendig fuhr sich bisher kein Klapprad.

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Gibt es in mehr als 230 Farben.

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Jetzt ist die Garage voll, mehr Platz gibt es aufgrund der hohen Mieten im Rhein-/ Maingebiet nicht. Die Gründer von Convert kommen aus München, die kennen das auch. Aber auch hier geht der Trend zum Drittbike, deshalb haben sie das 3 in 1  Bike erfunden. Trekking, Race, Mountainbike – der Umbau geht in wenigen Sekunden.

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Apropos Umbau: wer sein Bike mal ab- und zu als Lastenrad braucht, kann dieses mit Addbike aus Frankreich zum Dreiradschwenker umbauen. Passt noch unter die Treppe und fährt sich genial.

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Wer in diesem Jahr die Augen offen hielt, konnte viele interessante und schöne Gefährte und Lösungen entdecken. Es ist gut, dass es im nächsten Jahr wieder einen Publikumstag gibt, damit diese ihre Kunden finden. Viele dieser Hersteller werden entweder über spezialisierte Händler oder direkt an den Endkunden verkaufen, da der klassischen Fahrrad-/ eBikehandel damit überfordert ist. So kann sich dann manche Garage füllen.

 

Strasse für Alle

Strasse für Alle

Sebastian Herrman schreibt in seinem Buch „Gebrauchsanweisung fürs Fahrradfahren“  unter anderem darüber, dass er eine Art Gedankenleser im Gehirn haben sollte, um all die Gedanken und Ideen, die er im Flow des Radelns entwickelt, nach der Tour wiedergeben zu können. Denn nach dem Absteigen sind all die genialen Gedanken nur noch Gedankensplitter.

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Zwei Mal pro Woche fahre ich 55km zur Arbeit und zurück,  das sind etwa 7 Stunden pro Woche im Sattel. Es ist schön, nicht im Stau zu stehen, den Wald und die Wiesen zu riechen, sich auf wenig befahrenen Straßen bei hoher Durchschnittsgeschwindigkeit wie Superman auf Rädern zu fühlen. Der Wind pfeift unterm Helm, der Motor gibt beruhigende Geräusche ab und die Reifen singen ihr Lied. Du kennst die Wege, die Schaltpunkte, die optimale Linie durch die kleinen Orte mit ihren rechtwinkligen Straßen. Du ertappst Dich dabei, auf Autopilot zu fahren und hast dann kleine Schrecksekunden.

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Auf den Wegen abseits der Straßen und Orte hörst Du die Vögel singen, siehst Pferde, Ziegen und Schafe, und ab und zu kreuzen Rehe den Weg. Nach einer Weile kennst Du auch die Hundebesitzer, Spaziergänger, Eltern mit Kinderwagen, die überwiegend freundlich grüßen. Es geht rücksichtsvoll zu, die Welt ist in Ordnung.

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Positive Gedankensplitter bleiben; eine neue Geschäftsidee, Ideen für den Blog, Reiserouten gedanklich ausarbeiten, andere Wege für den Arbeitsweg ausprobieren, Lebensstil verändern, Auto abschaffen, Initiativen für eMobilität anstossen,  beim Radentscheid abstimmen, bei der Critical Mass aktiv werden, Argumente pro S-Pedelec für Politiker ausarbeiten – kurz, die Welt noch besser machen.

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Auf den größeren Landstraßen ist es anders, ganz anders. Die Karren stinken wieder. Auch an einem sommerlichen Morgen scheinen die Abschalteinrichtungen – auch bei Benzinern – aktiv. Die Autominister sollten mal Rad fahren, die Sache stinkt zum Himmel. Auch scheinen moderne Autos trotz hunderten PS keine Kraft am Berg zu haben. Niemand macht mal hinter Dir langsam, jeder glaubt, mit Schwung an Dir vorbei zu müssen, egal ob Gegenverkehr oder nicht. Sicherheitsabstand? Egal, der Stärkere kommt durch. Und innerhalb der Mittellinie in der Spur zu bleiben, ist ja kein Überholen, oder? Sogar Fahrschüler dürfen so fahren, der Fahrlehrer sitzt bräsig daneben. Im Geiste formulierst Du dann die böse Mail an die Fahrschule.

Kein Wunder, dass Du in diesem Augenblick daran denkst, dass alle 22 Stunden ein Radfahrer getötet und alle 36 Minuten ein Radfahrer schwer verletzt wird. In 70% sind die Autofahrer schuld ( Quelle: FAZ online ). Auf der Strasse gilt das Recht des Stärkeren. Die Argumente erinnern an die National Rifle Association in den USA: bei Amokläufen sei es doch gut, dass Schüler Schutzwesten trügen, im Zweifelsfall die Schule sofort verlassen und Lehrer bewaffnet seien. Man könne den Menschen den Waffengebrauch nicht verbieten, die Waffe sei ja nicht schuld. Genauso hohl klingt das Argument, Radfahrer sollten besser aufpassen und im Zweifel eher nachgeben. Niemand fordert dazu auf, dass die Stärkeren = Bewaffneten Rücksicht üben sollen. Autos sind wie Waffen! Beweise? Fahre einfach mit einem S-Pedelec vorschriftsmäßig auf der Strasse zwischen Butzbach und Hochweisel. Oder zwischen Linden und Langgöns. Ich nenne sie  „Straße der Idioten“.

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Beide Strassen haben einen kombinierten benutzungspflichtigen Rad-/ Fußweg. Mindestens 1 mal pro Fahrt kommt ein Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit von hinten an, zwingt Dich mit 50 cm Abstand ganz an den rechten Rand, hupt und zeigt auf den Radweg. Ok, Unwissenheit, der kennt halt die Sache mit der StVO nicht. Aber selbst, wenn ich im Unrecht wäre: was geht im Kopf dieses Menschen vor, der andere in Gefahr bringt und nötigt, um selbstständig mit Gewalt ein Gesetzt durchzusetzen? Macht er das mit einer Pistole, ist es Lynchjustiz. Macht er das mit einem Auto, was ist es dann? Ist das etwas ganz anderes?

Du fängst an, Dich reinzusteigern. Weitere Gedankensplitter: es gibt in D etwa 70 Millionen Fahrräder und 64 Millionen Autos. Auf den 55 km Arbeitsweg über Landstraßen und Radwege sehe ich etwa 10 Radfahrer. Und mindestens 10 fahrende Autos pro Kilometer. In den Städten kann man 100 Autos pro Kilometer rechnen. Und alles redet von Kampfradlern.

Beim Verhältnis von 64 Millionen Autos auf 85 Millionen Bewohnern in Deutschland kann man schließen, dass tagsüber etwa 800.000 Autos in Frankfurt rumstehen. Und viele Leute inkl. Presse regen sich über 25.000 Mieträder auf, die die Stadt verschandeln würden.

Ein prominenter Stadtplaner aus Wien sagte: „auf den Straßen in den Städten bewegen sich die Autos auf 3 Spuren frei und ungehemmt und die Kinder spielen in Drahtkäfigen nebendran. Was zum Teufel ist denn los in unserer Gesellschaft? Ab welchem Zeitpunkt lief das denn völlig aus dem Ruder? Seit wann gilt der Grundsatz, dass öffentlicher Raum und die Straße ausschließlich fürs Auto da seien?

Ein Argument: die KFZ- Steuer. Schließlich trage man ja als Autofahrer das Geld zum Straßenbau alleine. Falsch! Die meisten Straßen wurden und werden von den Anwohnern gezahlt. Warum eigentlich lassen die zu, dass diese dann nur für Autos gemacht werden?

Es wird Zeit für ein Umdenken: die Straße ist für alle da. Radler, Fußgänger, Mann mit Handkarren. Wenn die baulich getrennt werden sollten, um so besser. Aber gleicher Raum für Alle!

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Und dann biegst Du wieder auf den Wiesenweg ein. Die ältere Dame mit dem ebenso alten Hund kommt Dir entgegen. Du machst langsam, grüßt, wirst von Frau und Hund freundlich zurück gegrüßt und die Welt ist wieder in Ordnung.